AfD in Mecklenburg-Vorpommern vor SPD

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026 ist die AfD erstmals stärkste Kraft geworden.

Schwerin – Nach dem vorläufigen Ergebnis kommt sie auf 38,2 Prozent der Zweitstimmen und liegt damit vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die 35,5 Prozent erreicht. Die Regierungsbildung ist damit offen. Eine Fortsetzung der bisherigen SPD-Linke-Koalition ist nicht mehr möglich.

AfD erstmals stärkste Kraft

Die AfD erzielt mit 38,2 Prozent ihr bislang stärkstes Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern. Gegenüber der Landtagswahl 2021 konnte sie ihren Zweitstimmenanteil mehr als verdoppeln. Damals hatte die Partei 16,7 Prozent erreicht.

Die SPD bleibt mit 35,5 Prozent zweitstärkste Kraft. Sie verliert zwar gegenüber ihrem Ergebnis von 2021, kann aber deutlich stärker abschneiden als in vielen Umfragen vor der Wahl erwartet. Seit 1998 war die SPD bei jeder Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Partei gewesen.

Auf den weiteren Plätzen folgen Die Linke mit 6,5 Prozent und die Grünen mit 5,7 Prozent. Beide Parteien ziehen damit erneut in den Landtag ein.

Für die CDU endet die Wahl dagegen mit einem historischen Ergebnis: Mit 4,9 Prozent verpasst sie erstmals den Einzug in ein Landesparlament. Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) bleibt mit 4,8 Prozent knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP erreicht lediglich 1,0 Prozent.

71 Sitze im neuen Landtag

Nach der vorläufigen Sitzverteilung verfügt der neue Landtag über 71 Sitze. Die AfD erhält 32 Mandate, die SPD 29. Auf Die Linke und die Grünen entfallen jeweils fünf Sitze.

Damit verfügt keine Partei allein über eine Mehrheit. Für eine Mehrheit im Landtag sind mindestens 36 Sitze erforderlich.

Die AfD kann ihren Wahlsieg daher nicht unmittelbar in eine Regierungsmehrheit umsetzen. Die Partei kündigte am Wahlabend an, Gespräche mit den anderen Parteien führen zu wollen. Die übrigen Parteien schlossen eine Koalition mit der AfD jedoch aus.

Rot-Rot-Grün als rechnerische Möglichkeit

Für die SPD ist die Ausgangslage trotz Platz zwei grundsätzlich offen. Die bisherige Koalition mit der Linken kommt gemeinsam nur auf 34 Sitze und hätte damit keine Mehrheit mehr.

Eine rechnerische Mehrheit ergibt sich dagegen aus einem Bündnis von SPD, Linken und Grünen. Die drei Parteien kommen zusammen auf 39 der 71 Sitze. Eine solche rot-rot-grüne Koalition wäre damit im neuen Landtag mehrheitsfähig.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat angekündigt, Gespräche mit den demokratischen Parteien führen zu wollen. Auch die Linke zeigte sich offen für eine weitere Regierungsbeteiligung. Die Grünen hatten bereits im Wahlkampf für eine rot-rot-grüne Landesregierung geworben.

Ob ein solches Bündnis tatsächlich zustande kommt, hängt von den nun beginnenden Gesprächen und den politischen Vereinbarungen zwischen den drei Parteien ab.

Deutlich höhere Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung lag bei 78,1 Prozent und damit deutlich über dem Wert von 2021. Bei der vergangenen Landtagswahl hatten 70,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Erstmals konnten bei einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern auch 16- und 17-Jährige an der Wahl teilnehmen.

Regierungsbildung steht bevor

Mit dem vorläufigen Ergebnis beginnen nun die Gespräche über die künftige Landesregierung. Die AfD geht als stärkste Fraktion in den neuen Landtag, verfügt aber nicht über eine eigene Mehrheit. Die SPD muss als zweitstärkste Kraft einen Koalitionspartner beziehungsweise mehrere Partner finden, wenn sie die Regierung weiterführen will.

Im Mittelpunkt der kommenden Tage dürfte deshalb die Frage stehen, ob SPD, Linke und Grüne ihre unterschiedlichen politischen Positionen zu einem gemeinsamen Regierungsprogramm zusammenführen können. Erst nach Abschluss der Gespräche wird sich entscheiden, welche Parteien künftig die Landesregierung in Schwerin bilden.

xity.de
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