Linke wird stärkste Kraft in Berlin

Die Berlinerinnen und Berliner haben am Sonntag, 20. September 2026, ein neues Abgeordnetenhaus gewählt.

Berlin – Nach dem vorläufigen Ergebnis wird Die Linke erstmals stärkste Kraft in der Hauptstadt. Mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen liegt sie deutlich vor der CDU. Gleichzeitig verlieren die bisherigen Regierungsparteien CDU und SPD erheblich an Zustimmung.

Die Wahlbeteiligung lag nach dem vorläufigen Ergebnis bei 74,2 Prozent. Insgesamt waren rund 2,49 Millionen Menschen wahlberechtigt.

Linke deutlich vor CDU

Die Linke erreichte 25,7 Prozent der Zweitstimmen und konnte ihr Ergebnis gegenüber der Wahl von 2023 mehr als verdoppeln. Die CDU kam auf 18,8 Prozent und wurde damit zweitstärkste Kraft. Dahinter folgt die AfD mit 16,3 Prozent. Die Grünen erhielten 14,3 Prozent, während die SPD auf 12,1 Prozent kam.

Für die SPD bedeutet das Ergebnis einen historischen Tiefstand bei einer Abgeordnetenhauswahl in Berlin. Auch die CDU musste deutliche Verluste hinnehmen. Die bisherige schwarz-rote Regierungskoalition verfügt damit nicht mehr über die notwendige Mehrheit.

Das BSW verfehlte mit 4,7 Prozent den Einzug ins Abgeordnetenhaus knapp. Auch die FDP scheiterte mit 2,5 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

Zwei Dreierbündnisse im Fokus

Mit dem Wahlergebnis beginnt nun die Suche nach einer neuen Regierungsmehrheit. Rechnerisch sind mehrere Konstellationen möglich. Politisch stehen vor allem zwei Dreierbündnisse im Mittelpunkt: Eine von der Linken geführte Koalition mit Grünen und SPD wäre ebenso möglich wie ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD.

Die Linke hat bereits signalisiert, Gespräche mit Grünen und SPD führen zu wollen. Spitzenkandidatin Elif Eralp strebt das Amt der Regierenden Bürgermeisterin an. Auch aus den Reihen der Grünen wurden Signale für Gespräche über ein Bündnis mit Linken und SPD gesendet.

Bei einer möglichen Zusammenarbeit müssten allerdings unterschiedliche politische Positionen zusammengeführt werden. Als ein möglicher Konfliktpunkt gilt insbesondere die Forderung der Linken nach einer Vergesellschaftung großer privater Wohnungsunternehmen. Die SPD steht diesem Vorhaben bislang zurückhaltend gegenüber.

Auch eine Koalition aus CDU, SPD und Grünen hätte rechnerisch eine Mehrheit. Die bisherige CDU-SPD-Koalition könnte damit durch ein Dreierbündnis erweitert werden. Welche Variante tatsächlich zustande kommt, hängt von den anstehenden Gesprächen und Koalitionsverhandlungen ab.

Regierungsbildung steht bevor

Wer künftig im Roten Rathaus regieren wird, ist damit noch offen. Nach der Wahl muss das neu zusammengesetzte Abgeordnetenhaus eine Regierende Bürgermeisterin oder einen Regierenden Bürgermeister wählen. Bis dahin dürften zunächst Gespräche zwischen den Parteien über mögliche Koalitionen und gemeinsame politische Schwerpunkte geführt werden.

Fest steht bereits: Mit dem Wahlergebnis vom 20. September 2026 haben sich die politischen Kräfteverhältnisse in Berlin deutlich verändert. Die Linke geht erstmals als stärkste Kraft aus einer Abgeordnetenhauswahl hervor, während die bisherige schwarz-rote Regierungsmehrheit abgelöst werden muss.

xity.de
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