Umfrage: Bereitschaft der Deutschen zur Unterstützung der Ukraine sinkt

Die Deutschen sind einer aktuellen Umfrage zufolge immer weniger bereit, die Ukraine zu unterstützen.

Die Deutschen sind einer aktuellen Umfrage zufolge immer weniger bereit, die Ukraine zu unterstützen. Dies geht aus dem „Munich Security Index 2024“ hervor, der für die Münchner Sicherheitskonferenz erhoben wurde und über den der „Tagesspiegel“ am Donnerstag berichtete. Waren im Mai 2022 noch 46 Prozent dafür, mehr Kriegsgeflüchtete als bisher aufzunehmen, sind es in der jüngsten Umfrage nur noch 25 Prozent.

32 Prozent sprechen sich dagegen aus. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich demnach bei der Frage, ob Deutschland mehr schwere Waffen als bisher an die Ukraine liefern sollte: Mittlerweile sind die Gegner von verstärkten Lieferungen solcher Waffen in der Überzahl. Auch wollen immer weniger Deutsche Russland stärker sanktionieren oder mehr humanitäre Hilfe als bisher leisten.

Trotz dieser sinkenden Bereitschaft zur Unterstützung gibt es demnach in der deutschen Bevölkerung ein klares Bewusstsein für die Folgen eines russischen Sieges. So sehen 56 Prozent der Befragten das Risiko weiterer Angriffe Russlands auf andere Länder, sollte die Ukraine den Krieg nicht gewinnen. 48 Prozent stimmen der Aussage zu, dass „Europa […] nur dann sicher sein [wird], wenn Russland den Krieg verliert“. Nur 19 Prozent widersprechen dieser Aussage.

Von einer „stark veränderten“ Ausgangslage spricht Leonard Schütte von der Münchner Sicherheitskonferenz. Im Frühling 2022 sei noch debattiert worden, ob Deutschland der Ukraine überhaupt schwere Waffen liefern sollte. Im Herbst 2023 sei es unter anderem um die Lieferung von Marschflugkörpern gegangen. Dies könne trotzdem nicht über eine nachlassende Unterstützung in der Bevölkerung hinwegtäuschen, sagte Schütte dem „Tagesspiegel“. Denn auch im internationalen Vergleich seien die deutschen Zustimmungswerte gering.

Für die repräsentative Umfrage ließ die Münchner Sicherheitskonferenz zwischen 24. Oktober und 16. November 2023 tausend Menschen befragen.
© AFP

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