Goethe-Museum Düsseldorf zeigt „Aus dem Schatten“

Das Goethe-Museum im Schloss Jägerhof zeigt ab Mittwoch, 3. Juni 2026, die Sonderausstellung "Aus dem Schatten".

Düsseldorf – Anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Goethe-Museums und des 150. Geburtstags von Katharina Kippenberg zeigt die Ausstellung Frauen der Goethezeit und der Romantik, die lange im Schatten der Überlieferung standen.

Schriftstellerinnen, Künstlerinnen, Übersetzerinnen, Journalistinnen und Unternehmerinnen treten mit poetischen Werken, visionären Bildwelten sowie emanzipatorischen Texten und politischen Debatten hervor. Werkmanuskripte, Briefe, Porträts und Bücher – darunter zahlreiche unbekannte und erstmals gezeigte Objekte – werden systematisch erschlossen und neu kontextualisiert. So eröffnet die Ausstellung neue Perspektiven auf die Kippenberg-Sammlung, eine der weltweit bedeutendsten literarischen Privatsammlungen.

Einen besonderen Bezugspunkt bildet Katharina Kippenberg (1876–1947), deren 150. Geburtstag im Jahr 2026 Anlass der Ausstellung ist. Als Herausgeberin, Literatin und Mitgestalterin des Insel-Verlags prägte sie das literarische Leben ihrer Zeit wesentlich. Mit ihrem weitreichenden Netzwerk förderte sie die Sichtbarkeit von Autorinnen und öffnete den Verlag für neue literarische Strömungen. Bereits 1914 kuratierte sie auf der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik in Leipzig die Abteilung „Die Frau im Buchgewerbe“ – ein frühes Zeugnis ihres Engagements für Frauen im Verlagswesen und in der Buchkultur. Ihr Wirken blieb lange unterschätzt und erfuhr erst spät öffentliche Anerkennung. Mit der Ausstellung verbindet das Goethe-Museum erstmals die Geschichte Katharina Kippenbergs mit einer breiteren Perspektive auf weibliche Autorschaft, kulturelle Netzwerke und Formen weiblicher Teilhabe um 1800 und darüber hinaus.

Die Ausstellungseröffnung findet am Mittwoch, 3. Juni 2026, um 17 Uhr statt. Um 17.30 Uhr führt das Kuratorinnen- und Kuratorenteam in einem Podiumsgespräch in die Ausstellung ein. Die offizielle Eröffnung folgt um 18.30 Uhr mit einer Begrüßung durch Dr. h.c. Anne-José Springorum, Vorsitzende des Kuratoriums der Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung, und Grußworten von Clara Gerlach, Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Düsseldorf, und Miriam Koch, Beigeordnete für Kultur, Integration und Gesundheit.

Impulse zur Ausstellung geben Dr. Francesca Fabbri, kuratorische Leiterin der Ausstellung, und PD Dr. Boris Roman Gibhardt, Direktor des Goethe-Museums und Vorstand der Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung. Begleitet wird der Abend durch einen künstlerischen Beitrag des Jungen Schauspiels. Die Teilnahme an der Eröffnung ist kostenfrei.

Die Ausstellung ist vom 4. Juni bis zum 6. Dezember 2026 im Goethe-Museum zu sehen. Ergänzt wird sie durch eine Präsentation der Initiative #BreiterKanon, die Fragen nach der Sichtbarkeit von Autorinnen und Übersetzerinnen in Literatur- und Verlagsgeschichte aufgreift. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Konzerten, Vorträgen, Gesprächen und einem Poetry Slam vertieft die Themen der Ausstellung. Zu den Höhepunkten zählen die europäische Erstaufführung bislang unbekannter Lieder Bettina von Arnims am 8. Juli sowie die Abendvorträge der neuen Reihe Katharina Kippenberg Lecture am 23. Juli und 20. Oktober im Goethe-Museum. In Kooperation mit der Heinrich-Heine-Universität entstehen im Projekt „Unboxing Goethe/Kippenberg“ zudem studentisch kuratierte Ausstellungsstationen, die ab dem 24. Juli den Parcours erweitern und neue Perspektiven auf die Sammlung eröffnen.

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