Neues Solarfaltdach auf dem Klärwerk Düsseldorf-Süd

Auf dem Klärwerk Düsseldorf-Süd steht ab sofort das bisher größte Solarfaltdach Deutschlands.

Düsseldorf – Der Stadtentwässerungsbetrieb der Landeshauptstadt Düsseldorf (SEBD) hat die leistungsstarke PV-Anlage mit 1,37 Megawatt Peak Nennleistung auf einem knappen Hektar Fläche oberhalb der Klärbecken errichtet. Sie kann bei Bedarf wie eine Ziehharmonika in 60 Sekunden ein- oder ausgefahren werden. Stadtkämmerin Dorothée Schneider und Frank Heuner, technischer Betriebsleiter des SEBD, haben die Funktionsweise des Faltdaches am Mittwoch, 22. April 2026, vorgestellt.

Stadtkämmerin Dorothée Schneider: „Schon im Januar konnte die Bilanz gezogen werden, dass durch den Bau eines zweiten Blockheizkraftwerks auf dem Klärwerk Süd die Eigenversorgung auf 75 Prozent gesteigert werden konnte. Mit dem Solarfaltdach geht der SEBD nun einen weiteren Schritt in die Energieneutralität.“

Die Technik des Solarfaltdachtes funktioniert ähnlich wie eine Seilbahn: Die 2.640 Solarmodule sind an Stahlseilen aufgehängt und entfalten sich sechs Meter hoch über der Kläranlage. Die tragende Struktur ruht auf weit gesetzten Stützen mit bis zu 32 Metern Abstand. Insgesamt wurden 150 Tonnen Stahl verbaut und acht Kilometer Trag- sowie acht Kilometer Zugseile verlegt.

Der Faltmechanismus des Solarfaltdaches wird durch einen intelligenten Algorithmus gesteuert: Bei Sonne fährt das Dach aus, bei Sturm, Schnee oder Hagel zieht es sich automatisch in die Schutzposition zurück. So bleibt die Anlage auch im Winter schneefrei und produktiv. Für Wartungs- oder Bauarbeiten an den Klärbecken kann das Solarfaltdach einfach über eine manuelle Steuerung eingefahren werden.

Die Bauarbeiten des Solarfaltdaches selbst haben nur etwa ein halbes Jahr gedauert. Um die PV-Anlage auf bereits vorhandenen Becken zu errichten, müssen Anpassungen am Bestand und eine technisch komplexe Anbindung vorgenommen werden. Daher kann die Anlage erst Ende des Jahres in Betrieb genommen werden und Strom einspeisen. Die Baumaßnahme beläuft sich auf Kosten von insgesamt rund 6,8 Millionen Euro mit einem Fördermittelanteil von etwas mehr als vier Millionen.

xity.de
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