Düsseldorf – Um 11:00 Uhr löst die Feuerwehr Düsseldorf alle Sirenen im Stadtgebiet aus. Grund dafür ist der sechste bundesweite Warntag, bei dem jedes Jahr alle zur Verfügung stehenden Warnkanäle getestet werden, um die Bevölkerung im Bedarfsfall informieren zu können.
Neben der Auslösung des städtischen Warnsystems wird das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zeitgleich das modulare Warnsystem (MoWaS) auslösen und darüber auch eine Entwarnung um 11.45 Uhr versenden. Über dieses System können Warnmeldungen gleichzeitig an zahlreiche digitale Kanäle versendet werden. Dazu zählen die Warn-Apps NINA und KATWARN, aber auch Fernseh- und Radiosender sowie digitale Informationstafeln in der ganzen Stadt.
„Im Ernstfall kommt es darauf an, möglichst alle Menschen zu erreichen. Deshalb setzen wir bewusst auf eine Kombination verschiedener Warnmittel“, erläutert David von der Lieth, Leiter der Feuerwehr Düsseldorf. „Durch die regelmäßigen Tests überprüfen wir deren zuverlässige Funktionsfähigkeit und tragen gleichzeitig dazu bei, die Bevölkerung für das richtige Verhalten im Ereignisfall zu sensibilisieren.“
Cell Broadcast
Seit einigen Jahren wird auch ein „Cell Broadcast“ verwendet. Dabei handelt es sich um einen Mobilfunkdienst, mit dem Warnnachrichten direkt auf die Handys der Bürgerinnen und Bürger übertragen werden können. Da für diese Technologie keine zusätzliche Software auf den Endgeräten notwendig ist, können auf diesem Weg besonders viele Menschen erreicht werden. Wer eine Warnmeldung über Cell Broadcast erhält, sollte zusätzlich die Warn-App NINA, einen lokalen Radiosender oder die Internetseiten der Stadt Düsseldorf und der Feuerwehr nutzen, um weitere Informationen zu erhalten.
Sirenensystem
Das Sirenensystem in Düsseldorf verfügt inzwischen über 99 Sirenen und gewährleistet ein flächendeckendes akustisches Warnsignal. Am bundesweiten Warntag wird zu Testzwecken eine bestimmte Tonfolge abgespielt. Begonnen wird dabei um 11 Uhr mit dem Signal „Entwarnung“, ein einminütiger Dauerton. Um 11.06 Uhr folgt das Signal „Warnung“ mit einem auf- und abschwellenden Ton, der ebenfalls eine Minute dauert. Zuletzt wird um 11.12 Uhr erneut das Signal „Entwarnung“ ausgesendet.
Um sicherzustellen, dass alle Bürgerinnen und Bürger durch das akustische Warnsignal erreicht werden können, investiert die Stadt Düsseldorf bis 2029 rund 1,5 Millionen Euro in die Modernisierung des Sirenennetzes. Da heutzutage vermehrt moderne, gut gedämmte Fenster verbaut werden, muss die Reichweite jeder einzelnen Sirene mithilfe einer Schallausbreitungsanalyse genau berechnet werden. Infolge der Analysen werden Anzahl und Schallpegel der Sirenen bedarfsgerecht angepasst.
Rückmeldungen zu den Warnmitteln
Bei der Evaluierung zur Effektivität der Warnmittel ist die Feuerwehr Düsseldorf auf Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen. „Die Rückmeldungen der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer sind für uns von großer Bedeutung“, betont Alexander Vieten, Pressesprecher der Feuerwehr Düsseldorf. „Sie geben uns wertvolle Hinweise darauf, wie unsere Warnmittel in der Praxis wahrgenommen werden und unterstützen uns dabei, unsere Warnstrategie kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern.“
Rückmeldungen können über die Social-Media-Kanäle der Stadt und der Feuerwehr Düsseldorf gegeben werden. Darüber hinaus ist an diesem Tag das Gefahrentelefon unter der Rufnummer 0211-3889889 von 10.45 bis 12 Uhr besetzt. Besonders hilfreich ist dabei eine möglichst präzise Angabe des eigenen Standortes sowie die Information, ob die Sirene im Gebäude oder außerhalb wahrgenommen wurde. Die Feuerwehr bittet darum, die Notrufnummer 112 nur für das Anzeigen von tatsächlichen Notfällen und nicht für Nachfragen zum Probealarm der Sirenen zu nutzen.
Der Bund führt ebenfalls eine großangelegte Bevölkerungsanfrage durch. Rückmeldungen hierzu können direkt online unter www.warntag-umfrage.de an das BBK übermittelt werden.
Amt für Verkehrsmanagement und Rheinbahn sind mit dabei
Nachdem im September 2020 beim ersten bundesweiten Warntag erstmalig die 680 digitalen Anzeigetafeln der Rheinbahn an den Haltestellen sowie die städtischen Verkehrsinformationstafeln des Amtes für Verkehrsmanagement mit Hinweisen zum Sirenenprobealarm bespielt wurden, werden beide Partner auch dieses Mal wieder mit dabei sein. Ab dem Morgen des 10. September werden die Tafeln Hinweise zum Warntag anzeigen. Während der Warnphase des Probealarms wird zudem kommuniziert, dass keine Gefahr besteht. Somit werden nicht nur die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer, die im öffentlichen Personennahverkehr unterwegs sind, informiert, sondern auch die Pendler, die morgens über die verschiedenen Verkehrswege in die Landeshauptstadt mit dem Pkw einfahren.
Verhaltenshinweise Sirenenwarnung
- Ruhe bewahren!
- Informieren Sie sich kontinuierlich über Radio, Fernsehen, Internet und auf den sozialen Netzwerken von Stadt und Feuerwehr sowie über das Gefahrentelefon – hier erhalten Sie konkrete Handlungsempfehlungen.
- Informieren Sie falls nötig ihre Familie, Freunde und Nachbarn.
- Notrufe (112 oder 110) nicht blockieren! Nur im Notfall anrufen.
Mehr Informationen gibt es am Gefahrentelefon 0211-3889889 und auf den Facebook-Seiten der Landeshauptstadt und der Feuerwehr unter www.facebook.com/duesseldorf und www.facebook.com/duesseldorf.feuerwehr
Modulares Warnsystem vom BBK
Bereits seit elf Jahren nutzt die Feuerwehr Düsseldorf das modulare Warnsystem mit den angeschlossenen Warn-Apps vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Damit wird die Bevölkerung nicht nur über bevorstehende Gefahren mit einer sogenannten Push-Benachrichtigung informiert, sondern es werden auch wichtige Handlungsempfehlungen und allgemeine Notfalltipps damit herausgegeben. Mit den Jahren entwickelte das BBK zusätzliche Warnkanäle. Über diesen Warnmittelmix können über die bekannten Warn-Apps, das Fernsehen, das Radio, die Sirenen, Cell Broadcast, die digitalen Stadtinformationstafeln und Fahrgastinformationstafeln durch die Behörden genutzt werden, um die Menschen mit wichtigen Botschaften zu versorgen. Hierbei reichen die Informationen von einem „Weckruf“ bis hin zu detaillierten Handlungsempfehlungen. So ist beispielsweise die Warn-App NINA kostenlos für Android und IOS erhältlich.




