Düsseldorf beschließt Neugestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes

Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 16. Juli 2026, die Neugestaltung des zentralen Platzes vor dem Hauptbahnhof beschlossen.

Düsseldorf – Durch den gefassten Bedarfsbeschluss kann jetzt die weitere Planung bis zur Realisierungsphase vorangetrieben werden. Zukünftig soll der Konrad-Adenauer-Platz ein attraktiveres Entrée der Landeshauptstadt Düsseldorf werden. Der Komfort und die Sicherheit für alle nutzenden Menschen sollen dort im Mittelpunkt stehen, deswegen soll der Platz übersichtlicher, die Haltestellen barrierefrei und die Sicherheit durch optimierte Sichtachsen erhöht werden.

„Die Neugestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes ist eines unserer komplexesten und facettenreichsten Großprojekte. Es hat nicht nur eine besondere Bedeutung für die vielen Menschen, die die Fläche nutzen, sondern liegt mir auch persönlich sehr am Herzen. Die Vorplanungen und Abstimmungen mit verschiedenen Partnern waren umfangreich. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Funktionalität des Platzes als wichtigen Mobilitätsknotenpunkt deutlich zu verbessern. Gleichzeitig soll die Neugestaltung auch die Aufenthaltsqualität und Attraktivität der Fläche für die Menschen unserer Stadt sowie für unsere nationalen und internationalen Gäste nachhaltig erhöhen“, betont Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller.

Cornelia Zuschke, Beigeordnete für Planen, Bauen, Wohnen, Grundstückswesen und Mobilität fügt hinzu: „In enger Kooperation mit den Projekten der Deutschen Bahn zum Bahnhofsumbau und den Plänen für einen Neubau des Gesundheitsamtes mit ebenerdiger Fahrradgarage, wie auch den Belangen besserer Rheinbahnhaltestellen, wird die Ausführungsplanung nun so vorangetrieben, dass mit den Arbeiten nach Abschluss des Vergabeverfahrens zur Bauausführung im Jahr 2031 begonnen werden kann.“

Die gemeinsamen Vorplanungen an der äußerst vielschichtigen Neugestaltung des Platzes sind von der Landeshauptstadt Düsseldorf und der DB Station&Service AG bereits abgeschlossen worden und in Rahmenvereinbarungen fixiert worden. Sie weisen im Einzelnen für die Verkehrsarten folgende Inhalte auf:

Öffentlicher Personennahverkehr

Auf der gesamten Bahnsteiglänge wird künftig ein barrierefreier, stufenloser Ein- bzw. Ausstieg zwischen Straßenbahn und Bahnsteigkante möglich sein. Durch die Einsehbarkeit der Straßenbahnen auf der gesamten Länge wird eine größtmögliche Sicherheit der Fahrgäste gegeben. Auch die Bus-Haltestellen werden im nordwestlichen und südöstlichen Bereich vollständig barrierefrei ausgebaut. Darüber hinaus wird die Haltestellenanordnung optimiert und die Längen der Haltestellen maximiert. Durch die Neuanordnung der Straßenbahnhaltestellen mit einer klaren Trennung nach Fahrtrichtung, halten die Straßenbahnen zukünftig jeweils vor dem zentralen Fußgängerüberweg in der Achse der Friedrich-Ebert-Straße. Nach dem Fahrgastwechsel fahren die Bahnen mit sehr geringer Geschwindigkeit über die Querungsstelle. So kann ein möglichst hohes Sicherheitsniveau der Querungsstelle für den Fußgängerverkehr erreicht werden, ohne dass dies zu signifikanten Fahrzeitverlusten der Bahnen führt.

Die Bahnsteige werden in einer nutzbaren Länge von jeweils 80 Metern ausgebaut. Das entspricht der doppelten Länge einer üblicherweise in Düsseldorf verkehrenden Straßenbahn. So kann sichergestellt werden, dass zwei hintereinander am Bahnhof ankommende Straßenbahnen an der Haltestelle halten können. Die Bussteige werden ebenfalls in einer Länge von 60 Metern ausgebaut. Dabei können an einem Steig zwei Busse hintereinander halten. Durch die geänderte Anordnung der Haltestellen verringert sich der Flächenbedarf für den Schienenverkehr deutlich. Dieses ermöglicht mehr Fläche zugunsten anderer Nutzungen, wie beispielsweise einen vergrößerten Aufenthaltsbereich. Die Gleiskörper der Rheinbahn werden zur weiteren Begrünung der Platzfläche überall dort als Rasengleise gestaltet, wo diese nicht befahren werden können oder mit beweglichen Weichen ausgestattet sind.

Individualverkehr und Kurzzeitparkplatz

Aufbauend auf den verkehrlichen und gestalterischen Zielen des Wettbewerbs 2018 mit dem Ziel, eine große und qualitativ hochwertige Aufenthaltsfläche auf dem Bahnhofsvorplatz umsetzen zu können, wurden sowohl der Parkplatz für das Kurzzeitparken als auch die Taxistände vom südlichen Teil des Platzes auf den nördlichen Teil verlegt. Das Ziel einer räumlichen Freistellung des Nordeingangs wurde durch eine erhebliche Reduzierung der Anzahl der Parkstände für Kurzzeitparkplätze und damit einer Verkleinerung der Parkplatzfläche erreicht. Die aktuelle Fläche sieht nunmehr 30, statt wie noch im Wettbewerb vorgesehene 75, von DB bewirtschaftete öffentliche Parkstände für das Kurzzeitparken vor. Die Belegung des Kurzzeitparkplatzes ist wie folgt aufgeschlüsselt:

  • 30 bewirtschaftete Stellplätze (Inklusive zwei Behindertenparkstände),
  • drei On-Demand-Parkstände,
  • vier Car-Sharing-Parkstände sowie
  • 13 Taxiplätze.

Für weitere zwölf Taxis sind am Fernbusbahnhof Flächen für Nachrücker untergebracht. Folgende Fahrtrichtungen für den motorisierten Individualverkehr (im Folgenden MIV) stehen zukünftig zur Verfügung:

  • Einfahrt durch die Bismarckstraße in Fahrtrichtung KAP, Ausfahrt über Graf-Adolf-Straße und Harkortstraße (Einrichtungsverkehr),
  • Einfahrt in die Worringer Straße in Fahrtrichtung KAP, Ausfahrt ausschließlich über die Kurfürstenstraße,
  • Ausfahrt aus der Tiefgarage KAP 1 über die Immermannstraße,
  • Einfahrt in die Kürfürstenstraße in Fahrtrichtung KAP als Rechtsabbieger zur Erschließung des Kurzzeitparkplatzes und der Tiefgarage/Ladehof der DB (Linksabbiegen nur für Busse auf den Fernbusbahnhof sowie für Taxis zur Ansteuerung der Flächen für Nachrücker erlaubt);
  • Ausfahrt vom Parkplatz und der Tiefgarage/Ladehof der DB nur über die Kurfürstenstraße, von dort weiter in alle Fahrtrichtungen für MIV und Taxiverkehr. Für Taxiverkehr soll zudem die Ausfahrt zum Worringer Platz freigegeben werden.
  • Durch die dargestellten Reduzierungen der MIV-Fahrbeziehungen wird ein positiver Effekt für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer im Bereich des KAP erzielt, die Flächenverfügbarkeit für Radverkehr, Fußverkehr und ÖPNV sowie gestalterische Elemente erhöht und die Aufenthaltsqualität auf dem KAP insgesamt gesteigert.

Radverkehr

Zum Anschluss des Hauptbahnhofs und anderer relevanter Gebäude wie Zentralbibliothek, Theater Central und neues Gesundheitsamt an das Radhauptnetz sind am Konrad-Adenauer-Platz folgende Umbauten vorgesehen:
Ein Zweirichtungsradweg wird in Längsrichtung (Ausrichtung Nord-Süd), zwischen Graf-Adolf-Straße und Immermannstraße östlich der Straßenbahngleise über den Platz geführt, aber mit entsprechenden Sicherheitseinrichtungen für den intensiven Fußverkehr versehen. Innerhalb der Ausbaugrenzen des Konrad-Adenauer-Platzes erfolgt die Anbindung dieses Zweirichtungsradwegs wie folgt:

  • Ein Abzweig mündet in die Fußgängerzone der Harkortstraße vor den Hotelneubauten, die als Fußgängerzone mit ‚Fahrrad frei‘ ausgestaltet ist.
  • Die Graf-Adolf-Straße wird über einen Anschluss an eine mögliche Radwegeführung angebunden.
  • Die weitere Anbindung des Platzes an die Karlstraße erfolgt über die Fahrradstraße Bismarckstraße und über die Immermannstraße mit jeweils einem Radfahrstreifen in jede Fahrtrichtung.
  • In der Kurfürstenstraße (Bereich der Pausenplätze der Busse) sind aus räumlichen Gründen keine gesonderten Radverkehrsanlagen möglich; Radverkehr kann die Fahrbahn mitbenutzen.
  • Der Zweirichtungsradweg wird vom Konrad-Adenauer-Platz aus weiter parallel zur Einfahrt Ladehof (Empfangsgebäude) DB in Richtung Worringer Straße bis auf Höhe der Kurfürstenstraße fortgesetzt.

Ab der Kurfürstenstraße nutzen die Radfahrenden in Fahrtrichtung Worringer Platz entlang des Fernbusbahnhofs die Fahrbahn. Um die Sicherheit der Radfahrenden dort zu erhöhen, wird der vom Bahnhof kommende Autoverkehr in die Kurfürstenstraße zur Karlstraße hin abgeleitet, so dass die Worringer Straße weitestgehend verkehrsfrei wird und Radfahrende sich die Fahrbahn in Fahrtrichtung Worringer Platz ausschließlich mit Fernbussen und Taxis teilen. In Fahrtrichtung Konrad-Adenauer-Platz werden Radfahrende im selben Abschnitt zwischen der Straßenbahn und dem Fahrstreifen für Mischverkehr auf einem Radfahrstreifen geführt. Mit der Entscheidung für den Standort des Grundstücks Hansahaus (Harkortstraße 2-4/Konrad-Adenauer-Platz 13) wurde auch die Entscheidung zur Realisierung des Gesundheitsamtes und einer ebenerdig erschlossenen, im Erdgeschoss und Untergeschoss untergebrachten Fahrradgarage mit 1.900 Fahrradabstellanlagen getroffen. Auf dem Konrad-Adenauer-Platz sind, verteilt auf die nördliche und südliche Platzhälfte und unmittelbar am Zweirichtungsradweg gelegen, 120 Fahrradstellplätze, 100 Abstellanlagen für Stadträder (Sharingsystem) und 100 E-Scooter vorgesehen.

Fußverkehr

Für die Fußgänger sind folgende Überquerungen der Verkehrswege auf dem Weg vom Bahnhofsgebäude zu den umliegenden Zielen vorgesehen:

  • zwischen Konrad-Adenauer-Platz und Bismarckstraße (vor Gebäude Konrad-Adenauer-Platz 12) mit vorgelagerter Querung des Radweges auf dem Platz,
  • zwischen Haupteingang Empfangsgebäude und Friedrich-Ebert-Straße (beide Straßenseiten) mit vorgelagerter Querung des Radweges auf dem Platz,
  • zwischen Konrad-Adenauer-Platz 1 (Zentralbibliothek) und Immermannstraße sowie
  • zwischen Konrad-Adenauer-Platz 1 und Worringer Straße 142 (Kino) mit Querung der Kurzzeitparkerzufahrt und des Radweges auf dem Platz und
  • zwischen Konrad-Adenauer-Platz 1 (Zentralbibliothek) und Immermannstraße 65 (Immermannhof) mit vorgelagerter Querung des Radweges auf dem Platz.

Aufenthaltsqualität 

Die Freihaltung der südlichen Platzfläche durch Entfall des Parkplatzes für Kurzzeitparker und Taxis vor dem Uhrenturm ermöglicht die Umsetzung einer qualitativ hochwertigen Aufenthaltsfläche. Dort sind zahlreiche Baumpflanzungen sowie Sitzgelegenheiten als einzelne um die Bäume angeordnete Bänke vorgesehen. In der unmittelbaren Nähe des Hauptbahnhofeingangs ist darüber hinaus ein Brunnen geplant, der den Platz nahe dem Haupteingang betont sowie zur Kühlung beiträgt. Auf der nördlichen Platzfläche wird eine Verbesserung der Gestaltqualität insbesondere durch die Baumneupflanzungen in ausgeprägter Qualität sowie die Neuordnung beziehungsweise Minimierung der Stellplätze auf dem Kurzzeitparkplatz und der damit einhergehenden Freistellung des Nordeingangs erreicht.

Kosten

Die Gesamtkosten für die geplanten Freianlagen und Verkehrsanlagen basieren auf einer Kostenschätzung und liege derzeit bei rund 86,52 Millionen Euro, die anteilig von der Rheinbahn und der Landeshauptstadt zu tragen sind. Für die Finanzierung der Maßnahme werden in der weiteren Planung auch Zuwendungen bei Fördermittelgebern beantragt, wozu bereits vorbereitende Vorgespräche stattfanden.

Projekte der DB InfraGO AG 

Die DB plant eine grundlegende Erneuerung des Empfangsgebäudes und einen möglichen Neubau eines Hochhauses mit Tiefgarage und Ladehof. Die derzeit oberirdisch über den Saalbau erfolgende Ver- und Entsorgung des Bahnhofs soll zukünftig zusammen mit der Versorgung des Hochhauses unter dem Vorplatz abgewickelt werden, wodurch der Platz vom Lieferverkehr entlastet wird. Die Rampe des Ladehofes, die in der Worringer Straße liegen wird, teilt sich dieser mit der eingeschossigen Tiefgarage des Hochhauses.

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