Mehr Raubfische im Aasee

Im Aasee hat die Zahl der Raubfische in den vergangenen Jahren weiter zugenommen. Bei einer Untersuchung des Fischbestandes im Oktober 2025 wiesen Fachleute der Ruhr-Wasserwirtschafts-Gesellschaft neben überwiegend jungen Zandern erstmals auch Rapfen nach.

Münster – Der Anteil der Raubfische an der Gesamtbiomasse – also dem Gesamtgewicht aller Fische im Aasee – liegt derzeit bei zwölf Prozent. Das reicht noch nicht aus, um den Bestand auf natürliche Weise ins Gleichgewicht zu bringen. Die RWG kontrolliert den Fischbestand im Auftrag der Stadt Münster seit 2019 alle zwei bis drei Jahre. Die Untersuchung ist Teil der städtischen Strategie, den Aasee widerstandsfähiger und ökologisch stabiler zu machen. Ein zentraler Baustein ist, den Fischbestand über natürliche Prozesse zu regulieren. Dafür braucht der See ausreichend Raubfische wie Zander oder Hechte. Sie fressen kleinere Fische und sichern so das ökologische Gleichgewicht. Langfristig sollen im See maximal zehn Tonnen Fische leben, davon circa 30 Prozent Raubfische.

Für die Untersuchung im Oktober 2025 hatte die RWG mehr als 3.000 Fische aus 14 verschiedenen Arten gefangen. Darunter waren knapp 2.900 Friedfische – Fische, die sich von Plankton oder Kleintieren ernähren – und rund 140 Raubfische. Bei den Friedfischen kamen Brassen (27 Prozent des gesamten Fischbestands), Rotaugen (26 Prozent) und Güster (20 Prozent) am häufigsten vor. Bei den Raubfischen machte der Flussbarsch (3,9 Prozent des gesamten Fischbestands) den größten Anteil aus, Zander lagen bei 2,5 Prozent und Hechte bei 1,7 Prozent. Erstmals wurden bei der Kontrolle Rapfen nachgewiesen (0,8 Prozent).

Aufbau dauert mehrere Jahre

„Der Bestand an Raubfischen befindet sich noch im Aufbau, deshalb gibt es bislang nur wenige ältere Tiere“, sagt Julian Petrina vom Amt für Mobilität und Tiefbau. „Erfahrungen an anderen Stauseen zeigen, dass es mehrere Jahre dauert, bis sich ein ausgewogenes Verhältnis von Raub- und Friedfischen einstellt. Die vielen jungen und gut entwickelten Zander sind ein Erfolg. Unser Ziel für die nächste Untersuchung ist es, auch mehr ältere Exemplare nachweisen zu können.“

Zu einer natürlichen Vermehrung tragen städtische Maßnahmen wie das Ausbringen von Laichnestern, schwimmende Pflanzenzonen und ökologisch aufgewertete Ufer bei, die den Raubfischen Laich- und Rückzugsorte bieten. Zusätzlich reguliert die Stadt den Fischbestand gezielt: Seit 2021 wurden rund 14,6 Tonnen Friedfische entnommen. Der Verein für Fischerei und Gewässerschutz „Frühauf“ Münster hat seit 2019 mehr als 41.000 Zander und rund 600.000 Hechtbrütlinge eingesetzt.

Um das Gleichgewicht weiter anzupassen, plant die Stadt im April 2026 erneut, Friedfische aus dem See zu entnehmen und weitere Raubfische einzusetzen. Die entnommenen Fische werden schonend in andere Gewässer umgesetzt. Freizeitaktivitäten wie Bootsverkehr oder Regatten werden dadurch nicht beeinträchtigt.

xity.de
Nach oben scrollen