Bundesverdienstorden für vier Düsseldorfer Bürgerinnen

Im Düsseldorfer Rathaus wurden am Mittwoch, 17. Juni 2026, vier Bürgerinnen mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Düsseldorf – Simone Eßer und Eva Schwientek erhalten die Verdienstmedaille, Gertrud Kobarg und Suzanne Oetker-von Franquet das Verdienstkreuz am Bande. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller hat den Geehrten die Auszeichnungen im Rahmen eines Empfangs im Jan-Wellem-Saal überreicht.

Vorschlagsbegründung für Simone Eßer und Eva Schwientek (Auszug)

Simone Eßer und Eva Schwientek haben durch ihr jahrelanges Engagement für ihre inklusive Arbeit mit Kindern mit Down-Syndrom auszeichnungswürdige Verdienste erworben.Zusammen haben die beiden Frauen 2016 die Selbsthilfegruppe „Netzwerk Kleeblatt Düsseldorf Trisomie 21“ gegründet. Seit der Gründung hat sich dieses Netzwerk fortwährend erweitert und ist eine Informations-Anlaufstelle für Familien, die ein Kind mit Down-Syndrom erwarten oder bereits bekommen haben. Sowohl Simone Eßer als auch Eva Schwientek haben ein Kind mit Down-Syndrom. Neben Familienstammtischen und Freizeitaktivitäten organisieren die beiden Frauen den jährlichen „Welt-Down-Syndrom-Tag“. Dabei werden unter dem Motto „Die gute Laune der Natur“ Fotoprojekte und Ausstellungen organisiert und durchgeführt, die Kinder mit Down-Syndrom in ihrer Besonderheit und Liebenswürdigkeit darstellen. Simone Eßer und Eva Schwientek leisten mit ihrem Verein einen wichtigen Beitrag in Düsseldorf dazu, dass das Thema Trisomie 21 und das Leben mit betroffenen Kindern und Familien sichtbar gemacht wird und vor allem vielen anderen Betroffenen eine wichtige selbstorganisierte Anlauf- und Vernetzungsstelle angeboten werden kann. Darüber hinaus engagieren sich Simone Eßer und Eva Schwientek als Dozentinnen in Form einer Kooperation mit dem Träger „efa“ und führen für diesen auch Familienbildungsangebote durch. Beide wurden 2023 mit dem Martinstaler der Stadt Düsseldorf geehrt.

Vorschlagsbegründung für Gertrud „Gerti“ Kobarg (Auszug)

Gertrud „Gerti“ Kobarg hat durch ihr langjähriges Engagement im familienpolitischen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Sie ist Mutter von drei Kindern. Bis zu ihrem Renteneintritt war sie als Arztsekretärin tätig. Seit vielen Jahren engagiert sie sich im Verein Spielen und Leben in Bilk e. V., seit 2007 ist sie dessen Erste Vorsitzende. Der Verein wurde 1985 gegründet und ist Träger der „Spieloase“ an der Brunnenstraße. In Kooperation mit dem Jugendamt der Landeshauptstadt Düsseldorf entstand seither ein nachbarschaftlicher Kinder- und Familientreff mit zahlreichen Gelegenheiten zur generationenübergreifenden Freizeitgestaltung für Kinder, Eltern und Großeltern im Rahmen verschiedenster Projekte. Dazu gehört unter anderem ein Leseclub, in dem Seniorinnen Schulkindern vorlesen, seit neuestem auch in Begleitung eines Therapiehundes. In der Zeit ihres Engagements hat der Verein nicht nur die Nutzung einer brachliegenden Gewerbefläche für die Einrichtung umgesetzt, sondern auch den Umbau des Spielhauses mit der Herrichtung einer neuen Cafeteria im Obergeschoss und eines großen Mehrzweckraumes im Untergeschoss initiiert und begleitet. Die verschiedenen Abstimmungen mit der Fachverwaltung, Planungsbüros, Bauleitungen und den Vereinsmitgliedern konnte Frau Kobarg durch ihr herausragendes Engagement meistern und hat dafür in großem Umfang ehrenamtliche Arbeitszeit eingesetzt. Zudem wird seit mehreren Jahrzehnten das Floraparkfest als Stadtteil-, Quartiers- und Nachbarschaftsfest im Floragarten im Stadtteil Unterbilk durchgeführt. Es bietet zahlreiche Attraktionen, sowohl für Kinder und Familien als auch ein generationen-übergreifendes Musikprogramm. Die Veranstaltung wird seit vielen Jahren von einem Organisationsteam, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von teilnehmenden Vereinen beziehungsweise Verbänden sowie der Bezirksverwaltungsstelle 3, unter Federführung des Vereins Spielen und Leben in Bilk e.V. durchgeführt und von der Bezirksvertretung 3 (Oberbilk, Unterbilk, Bilk, Friedrichstadt, Hafen, Hamm, Flehe, Volmerswerth) finanziell unterstützt.

Nachdem Gerti Kobarg auch dort bereits viele Jahre beteiligt war, übernahm sie nach dem Rückzug der bisherigen Organisatorin aus dem Planungskomitee im Jahr 2015 die Leitung. Auch an dieser Stelle setzt sie umfangreiche ehrenamtliche Arbeitsstunden ein, um den immer komplexer werdenden Anforderungen an eine solche Veranstaltung gerecht zu werden. Darüber hinaus begleitet Gerti Kobarg aktiv die Arbeit der Bezirksvertretung 3 und zeigt als Gast in fast jeder Sitzung und Veranstaltung der Bezirksvertretung Präsenz, um im Sinne ihres Vereins die kommunalpolitische Entwicklung im Blick zu behalten und Kontakte zu pflegen. Des Weiteren ist Kobarg im Vorstand der Bilker Heimatfreunde e.V. tätig und verantwortet dort die Redaktion der monatlich erscheinenden Zeitschrift „Bilker Sternwarte“, eine Stadtteil-Zeitung, die in Bilk seit vielen Jahren gerne gelesen wird. Gertrud Kobarg wurde 2023 für ihr ehrenamtliches Engagement mit dem Martinstaler der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet.

Vorschlagsbegründung für Suzanne Oetker-von Franquet (Auszug)

Suzanne Oetker-von Franquet hat durch ihr langjähriges Engagement, vor allem im sozialen Bereich, auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Sie ist Mitbegründerin der BürgerStiftung Düsseldorf. Dort wird auf vielfältige Weise geholfen, sei es durch Zeit, also durch persönliche Zuwendung und Beratung, sei es mit Geld. Die BürgerStiftung Düsseldorf greift überall dort ein, wo konkrete, schnelle und unbürokratische Hilfe gebraucht wird. Oetker-von Franquet war zunächst von 2006 bis 2017 Vorstandsvorsitzende und gehört seit 2017 dem Stiftungsrat an, dessen Vorsitzende sie seit 2019 ist. Zu ihren ehrenamtlichen Aufgaben, die aufgrund einer geringen Anzahl von Mitarbeitern ein hohes zeitliches Maß beanspruchen, gehören die Vorbereitung der jährlichen Sitzungen des Stiftungsrates, das Controlling, die interne Weiterentwicklung der Stiftung sowie auch die Gewinnung von neuen Stiftern und das Einwerben von Spenden. Daneben hat sie auch alle repräsentativen Aufgaben für die Stiftung wahrgenommen und kümmert sich ebenfalls um sämtliche rechtliche Belange. Im Rahmen ihres Engagements hat sie immer wieder eine Vielzahl sinnvoller Projekte vorgeschlagen, selbst initiiert und umgesetzt. So konnte nicht nur vielen Menschen auf unterschiedlichste Weise geholfen werden, es gelang auch den Bekanntheitsgrad der Stiftung zu erhöhen und dadurch neue Stifter und Spender zu gewinnen. Darüber hinaus ist Suzanne Oetker-von Franquet seit Jahrzehnten dem „Haus der Talente“ verbunden, anfangs als Beiratsmitglied und seit der Umwandlung in eine selbständige Stiftung bis heute als Kuratoriumsmitglied. Dabei zeichnet sie sich sowohl in finanziellen und organisatorischen als auch in inhaltlichen Fragen der Begabtenförderung durch hohe Kompetenz und Hartnäckigkeit aus. Sie setzt sich in hohem Maß für die Förderung von Talenten im Bildungsbereich ein und legt insbesondere Wert auf die Förderung von Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien.

Überdies engagiert sich Suzanne Oetker-von Franquet beim Projekt „Herzwerk aktiv gegen Armut im Alter“ des DRK. Durch dieses spendenfinanzierte Projekt werden alte Menschen unterstützt, die in Armut und Einsamkeit leben. Die gesammelten Gelder kommen den bedürftigen Senioren zugute. So ermöglicht Herzwerk ihnen beispielsweise die Teilnahme am kulturellen Leben, übernimmt die Kosten für die Anschaffung wichtiger Haushaltsgeräte, von Kleidung oder einer neuen Brille. Auch Arztkosten oder eine notwendige Taxifahrt werden dadurch abgedeckt. Die Hilfsbedürftigen benötigen jedoch nicht nur monetäre Hilfe, denn oft ist auch Einsamkeit für sie schmerzhafte Realität. Insbesondere mobil eingeschränkte Senioren sind oft benachteiligt. Deshalb können mit einer Patenschaft und ehrenamtlichem Engagement Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger nicht nur Geld- und Sachspenden weitergeben, sondern auch wertvolle Zeit schenken. Oetker-von Franquet ist seit der Gründung im Jahre 2009 ununterbrochen als Kuratoriumsmitglied tätig. Sie nimmt regelmäßig an Kuratoriumssitzungen teil und bringt sich durch ihre langjährige ehrenamtliche Erfahrung und beste Kontakte mit zahlreichen Ideen in die Arbeit von Herzwerk ein. Insbesondere ihr Verständnis für die Außendarstellung und Spendenakquisition ist dabei sehr hilfreich. Außerdem repräsentiert sie das Projekt bei diversen Veranstaltungen und spendet auch selbst regelmäßig.
Die von Suzanne Oetker-von Franquet mitbegründete BürgerStiftung Düsseldorf erhielt die Auszeichnung „Düsseldorfer des Jahres“ im Jahr 2016.

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