Münster – Falls eine Entschärfung notwendig wird, muss an dem Tag ab mittags der Kern der Altstadt evakuiert werden. Der Domplatz sowie die Straße Bült müssten in dem Fall ebenso gesperrt werden wie der Prinzipalmarkt und Teile der Salzstraße und Ludgeristraße.
Sondierungsbohrungen haben den Verdacht erhärtet, dass sich dort im Boden eine Weltkriegsbombe befindet. Am 11. Oktober wird das verdächtige Objekt ab morgens freigelegt, bis die Kampfmittelräumer es sich ansehen können. Erst dann wird klar, ob es sich dabei tatsächlich um einen Blindgänger handelt, von dem eine Gefahr ausgeht, so dass dieser entschärft werden muss.
Sollte eine Entschärfung erforderlich sein, informieren Stadt und Feuerwehr Münster am Sonntagvormittag über die Medien, auf der Webseite www.muenster.de, über soziale Medien und die Warn-App „NINA“ über die anstehende Evakuierung sowie Sperrung von Straßen.
Überprüfung ausnahmsweise an einem Sonntag
Im Umkreis von 250 Metern um den Verdachtspunkt wohnen rund 800 Personen. Im Fall einer Evakuierung müssen sie am Sonntagmittag ihre Wohnungen verlassen, eine Betreuungsstelle im Schlaun-Gymnasium (Sonnenstraße 18, 48143 Münster) wird eingerichtet. Erst wenn die Feuerwehr das Evakuierungsgebiet vollständig geräumt hat, kann eine Entschärfung beginnen.
Um Evakuierungen am Wochenende zu vermeiden, finden die Blindgängerüberprüfungen in der Regel werktags statt. Da die besondere Lage in der Altstadt bei einer Evakuierung an einem Werktag zu noch größeren Beeinträchtigungen führen würde – eine hohe Zahl von Geschäften müsste im laufenden Betrieb geräumt werden –, findet die Überprüfung in diesem Fall an einem Sonntag statt.
Lamberti-Brunnen soll ab August wieder sprudeln
Festgestellt wurde der Blindgängerverdacht an der Lambertikirche durch Luftbildauswertungen im Zuge der geplanten Sanierung des Brunnens auf dem Kirchplatz. Um die notwendigen Messungen in der Erde vornehmen zu können, wurde der Brunnen im Juni abgebaut. Durch die Messungen wurde ein Verdachtspunkt in unmittelbarer Nähe zum Brunnen-Standort zwar ausgeräumt, ein zweiter Verdachtspunkt direkt an der Kirche, wo in der Adventszeit die große Weihnachtstanne aufgebaut wird, aber erhärtet.
Der Brunnen ist seit über 100 Jahren ein prägendes Element in Münsters Altstadt. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde er 1956 wieder aufgebaut. Im kommenden Jahr werden auf dem Platz an der Lamberti-Kirche Leitungen sowie die technischen Anlagen erneuert. Ein Steinmetz beseitigt die Schäden an Steinen und Skulpturen und stellt das historische Erscheinungsbild wieder her.
Voraussichtlich im August wird der Brunnen wieder sprudeln, dann wieder – wie nach dem Wiederaufbau vor 70 Jahren – mit sechs Fontänen im Brunnenbecken. Die Kosten in Höhe von 850.000 Euro übernimmt die Rainer Scholze-Stiftung vollständig.




