Wittener Friedhelm Kayß erhält Verdienstorden

Für seine Verdienste im THW hat der Wittener Friedhelm Kayß das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Ennepe-Ruhr-Kreis – „In den letzten fünf Jahrzehnten haben Sie Verantwortung übernommen, wenn andere nicht mehr weiterwussten. Sie stehen für Fachkompetenz, Verlässlichkeit und uneigennütziges Engagement – und damit für genau die Haltung, die unsere Gesellschaft zusammenhält.“ Mit diesen Worten übergab Landrat Jan-Christoph Schaberick das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Friedhelm Kayß.

Seit Oktober 1973 engagiert sich der Wittener im Technischen Hilfswerk (THW). Was mit dem Eintritt als 17-Jähriger begann, entwickelte sich zu einem jahrzehntelangen Wirken in verantwortungsvollen Funktionen. Bereits mit 28 Jahren wurde er Zugführer des Bergungszuges im Ortsverband Wattenscheid, fünf Jahre später übernahm er als Ortsbeauftragter die Leitung. Nach der Zusammenlegung der Ortsverbände Bochum und Wattenscheid wurde er 1995 Ausbildungsbeauftragter – zunächst in Bochum, später und bis 2011 im Ortsverband Wanne-Eickel.

„Einsätze beginnen nicht erst, wenn der Melder geht. Sie beginnen in der Ausbildung“, würdigte der Landrat. „Über 16 Jahre war Friedhelm Kayß für das Planen und Organisieren der Aus- und Fortbildung verantwortlich. Er hat Ausbildungsstände überwacht, Spezialqualifikationen begleitet und dafür gesorgt, dass Helferinnen und Helfer gut vorbereitet und möglichst sicher in Einsätze gehen konnten.“

Seit rund zwei Jahrzehnten ist der Diplom-Hochbauingenieur zudem als THW-Baufachberater tätig. Nach Bränden, Explosionen oder Unwetterschäden beurteilt er die Statik beschädigter Gebäude und trifft fachlich fundierte Entscheidungen darüber, ob Häuser betreten oder weiter genutzt werden können. „Sie wissen um die Tragweite Ihrer Einschätzungen. Ihre Aufgabe ist es, klar und unabhängig zu beurteilen, was verantwortbar ist – und was nicht“, so Schaberick.

Zu den besonderen Stationen des Engagements des heute 70-jährigen zählen unter vielen anderen ein mehrwöchiger Auslandseinsatz 1993 im Iran, bei dem Kayß als Einsatzleiter für den Aufbau von drei Flüchtlingslagern verantwortlich war, sowie die Unterstützung im Katastrophengebiet im Raum Euskirchen und Bad Münstereifel nach der Flut 2021.

Neben seinem Engagement im THW war Kayß von 2015 bis Ende 2025 Presbyter der evangelischen Kirchengemeinde Herbede und dort unter anderem als Baukirchenmeister tätig. Die Gemeinde würdigte ihn als verlässlichen Ehrenamtlichen, der Verantwortung übernommen habe – auch in Zeiten, in denen freiwilliges Engagement nicht selbstverständlich sei.

Für seine Verdienste im THW wurde Kayß bereits mit dem Helferzeichen in Gold, dem Helferzeichen in Gold mit Kranz, dem Auslandseinsatz-Ehrenzeichen sowie dem THW-Ehrenzeichen in Bronze ausgezeichnet. Mit dem Verdienstkreuz am Bande würdigt nun auch die Bundesrepublik Deutschland sein langjähriges Wirken für das Gemeinwohl.

„Wer über ein halbes Jahrhundert ehrenamtlich Verantwortung trägt – nachts, an Wochenenden und zusätzlich zu Beruf und Familie –, der prägt unser Gemeinwesen nachhaltig“, betonte der Landrat bei der Feierstunde im Schwelmer Kreishaus.

xity.de
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