Düsseldorf – Am Mittwoch, 8. April 2026, sind erste Einzelteile von zwei neuen Axialventilatoren angeliefert worden. Mithilfe eines Krans wurden diese durch eine zweieinhalb mal zwei Meter große Luke in den Tunnel eingebracht und dort in einem schmalen Schacht montiert. Darüber hinaus wird an der Modernisierung der Beleuchtung im Tunnel gearbeitet und rund 33.000 Quadratmeter Asphalt werden erneuert. Auch reguläre Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten werden vorgenommen.
Gearbeitet wird in Schichten. In den ersten Tagen seit der Tunnelsperrung waren zeitweise bis zu 27 Fachkräfte gleichzeitig im Betriebsgebäude und im Tunnel im Einsatz. Dabei kamen unter anderem Kräne, Asphaltfräsen, Kehrmaschinen, Hebebühnen, Hubsteiger, Lkw und diverse andere Klein- und Großgeräte zum Einsatz.
„Eine besondere Herausforderung bei einer Baustelle dieser Größe ist es, alle vor Ort tätigen Fachfirmen zu koordinieren. Auch auf die gebotene Vorsicht und Rücksichtnahme bei den Arbeiten müssen wir achten“, erklärt Klaus Marliani, Sachgebietsleiter im Amt für Brücken-, Tunnel- und Stadtbahnbau.
Zeitversetzt sind insgesamt elf Gewerke an den Arbeiten im Tunnel beteiligt:
- Metallbau- und Elektroinstallation zur Erneuerung der Axialventilatoren,
- Kabelverlegung,
- Austausch der Niederspannungshauptverteilung,
- Austausch der Transformatoren,
- Einbindung der Axialventilatoren in die Steuerungs- und Automatisierungstechnik,
- Elektroarbeiten an der Beleuchtung,
- Bauwerksprüfungen im Tunnel,
- Asphaltarbeiten,
- Verkehrstechnik,
- Entwässerungstechnik sowie
- Wartungsarbeiten an der Tunnelbetriebstechnik.
Erneuerung der Axialventilatoren
Anlass für die Erneuerung von zwei der insgesamt fünf Axialventilatoren ist eine Aktualisierung des Sicherheitskonzeptes für den Brandfall bei einem Stau im Tunnel. Dieses schreibt die zwingend erforderliche Anpassung der abzusaugenden Luftmengen für den Brandfall vor.
Die neuen Ventilatoren werden in Einzelteilen per Lkw aus Norddeutschland nach Düsseldorf geliefert. Sie wurden im Vorfeld gemäß den Spezifikationen der Ausschreibung getestet.
Fräsarbeiten abgeschlossen
Die Arbeiten zum Abfräsen des abgenutzten Asphaltes im Tunnel wurden am Donnerstag, 2. April, abgeschlossen.
Asphaltarbeiten laufen
Im Anschluss an die Fräsarbeiten haben die Arbeiter mit dem Aufbringen des neuen Gussasphalts begonnen. Dabei handelt es sich um eine speziell für Tunnel geeignete Mischung. Insgesamt rund 33.000 Quadratmeter Asphalt müssen aufgebracht werden und anschließend abkühlen und aushärten. Dies geschieht sowohl in der Unterfahrung Gladbacher Straße, im Rheinufertunnel als auch auf kleineren Flächen auf der Strecke dazwischen und vor dem Rheinufertunnel. Gearbeitet wird in der Nacht.
Austausch der Beleuchtung
Rund 900 neue Leuchten unterschiedlicher Leistung werden im Tunnelbauwerk ausgetauscht. Obwohl die vorgeschriebene Beleuchtungsstärke aus Sicherheitsgründen erhöht worden ist, werden nach dem Austausch rund 200.000 Kilowattstunden pro Jahr eingespart. Dies entspricht einer jährlichen Kostenersparnis von etwa 50.000 bis 80.000 Euro – abhängig von der weiteren Entwicklung der Strompreise.
Weitere Arbeiten und Gesamtkosten
Weiterhin nehmen Fachleute Bauwerksprüfungen und Arbeiten an der Tunnelbetriebstechnik vor. Die erwarteten Gesamtkosten für den Austausch der Axialventialatoren betragen rund 4,5 Millionen Euro.
Verkehrliche Auswirkungen
Der Stresstest aufgrund der Rheinufertunnelsperrung verlief laut dem Verkehrsmanagement in den ersten Tagen seit der Sperrung des Rheinufertunnels weitgehend positiv. So stellte sich die Stausituation zu Beginn als weniger problematisch als erwartet dar. Auf den wesentlichen Streckenabschnitten der Umfahrungsstrecken gab es Fahrzeitverlängerungen zwischen zwei und maximal vier Minuten. Punktuell haben die Verkehrsmanager aufgrund eines stockenden Verkehrsflusses bereits Optimierungen an Signalschaltungen bei Ampeln vorgenommen. Die im Verkehrsmanagement tätigen Mitarbeiter der Landeshauptstadt beobachten weiterhin den Verkehrsfluss engmaschig. Mit dem städtischen Benchmarksystem werden täglich die Auswirkungen der Sperrung beobachtet und ausgewertet. So können möglichst kurzfristig besondere Problemstellen identifiziert und Anpassungen vorgenommen werden. Nach dem Ende der Osterferien rechnen die Fachleute mit spürbareren Beeinträchtigungen aufgrund höheren Verkehrsaufkommens. Daher gilt weiterhin die Empfehlung an alle Verkehrsteilnehmenden mit Ziel Düsseldorf, einen Zeitpuffer bei der An- und Abfahrt einzuplanen oder, wenn möglich, Bus und Bahn, P+R-Angebote sowie alternativ auch das Fahrrad zu nutzen.




