Krefeld – Parallel soll eine Machbarkeitsstudie für die geplante Generalsanierung des Gebäudes erarbeitet werden. Die Kosten belaufen sich in einem ersten Schritt auf rund 1,5 Millionen Euro. Davon sind 500.000 Euro bereits für die Sofortmaßnahmen verwendet worden, die im vergangenen Jahr umgesetzt wurden. Die Politik kann diesem Vorgehen am Donnerstag, 19. März, im Betriebsausschuss des ZGM zustimmen.
Erklärtes Ziel der Arbeiten ist es, auch die derzeit geschlossene Studiobühne I wieder spielbereit zu machen, zumindest in einer Übergangszeit bis zur umfassenden Sanierung des Gebäudes. Die Studiobühne II ist ohnehin in Betrieb, auch der Fundus des Theaters im Keller kann seit Januar wieder genutzt werden. Allerdings sind zusätzliche Lagerflächen notwendig, die in Kürze extern zur Verfügung stehen. Der Betrieb der Gastronomie im Gebäude kann ebenfalls weiterlaufen. Im Dezember 2027 soll die erste Instandsetzung beendet sein und bis dahin möglichst im laufenden Betrieb ausgeführt werden. Die notwendige Generalsanierung des Gebäudes soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
Die aktuellen Arbeiten umfassen unterschiedliche Bereiche in der baulichen und technischen Struktur des in Teilen 120 Jahre alten Baus. Im Trinkwassersystem, wo 2025 die ersten Mängel aufgefallen waren, wurden bereits diverse Sanierungen umgesetzt. Ein weiteres Thema ist der Brandschutz, der unter anderem ein neues Rohrsystem im Gebäude sowie Brandschutztüren und Maßnahmen zur Entrauchung notwendig macht. Auch die Lüftungsanlage muss modernisiert werden. Weitere Aufgaben für die Sanierung sind das Holztragwerk des Daches, die Elektroleitungen und die Entwässerung. Da die Belegschaft des Theaters über starke Schwankungen der Temperatur in den Proberäumen klagt – im Winter ist es häufig zu kalt, im Sommer zu heiß – sollen sowohl am Heizsystem als auch beim Wärmeschutz Verbesserungen geprüft werden. Dazu ist das ZGM hinsichtlich der notwendigen Generalsanierung bereits im Austausch mit der unteren Denkmalbehörde.
Da sowohl das Stadttheater als auch das Kulturbüro mit dem Kresch die Spielzeit 2027/2028 frühzeitig planen muss, soll bis Ende Mai eine Aussage darüber erfolgen, ob die Studiobühne I als zentraler Spielort der Fabrik Heeder ab Sommer 2027 wieder zur Verfügung steht. Bis zur Generalsanierung könnte der Spielbetrieb dort wieder interimsweise ermöglicht werden. Für die Proben steht dem Theater einstweilen die Turnhalle am Wehrhahnweg zur Verfügung. Für die Produktion „Farm der Tiere“ im Juli 2026 konnte zudem eine Ausweichspielstätte in der Shedhalle der Alten Samtweberei an der Lewerentzstraße gefunden werden.
Bei der Fabrik Heeder handelt es sich um eine ehemalige Tapeten- und Wachstuchfabrik, die 1906 erbaut und 1950/1951 erweitert wurde. Seit Ende der 1980er-Jahre wird sie als Kulturzentrum genutzt, unter anderem für das KreschTheater, die Veranstaltungsreihen des Kulturbüros und die Studioproduktionen des Theaters Krefeld-Mönchengladbach. In dem Gebäude sind zwei Studiobühnen, Säle, Probebühnen, eine Gaststätte, eine Wohnung, Büros, Sozial- und Aufenthaltsräume untergebracht. Im Keller befindet sich der Kostümfundus des Theaters. Im Sommer 2025 kam es aufgrund von Defiziten beim Brandschutz zu einer Teilschließung des Gebäudes. Einzelne Bereiche wurden seitdem sukzessive wieder freigegeben.




