Der Düsseldorfer Ausbildungsmarkt hat sich gedreht

Der Düsseldorfer Ausbildungsmarkt hat sich spürbar verändert: Erstmals übersteigt die Zahl der Ausbildungsinteressierten die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen.

Düsseldorf – Nach aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit Düsseldorf standen im Juli dieses Jahres 3.309 Bewerberinnen und Bewerber 3.041 betrieblichen Ausbildungsstellen gegenüber. Während sich immer mehr junge Menschen für eine duale Ausbildung interessieren, geht das Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen, die bei der Agentur für Arbeit gemeldet wurden, zurück.

Die Agentur für Arbeit Düsseldorf, das Jobcenter Düsseldorf, die Handwerkskammer Düsseldorf, die Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e.V., die Stadt Düsseldorf, der Deutsche Gewerkschaftsbund Region Düsseldorf-Bergisch-Land, die Freien Berufe NRW und die IHK Düsseldorf appellieren gemeinsam an die Unternehmen, die aktuelle Entwicklung als Chance zu nutzen die Fachkräfte von morgen zu gewinnen. Das Interesse junger Menschen an einer dualen Ausbildung ist hoch. Sie rufen dazu auf, freie Ausbildungskapazitäten zu schaffen, offene Ausbildungsplätze zu melden und vorhandene Stellen konsequent zu besetzen.

Die Arbeitsmarktpartner stellen fest: Gerade angesichts des demografischen Wandels ist die Wirtschaft auf junge Menschen angewiesen. Denn Transformation lässt sich nur mit gut qualifizierten Fachkräften gestalten. Unternehmen, die heute ausbilden, investieren deshalb nicht nur in den eigenen Nachwuchs und ihre Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch in den Wirtschaftsstandort von morgen.

Zusätzlich zeigt die aktuelle Entwicklung, dass es dem Ausbildungsmarkt nicht an Interesse mangelt. Ende Juli waren 1.437 Bewerberinnen und Bewerber noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Demgegenüber standen 1.277 betriebliche Ausbildungsstellen, die bei der Agentur für Arbeit aktuell noch als unbesetzt gemeldet sind. Angebot und Nachfrage finden also häufig noch nicht ausreichend zusammen. Ziel muss deshalb sein, das Matching zwischen Unternehmen und junge Menschen zu verbessern und den Zugang zueinander weiter zu erleichtern.

Damit möglichst viele Ausbildungsplätze erfolgreich besetzt werden, unterstützen die Agentur für Arbeit Düsseldorf sowie die Handwerkskammer Düsseldorf und die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf Unternehmen und Jugendliche mit gezielten Vermittlungs- und Matching-Angeboten.

Das Interesse an einer dualen Ausbildung wächst über alle Schulformen hinweg. Besonders deutlich stieg die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber mit Fachhochschul- oder Hochschulreife gegenüber dem Vorjahr um 9,7 Prozent. Das unterstreicht die Attraktivität der dualen Ausbildung als praxisnahen Karriereweg für junge Menschen mit unterschiedlichen Bildungsbiografien.

Auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten lohnt es sich für Unternehmen, an der Ausbildung festzuhalten. Die steigende Zahl an Ausbildungsinteressierten bietet die Chance, engagierte Nachwuchskräfte zu gewinnen. Dass dies trotz schwieriger Rahmenbedingungen gelingt, zeigen unter anderem das Baugewerbe mit 22,9 Prozent mehr gemeldeten Ausbildungsstellen sowie der öffentliche Dienst mit einem Plus von 16,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Wirtschaftsbereich Handwerk weisen die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zudem ein deutliches Plus auf. Insgesamt gilt: Wer heute ausbildet, sichert sich die Fachkräfte von morgen.

Unternehmen, die aktuell noch keinen Ausbildungsplatz anbieten können oder zusätzliche Zeit für die Auswahl geeigneter Bewerberinnen und Bewerber benötigen, können eine Einstiegsqualifizierung (EQ) nutzen. Sie erleichtert jungen Menschen den Einstieg in den Beruf und bietet Betrieben die Möglichkeit, potenzielle Auszubildende über einen längeren Zeitraum kennenzulernen.

Der gemeinsame Appell richtet sich auch an Jugendliche und ihre Eltern. Auch wenn das Ausbildungsjahr 2026 bereits begonnen hat, gibt es noch viele Chancen, mit einer Ausbildung den erfolgreichen Start in das Berufsleben zu starten. Bundesweit stehen mehr als 320 anerkannte Ausbildungsberufe zur Auswahl. Neben bekannten Berufen lohnt sich deshalb auch der Blick nach rechts und links auf weniger bekannte Ausbildungsberufe und Branchen.

Eine duale Ausbildung ermöglicht einen frühen Einstieg ins Berufsleben, finanzielle Unabhängigkeit und wertvolle Praxiserfahrung. Gleichzeitig bietet sie langfristige Beschäftigungsperspektiven und vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Das Bildungssystem bleibt dabei durchlässig: Weiterbildungen, Aufstiegsqualifizierungen oder ein späteres Studium stehen auch nach einer Ausbildung offen. Junge Fachkräfte gestalten zudem die Transformation der Wirtschaft – von der Digitalisierung bis zur nachhaltigen Entwicklung – aktiv mit.

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