Krefeld ist Station an der Route des Niedergermanischen Limes

Eine Radroute entlang des Unesco-Welterbes „Niedergermanischer Limes“ ist nun in Nordrhein-Westfalen ausgeschildert worden.

Krefeld – Die Strecke in Krefeld führt am historischen Kastellareal in Gellep und dem Archäologischen Museum in Linn entlang. Unter den ausgewiesenen Welterbestätten am Niedergermanischen Limes nimmt das Kastellgelände in Krefeld eine Schlüsselposition ein, weil es vom ersten bis fünften Jahrhundert nach Christus fast ununterbrochen an derselben Stelle bestand. Auf einer Gesamtlänge von 479 Kilometern erstreckt sich die „Radroute Niedergermanischer Limes“ entlang des Rheins, der als „nasser Limes“ das Römische Reich und Germanien trennte. Sie verbindet die 24 Fundplätze dieser Welterbestätte in Nordrhein-Westfalen sowie Remagen in Rheinland-Pfalz und basiert weitestgehend auf dem bereits bestehenden Radwegenetz.

Themenroute am Limes

Darüber hinaus gibt es aber circa 60 Kilometer an neuen Wegeführungen. Stich- und Schleifenrouten erschließen auch abgelegene Plätze. Insgesamt weisen knapp 1.700 Schilder den Weg. Die durchgehende, einheitliche Wegweisung nach den offiziellen Richtlinien weist speziell das Unesco-Welterbe aus. Ein dreifarbiges Leitsystem mit dem Logo der Welterbestätte zeigt außerdem noch drei Themenrouten an: Blaue Schilder kennzeichnen die Hauptroute, rote Schilder die Alternativrouten und schwarze Schilder die speziellen Routen zu den Fundorten. Im Norden knüpft der Radweg an die niederländische Limesroute an sowie nach Osten an die Römer-Lippe-Route. Südlich von Remagen schließt die Route an den Deutschen Limes-Radweg ab Bad Breisig/Rheinbrohl an. Die Radroute ist im Radroutenplaner NRW integriert und dort aufrufbar. Ein erstes Online-Angebot findet sich auch im LVR-Portal „Click Rhein“, das künftig noch weiter ausgebaut wird.

Der Limesabschnitt in den heutigen Niederlanden, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bestand von 19 vor Christus bis etwa 450 nach Christus. Der Grenzbereich von Katwijk aan Zee bis zur Einmündung des Vinxtbachs bei Bad Hönningen (südlich von Remagen) wird auch „nasser Limes“ genannt, weil der Rhein die römische Provinz Niedergermanien von rechtsrheinischen, germanischen Stammesgebieten trennte. Eine Auswahl von 44 archäologischen Fundplätzen entlang seines Verlaufs bildet seit 2021 die länderübergreifende Unesco-Welterbestätte „Niedergermanischer Limes“, darunter das Kastellgelände in Krefeld-Gellep. Die archäologischen Funde aus der Römerzeit sind im Museum an der Rheinbabenstraße zu sehen. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben in den Krefelder Museen kostenfreien Eintritt.

In NRW betreut der Landschaftsverband Rheinland (LVR) mit seinem Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland die Fundplätze, gemeinsam mit den „Limeskommunen“, den Kreisen und dem Land NRW. Ziel sind Schutz, Weiterentwicklung und Vermittlung der Welterbestätte, um ihre Geschichte für die Öffentlichkeit erfahrbar zu machen. Finanziert hat die Radroute das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen. Zusammen mit dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland und gemeinsam mit den jeweiligen Kommunen wurde die Route erarbeitet und auswiesen.

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