Rein und raus aus Düsseldorf: 390.100 Beschäftigte pendeln

Viele fahren rein, viele aber auch raus: 288.890 Beschäftigte kommen nach Düsseldorf, um hier zu arbeiten.

Düsseldorf – Und umgekehrt wohnen 101.160 Menschen in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt, haben ihren Job aber woanders. Das geht aus der aktuellen Pendler-Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor. Die Zahlen der Ein- und Auspendler, die über die Stadtgrenze fahren müssen, um zur Arbeit zu kommen, greift jetzt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten auf. Für die NGG Düsseldorf-Wuppertal sind längere Arbeitswege ein „Co-Faktor beim Job, der Zeit, oft Nerven und vor allem auch Geld kostet“.

Die Gewerkschaft warnt: „Hohe Spritpreise belasten viele Privathaushalte in Düsseldorf. Dabei reißen gerade auch die Fahrten zum Arbeitsplatz Löcher in die Haushaltskassen. Vor allem dann, wenn Berufspendler dabei aufs Auto angewiesen sind. Geringverdiener trifft das besonders hart. Erst recht, wenn sie nur den Mindestlohn verdienen“, sagt Zayde Torun. Die Geschäftsführerin der NGG Düsseldorf-Wuppertal spricht sich deshalb für ein „Mobilitätsgeld“ aus: 17 Cent je Kilometer sollen, so die Gewerkschaft, jedem Pendler sofort und unabhängig von der Höhe des Einkommens einheitlich vom Staat ausgezahlt oder beim monatlichen Lohnsteuerabzug verrechnet werden.

„Solange das Mobilitätsgeld noch auf sich warten lässt und die Spritpreise nicht wieder deutlich fallen, muss ein Wegegeld-Zuschuss für Job-Pendler Thema in den Betrieben sein. Viele fahren eine Dreiviertelstunde, manche sogar eine Stunde oder länger“, so Zayde Torun. Sie kündigt an, die Betriebe in Düsseldorf bei Fahrtkosten stärker in die Pflicht nehmen zu wollen: „Das fängt bei den 63 Euro pro Monat fürs Deutschland-Ticket an. Und das geht über ein konkretes Wegegeld bis zum günstigen oder freien ‚Stromtanken‘ an der Ladesäule für E-Autos auf dem Firmengelände“, so Torun. Die Gewerkschaft werde die Kosten für Mobilität künftig stärker bei Tarifverhandlungen zum Thema machen.

Außerdem kritisiert die NGG Düsseldorf-Wuppertal „die zum Teil saftigen Preise für Bahn-Tickets“: „Wer ohne Bahncard oder rechtzeitig ergattertem Super-Sparpreis in den Zug steigen muss, der wird kräftig zur Kasse gebeten. Vor allem beim Fernverkehr haut das richtig rein“, so Zayde Torun. Für untere und selbst mittlere Einkommen grenze das Bahnfahren an „Mobilitätsluxus“. Die Geschäftsführerin der NGG Düsseldorf-Wuppertal kritisiert: „Wer nur den gesetzlichen Mindestlohn verdient, dem kann es passieren, dass er im Fernverkehr der Deutschen Bahn für eine Stunde Zugfahrt vier Stunden arbeiten muss. Oder sogar mehr. Und dabei geht es um eine Bahnfahrt in der 2. Klasse, versteht sich“, so Torun.

xity.de
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