Plattform für Leerstands- und Ansiedlungsmanagement in Krefeld

Innenstadtkoordinator Thomas Brocker und Erdgeschossenflächenmanager Leonhard Sibbing stellen die neue digitale Plattform für Leerstands- und Ansiedlungsmanagement vor.

Krefeld – „Für Krefeld ist es ein weiterer, wichtiger Schritt im Kampf gegen den Leerstand in der Innenstadt“, ist sich Thomas Brocker sicher. Gemeinsam mit Erdgeschossflächenmanager Leonhard Sibbing hat der Innenstadtkoordinator nun eine neue digitale Plattform für Leerstands- und Ansiedlungsmanagement (LeAn) vorgestellt. Hinter der Abkürzung „LeAn“ verbirgt sich ein Online-Tool, das Eigentümer, Makler und Suchende passgenau zusammenbringt.

„In der Praxis bedeutet das, dass Eigentümer die Daten ihrer Immobilie detailliert eintragen und den Suchinteressenten die auf sie abgestimmten Ladenlokale angeboten werden“ erklärt Sibbing. „Wir können dadurch gezielt Eigentümer, Suchende und Makler zusammenbringen und hoffen, Leerstand auf diesem Weg noch schneller angehen zu können.“ Andere Kommunen haben das Tool im Rahmen eines Pilotprojekts des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz bereits erfolgreich getestet. Mönchengladbach und Langefeld gehören zum Beispiel dazu. „Der Schlüssel ist die Schlichtheit des Systems“, führt Brocker aus. „Jeder, der schon einmal eine Immobilie in der Innenstadt gesucht hat, weiß, wie schwer es ist, fündig zu werden. Das System schafft es, Angebote so auszuspielen, dass sie auf die konkreten Bedürfnisse des Suchenden zugeschnitten sind.“

So funktioniert die Plattform „LeAn“

So kann der Suchende zum Beispiel eine vorgesehene Nutzung angeben. Zu den Auswahlmöglichkeiten gehören neben „Einzelhandel“, „Dienstleistung“ und „Gastronomie“ auch speziellere Bereiche wie „Handwerk, Produktion, Manufaktur“, „Bildung & Lernen“, „Parken, Personenbeförderung & Transport“ oder „Interessenvertretungen, Vereine, kirchliche Einrichtungen“. Anschließend kann der Suchende Standortfaktoren und Lagekategorie bestimmen und danach maximale Miet-, Pacht- oder Kaufpreise angeben. Auch die Auswahl von Parkflächen, Außenflächen oder barrierefreien Zugängen ist möglich. Ein ähnliches Formular füllen Eigentümer oder Makler mit freien oder freiwerdenden Immobilien aus. Das System zeigt diesen dann an, wenn es ein mögliches Match mit einem aufgegebenen Gesuche gibt. „Wichtig ist, dass die Stadt nicht als Makler auftritt. Das inserierte Objekt wird als Exposé an die Interessenten verschickt, und diese können damit direkten Kontakt zum Eigentümer oder Makler aufnehmen“, beschreibt Sibbing weiter.

Stadt Krefeld profitiert von zusätzlicher Funktion: Überregionale Datenbank

Im Hintergrund bietet die Software weitere Funktionen an, die durch die Stadt genutzt werden. Die Stabsstelle Innenstadtkoordination hat Zugriff auf mehr als 1000 Inserate von Betrieben, die deutschlandweit auf der Suche nach passenden Immobilien sind. Auch diese können mit den eingestellten Inseraten abgeglichen werden. „Oft sind das Filialisten, die sich in weiteren Städten niederlassen möchten, oder auch regionale Unternehmen, die in der umliegenden Region auf der Suche nach möglichen Zweigstellen sind“, erklärt Brocker. „Auch hier können wir dann anhand des Systems Kontakt zwischen Eigentümern beziehungsweise Maklern und Interessenten herstellen.“ Für alle Anwender ist das System kostenfrei. Die Stadt Krefeld profitiert dabei vom Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren“, das die Anschaffung des Tools gefördert hat. In einem ersten Schritt soll das Verfahren ausschließlich für die Innenstadt genutzt werden. „Nach einer Testphase könnten wir uns vorstellen, auch die Stadtteile miteinzubeziehen“, so der Innenstadtkoordinator.

Das Tool ist über das Serviceportal der Stadt erreichbar. Immobilieneigentümer nutzen folgenden Link, um ihr Objekt in der Datenbank zu hinterlegen: https://service.krefeld.de/leerstandsmelder. Nutzer, die wiederum ein geeignetes Ladenlokal im Stadtzentrum suchen, geben ihre Daten hier an: https://service.krefeld.de/gesuchsmelder. Immobilienmakler und Verwalter können darüber hinaus eingeladen werden, um aus ihrer Software heraus eine Schnittstelle zu LeAn einzurichten. Dabei hilft die Stabsstelle Innenstadtkoordination gerne weiter.

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