Rettungsmission für die Kreuzkröte in Bamberg

Sie läuft statt zu springen, liebt karge Sandflächen und ist auf vergängliche Wasserstellen angewiesen: Die Kreuzkröte ist ein außergewöhnlicher Bewohner des Flugplatzes Breitenau.

Bamberg – Um den Fortbestand der seltenen Amphibienart zu sichern, wurden dort neue Bedingungen geschaffen – und eine unerwartete Rettungsaktion zeigt, wie entscheidend manchmal wenige Stunden für den Artenschutz sein können. Die Kreuzkröte, die auf dem Flugplatz Breitenau beheimatet ist, darf als besondere Amphibienart bezeichnet werden. Anders als viele andere Kröten springt sie nicht, sondern bewegt sich erstaunlich schnell laufend fort. Ebenso bemerkenswert wie ihr Verhalten sind ihre Ansprüche an den Lebensraum. Die Pionierart benötigt warme, offene und vegetationsarme Flächen mit lockeren, sandigen Böden. Solche Standorte sind im Bamberger Umland inzwischen selten geworden und finden sich nur noch in Kiesgruben oder Steinbrüchen.

Für ihre Fortpflanzung sind flache Kleingewässer entscheidend, die im Laufe des Jahres wieder austrocknen. Dadurch können sich Fressfeinde wie Fische nicht dauerhaft ansiedeln. Gleichzeitig beschleunigt das warme Wasser die Entwicklung der Kaulquappen. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Gewässer austrocknen, bevor die jungen Tiere ihre Entwicklung abgeschlossen haben.

„In den vergangenen Jahren sind die Senken auf dem Flugplatz leider immer wieder zu früh trockengefallen, so dass kein Nachwuchs aufkam. Deshalb haben wir sie vor vier Wochen bis auf die darunterliegende Tonschicht vertieft“, erklärt Thomas Fischer, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Bamberg.

Zahlreiche Kaulquappen

Durch die Niederschläge im Winter waren die Tümpel zunächst gut gefüllt und im Frühjahr von zahlreichen Kaulquappen besiedelt. Vor Beginn der Arbeiten wurden diese vorsichtig in ein tieferes Gewässer umgesetzt, wo sie sich erfolgreich weiterentwickeln konnten.

Nach den jüngsten Regenschauern nutzten mehrere Kreuzkröten die neu entstandenen Wasserflächen sofort zur Eiablage. Aufgrund des niedrigen Wasserstands und der angekündigten Trockenperiode wurde kurzfristig entschieden, den gesamten Laich in eine einzige Senke umzusetzen.

Bamberg Service leistet Hilfe

Die Abteilung Grünanlagen von Bamberg Service sagte spontan Unterstützung zu und versorgte das Gewässer mit zusätzlichem Wasser. Die Hilfe kam buchstäblich in letzter Minute: Noch am selben Tag wäre die verbliebene Wassermenge vollständig verdunstet und die Kaulquappen ausgetrocknet.

„Die Aktion ist ein mehrfacher Erfolg und zeigt die besondere Bedeutung des Flugplatzareals für den Artenschutz. Dort, wo die Kreuzkröte leben kann, sind auch die Lebensbedingungen für viele andere Arten wie Libellen und andere Insekten gut. In diesem Jahr konnten wir durch die Umsiedlung den Bestand unzähliger junger Kreuzkröten sichern und dank der Wasserlieferung werden sich noch viele weitere Tiere erfolgreich entwickeln“, freut sich Bürgermeister und Umweltreferent Jonas Glüsenkamp. Die Kosten für die Maßnahme werden von der Regierung von Oberfranken getragen.

 

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