Düsseldorf – Einlass ist ab 17.30 Uhr, das Programm startet um 18 Uhr. Gefeiert wird Goethes 277. Geburtstag – in einem besonderen Jahr für das Haus, das 2026 zugleich auf sein 70-jähriges Bestehen zurückblickt.
Für einen Abend stehen das ganze Schloss und der Garten den Besucherinnen und Besuchern offen. Kunst, Literatur, Oper und Performances begegnen sich dabei an unterschiedlichen Orten des Museums. Das Sommerfest gibt zugleich Einblicke in die laufende Jubiläumsausstellung und einen Vorgeschmack auf die kommende Veranstaltungssaison.
Ein Höhepunkt des Abends ist die Eröffnung der Ausstellung „Natur und Geister. 14 zeitgenössische Positionen zu Goethes Idee des Palagonischen“. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Verein Düsseldorf–Palermo e. V. anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Düsseldorf und Palermo. Die Ausstellung bringt 14 zeitgenössische künstlerische Positionen aus Düsseldorf und Palermo zusammen und fragt danach, welche neuen Bilder von Natur, Verwandlung und Fantastik sich aus Goethes Erfahrung heute entwickeln lassen.
Vom Gretchen-Monolog bis zur Schreibmaschinenpoesie
Im Schloss erwartet die Besucherinnen und Besucher ein Programm, das Goethe aus sehr unterschiedlichen Perspektiven in die Gegenwart holt. Das Performance-Duo „erotico inestable“ ist mit „Entoptisch“ zu Gast. Zugleich knüpft die von Gabi Luigs für „the pool“ kuratierte Performance an Goethes Gedicht „Entoptische Farben“ und seine Beschäftigung mit Spiegelungen, Reflexionen und Wahrnehmungsprozessen an.
Hannah Joe Huberty vom Jungen Schauspiel präsentiert einen aus weiblicher Sicht neu gedachten Gretchen-Monolog und eröffnet damit einen heutigen Blick auf eine der bekanntesten Frauenfiguren der deutschen Literatur. In der Reihe „Verweile doch …“ spricht Museumsdirektor Dr. Boris Roman Gibhardt mit Dr. Francesca Fabbri, Kuratorin der aktuellen Jubiläumsausstellung „Aus dem Schatten. Katharina Kippenberg und Frauen der Goethezeit“, über weibliche Perspektiven auf die Romantik und über Frauen, deren Stimmen in der Literatur- und Kulturgeschichte lange weniger sichtbar waren.
Ganz unmittelbar entsteht Literatur bei Luca Thiels Schreibmaschinenpoesie: Museumsgäste geben drei Begriffe vor, aus denen Luca Thiel innerhalb weniger Minuten auf seiner Olivetti-Schreibmaschine ein Gedicht verfasst. Stimmung, Umgebung und die Begegnung mit seinem Gegenüber fließen in den Text ein – jedes Gedicht entsteht nur ein einziges Mal und kann anschließend mitgenommen werden.
Figaro zieht ins Schloss Jägerhof ein
Einen Vorgeschmack auf den Herbst gibt die Komische Oper am Rhein mit einer Szene aus ihrer neuen Produktion „Figaros Stimmen“. Der historische Ort wird dabei selbst zur Bühne: Schloss Jägerhof wurde für den Hof eines Kurfürsten errichtet, 1796 von Revolutionstruppen geplündert und beherbergte 1811 Napoleon.
Beim Sommerfest erklingt zunächst eine Szene im Salon des Erdgeschosses. Ab Oktober bespielt die Komische Oper am Rhein dann das ganze Schloss – ohne klassisches Bühnenbild, der historische Ort selbst wird zum Schauplatz. Düsseldorf-Premiere ist am 10. Oktober 2026, weitere Vorstellungen folgen am 7. und 14. November.
Eine Mystery-Book-Aktion sorgt für eine weitere literarische Überraschung. Im Schloss und rund um den Brunnen im Garten laden zudem kulinarische Angebote zum Verweilen und zu Begegnungen ein. Das Sommerfest ist Teil eines zweitägigen Programms rund um Goethes 277. Geburtstag: Bereits am Mittwoch, 26. August, ist der japanische Schriftsteller Yui Suzuki mit seinem Roman „Gête wa subete wo itta“ (Goethe hat alles gesagt) im Goethe-Museum zu Gast.
Der Eintritt zum Sommerfest beträgt fünf Euro. Karten sind ausschließlich an der Abendkasse erhältlich.




