Krefeld: Osthaus-Design-Lab im Kaiser-Wilhelm-Museum

Bitte nicht anfassen - das kennen Museumsbesucher. Bitte mitmachen, heißt es allerdings im Studio 2 des Kaiser-Wilhelm-Museums in Krefeld.

Krefeld – „Wir geben hier unseren Besuchern die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und sich, angeregt durch unsere Ausstellungen, gestalterisch selbst einzubringen“, sagt Katia Baudin, Leiterin der Kunstmuseen Krefeld. So soll es auch in der aktuellen Ausstellung „Die große Verführung. Karl Ernst Osthaus und die Anfänge der Konsumkultur“ sein. Wie diese schöne, bunte Reklame-Warenwelt die Menschen zum Konsum verlockte und verlockt, sehen die Besucher in der zweiten Etage des Hauses am Joseph-Beuys-Platz. Der Kunstgenuss soll hier zudem zur eigenen Gestaltungskraft verführen. Dafür wurde ein Stockwerk tiefer im Studio 2 das „Osthaus-Design-Lab“ eingerichtet. Dort fließen die gesammelten Anregungen in fünf Schritten in ein selbst gestaltetes Werbeplakat ein – ein kurzweiliger Spaß für alle Altersgruppen.

Besucher können auf Muster und Vorlagen aus der Designsammlung zurückgreifen

„Man betritt den Raum und geht zuerst einkaufen“, sagt Baudin. Turnschuhe, Tennisbälle, Zauberwürfel, Schalplatten stehen in einem Regal aus Pappkartons – ein Warenangebot als Mix für die Generationen Teenager bis Senioren. Nachdem man sich für einen Gegenstand oder ein Produkt entschieden hat, geht es los. „Jeder, der kommt, hat die Chance, sich zu beteiligen. Man kann alles selber machen“, betont Kunstvermittler Thomas Janzen. Das Objekt wird mit einem Tablet fotografiert. Inspiration zur Plakatgestaltung bietet „Die große Verführung“. Die Besucher können auf eine Vielzahl an Mustern und Vorlagen aus der in der Ausstellung gezeigten Designsammlung zurückgreifen. Diese sind in einem Grafikprogramm auf dem Tablet hinterlegt. Typische Farbcodes, Schriftarten und Motive des frühen 20. Jahrhunderts können so mit Produkten der heutigen Warenwelt kombiniert werden. Mit welchem Slogan oder Schlagworten die Produkte beworben werden, hier werden der Fantasie keine Grenzen gesteckt.

Im vergangenen Sommer haben die Planungen für das „Osthaus-Design-Lab“. Konzeption und Realisation des Raumdesigns sowie des digitalen Vermittlungsangebots für das Osthaus-Design-Lab haben Designerin Julia Timmer, Medien- und Webdesigner Magnus Brühl zusammen mit Kunstvermittlerin Eva Caroline Eick von den Kunstmuseen Krefeld entwickelt. „Uns ist wichtig, dass es Spaß macht“, so Eick. Und das Konzept funktioniert. „Wir haben inzwischen so viele Entwürfe, die können wir im Studio 2 nicht alle aufhängen“, freut sich die Kunstvermittlerin. Eine Auswahl werde in einer Online-Galerie auf der Website der Kunstmuseen präsentiert. Die eigenen Plakate können selbstverständlich nach Hause mitgenommen werden.

Angebot im Studio 2 ist kostenfrei

Das Angebot im Studio 2 ist kostenfrei. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben freien Eintritt in die Krefelder Museen. „Als Bürgermuseum bieten wir so allen Menschen eine Plattform zum kreativen Austausch und zur kulturellen Teilhabe“, so Baudin. Das nächste interaktive Projekt im Studio 2 entsteht zum Jahresende thematisch zur Ausstellung „Visionäre Räume. Friedrich Kiesler trifft Walter Pichler“. In der Zwischenzeit gibt es verschiedene Angebote im Studio 2. Außerdem werden Ergebnisse aus unterschiedlichen Projekten, die zum Teil in Stadtteilen stattfinden, im Studio 2 präsentiert, das auch als Ausstellungsort dient. Weitere Informationen stehen unter www.kunstmuseenkrefeld.de. Die Kunstmuseen sind eine Kultureinrichtung der Stadt Krefeld.

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