Düsseldorf – Sie war im Sommer für eine umfassende Überrarbeitung vorübergehend geschlossen. Nun erwarten die Besucherinnen und Besucher viele neue Objekte und neue Erzählungen. Der Besuch lässt sich ideal auch mit einem Rundgang durch die aktuelle Sonderausstellung „Punk 50: Demand the Impossible“ verbinden.
Zur Dauerausstellung
Die Dauerausstellung wurde 2022 anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Dumont-Lindemann-Archivs eingerichtet. Das Archiv, das den Kernbestand des Theatermuseums bildet, dokumentiert die Geschichte des 1904 von Louise Dumont und Gustav Lindemann gegründeten Schauspielhauses Düsseldorf. 1947 wurde das Archiv der Landeshauptstadt gestiftet.
In den vergangenen Jahren hat das Team des Theatermuseums bei Führungen durch die Dauerausstellung und Workshops die Perspektiven und Interessen der Besucherinnen und Besucher gesammelt. Diese Erfahrungen bildeten die Grundlage für die Überarbeitung der Ausstellung. Dadurch gibt es neue thematische Schwerpunkte wie die Stadtgeschichte und die Architektur des Theatergebäudes. Ein weiterer Fokus, der stärker thematisiert wird, liegt auf den Auswirkungen des Antisemitismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. So kam es 1933 zur Schließung des Schauspielhauses, da Gustav Lindemann aufgrund seiner jüdischen Herkunft gezwungen wurde, das Theater zwangszuverpachten. Auch der jüdische Journalist und spätere Mitarbeiter des Dumont-Lindemann-Archivs Adolf Zürndorfer wurde Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Nachdem er ein Berufsverbot erhielt, arbeitete er ab 1938 im Dumont-Lindemann-Archiv. Im Jahr 1941 wurde er in das Ghetto Łódź deportiert, wo er infolge der menschenunwürdigen Lebensbedingungen ums Leben kam.
Überdimensionalen Setzkasten mit über 60 Objekten
In einem überdimensionalen Setzkasten vereint „1904 bis 1947: Wandel zwischen Aufbruch & Archiv“ vielfältige Objekte: Von einer Teekanne über Bühnenbildentwürfe und Fotos bis hin zu Gips-Büsten und Abmahnungen für verspätete Schauspielerinnen und Schauspieler. Ein besonderer Fokus wird auf das Kostümbild am Schauspielhaus gelegt. Ein Highlight ist der „Rotkäppchen“-Bühnenbildentwurf von August Macke – das Blatt ist eine der frühesten Arbeiten dieses wegweisenden modernen Künstlers. Die über 60 historischen Objekte werden nach der Überarbeitung um Gegenwartspositionen der Künstlerin Hanna Pakhmutova und des Künstlers Christoph Westermeier ergänzt. Informationen zu all diesen Objekten und ihren Kontexten finden Besucherinnen und Besucher in einem kostenfreien Begleitheft.
Die erste Sonntagsführung zur Dauerausstellung findet am Sonntag, 15. November 2026, 15 Uhr, mit Museumsleiter Sascha Förster statt. Das Theatermuseum, Jägerhofstraße 1, ist mittwoch, donnerstags, samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr und freitags von 12 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt liegt bei fünf Euro, ermäßigt 2,50 Euro – bis 21 Jahren ist der Eintritt frei.




