Berufsorientierungszentrum in Immenhausen beendet Betrieb

Das Berufsorientierungszentrum (BOZ) in Immenhausen wird seinen Betrieb in der bisherigen Form mit Beginn der Sommerferien einstellen.

Landkreis Kassel – Diese Entscheidung wurde nach intensiver Prüfung der aktuellen wirtschaftlichen und strukturellen Rahmenbedingungen getroffen. Das BOZ entstand aus der gemeinsamen Vision, neue Wege in der Berufsorientierung und Fachkräftesicherung zu gehen und jungen Menschen praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder zu ermöglichen. Ziel war es, Unternehmen, Schulen und junge Menschen enger miteinander zu vernetzen und Berufsorientierung erlebbarer und moderner zu gestalten. In den vergangenen Jahren konnten zahlreiche Veranstaltungen, Kooperationen und Begegnungen erfolgreich umgesetzt werden. Viele junge Menschen erhielten über das BOZ neue Einblicke in berufliche Möglichkeiten, Unternehmen konnten wertvolle Kontakte knüpfen und regionale Netzwerke wurden aufgebaut und gestärkt.

Seit der Entwicklung des Projektes haben sich die Rahmenbedingungen jedoch grundlegend verändert. Wirtschaftliche Entwicklungen, veränderte Ausbildungsstrukturen sowie die zunehmende Digitalisierung von Berufsorientierung und Recruiting haben die Voraussetzungen für regionale externe Berufsorientierungsformate nachhaltig beeinflusst. Viele Unternehmen setzen heute stärker auf eigene interne Lösungen und digitale Formate. Vor diesem Hintergrund konnte für das BOZ langfristig keine eigenständig tragfähige wirtschaftliche Perspektive mehr aufgebaut werden.

„Das BOZ war ein mutiger und engagierter Versuch, Berufsorientierung neu zu denken und regionale Akteure enger miteinander zu verbinden“, erklären die beiden Vorstände Landrat Andreas Siebert und Carsten Rahier, Vorsitzender HESSENMETALL Nordhessen und geschäftsführender Gesellschafter der sera Group. „Auch wenn das Projekt nun endet, bleiben viele wertvolle Erfahrungen, Kontakte und Impulse bestehen.“

Die Verantwortlichen betonen ausdrücklich ihren Dank an alle Mitarbeitenden, Partnerunternehmen, Schulen, Fördermittelgeber sowie Unterstützerinnen und Unterstützer, die das Projekt über Jahre hinweg begleitet und mitgestaltet haben.

Die Herausforderungen rund um Berufsorientierung und Fachkräftesicherung bleiben weiterhin zentrale Zukunftsthemen. Die Erfahrungen aus dem BOZ zeigen zugleich, wie wichtig innovative Ansätze, Zusammenarbeit und regionale Netzwerke auch künftig sein werden.

Hintergrund

Das Berufsorientierungszentrum (BOZ) im Landkreis Kassel in Immenhausen ist im Jahr 2024 auf Basis einer LEADER-geförderten Machbarkeitsstudie als Modellprojekt zur praxisnahen Berufsorientierung gestartet. Trotz intensiver Weiterentwicklung des Beitragsmodells sowie verstärkter Unternehmensansprache konnte das BOZ bislang keine ausreichende wirtschaftliche Basis für eine nachhaltige Eigenfinanzierung schaffen. Die Nachfrage und Mitwirkung seitens der Unternehmen bleibt verhalten, gleichzeitig ist eine langfristige öffentliche Finanzierung vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslagen derzeit nicht absehbar.

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