Virtuose Klänge auf dem Hanauer Hauptfriedhof

Die Veranstaltungsreihe „Kultur auf den Hanauer Friedhöfen" geht in die nächste Runde.

Hanau – Am Sonntag, 20. September 2026, ist das Quartett Bohème der Neuen Philharmonie Frankfurt auf dem Hanauer Hauptfriedhof zu Gast. Ab 11:00 Uhr erwartet die Besucherinnen und Besucher ein Klang-Erlebnis, bei dem Kammermusik auf Gipsy-Swing, Jazz und Klezmer trifft.

Das Quartett interpretiert bekannte Klassiker auf neue Weise. Mit Violine, Viola, Gitarre und Kontrabass entsteht dabei ein abwechslungsreicher Klang zwischen klassischer Kammermusik und den rhythmischen und melodischen Einflüssen verschiedener Musikrichtungen. Je nach Wetter findet das Konzert in oder vor der Trauerhalle des Hauptfriedhofs (Birkenhainer Straße 2) statt, Beginn ist um 11 Uhr.

„Musik kann an einem Ort der Ruhe und des Gedenkens eine ganz besondere Wirkung entfalten. Genau diese Verbindung macht den Reiz unserer Veranstaltungsreihe aus“, sagt Stadträtin Isabelle Hemsley. „Das Quartett Bohème bringt ein außergewöhnliches musikalisches Programm nach Hanau und lädt dazu ein, den Hauptfriedhof einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben.“

Die Reihe „Kultur auf den Hanauer Friedhöfen“ schafft seit 2021 Raum für Konzerte, Lesungen und Ausstellungen an besonderen Orten. Dabei sollen die Friedhöfe als Orte der Trauer und des Gedenkens ebenso wie als grüne Rückzugsorte und kulturelle Begegnungsräume erfahrbar werden. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe durch den städtischen Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS). Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Zum Abschluss der diesjährigen Reihe „Kultur auf Hanauer Friedhöfen“ steht am Freitag, 30. Oktober, eine Lesung mit der Theologin Svenja Neumann unter dem Titel „Besser nicht totschweigen“ auf dem Programm. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Midwood Train.

Zusätzliche Angebote auf dem Hauptfriedhof

Auch eine besondere Postkartenaktion der Citypastoral Hanau lädt an diesem Tag zum Innehalten und Erinnern ein. So liegen kostenfreie Postkarten mit Vergissmeinnicht-Samen aus, die mit persönlichen Gedanken an einen verstorbenen Menschen beschriftet und anschließend zuhause oder, falls vorhanden, am Grab eines Verstorbenen in der Erde vergraben werden können.  Aus der Karte können schließlich Vergissmeinnicht wachsen und so auf besondere Weise an einen geliebten Menschen erinnern.

Am 20. September öffnet außerdem die Seitzsche Kapelle auf dem Hauptfriedhof ihre Türen. Die eindrucksvolle, unter Denkmalschutz stehende Grabkapelle entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts und verbindet neuromanische Architektur mit der ursprünglichen Idee eines repräsentativen Grufthauses und Andachtsraums. Nach ihrer Sanierung durch den städtischen Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) 2019 beherbergt die Kapelle heute ein innenliegendes Kolumbarium. Charakteristische Elemente wie das Quadermauerwerk, die bleigefassten Farbglasfenster, die gewölbte Holzdecke und die bronzene Eingangstür machen das Bauwerk zu einem besonderen Bestandteil des Hauptfriedhofs. Die Öffnung erfolgt nachträglich zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals am 13. September und bietet Interessierten die Gelegenheit, die Kapelle und ihre Geschichte kennenzulernen.

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