Fabrik Heeder soll in mehreren Phasen saniert werden

Eine entsprechende Planung legt das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) am Mittwoch, 9. September 2026, im Betriebsausschuss vor.

Krefeld – Demnach soll die Studiobühne I, die vom Stadttheater, vom Kresch und vom Kulturbüro genutzt wird, ab März 2028 zunächst wieder für ein gutes Jahr bespielbar sein. Die dafür notwendigen Umbauarbeiten zur Aufnahme des Theaterbetriebs sollen ab dem kommenden Frühjahr erfolgen. Es handelt sich um punktuelle Eingriffe in die Bausubstanz, die unter anderem den Brandschutz ertüchtigen sollen. Danach sind neben der Bühne auch das Foyer, die WC-Anlagen, der Backstage-Bereich und die Lagerflächen vorübergehend wieder nutzbar.

120 Jahre altes Gebäude wird rundum saniert

Nach den Plänen des ZGM soll dann in einem zweiten Schritt im Herbst 2029 die notwendige Generalsanierung des Gebäudes Heeder I beginnen. Dafür müssen alle Bereiche inklusive der Studiobühne I erneut leergezogen werden. Ausnahmen gelten nur für den Theaterfundus und die Lagerflächen im Untergeschoss. Im Lauf von rund anderthalb Jahren soll das 120 Jahre alte Gebäude rundum saniert werden. Danach stehen neben der Studiobühne samt Backstage-Bereich auch der Restaurantbetrieb, die Räume des Bürgerbüros und die weiteren Büros, Säle und Probebühnen wieder dauerhaft zur Verfügung.

Im Sommer 2025 mussten weite Teile der Fabrik Heeder aufgrund von technischen und baulichen Mängeln geschlossen werden. Der Gebäudeteil Heeder II mit der dortigen Studiobühne war schnell wieder nutzbar, aber im wesentlich älteren Bau Heeder I erwies sich der Sanierungsstau als gravierend. Seither wurde bereits fortlaufend im Gebäude gearbeitet, unter anderem an den Trinkwasserleitungen sowie im Bereich Brandschutz und Belüftung. Der für das Theater wichtige Fundus konnte daraufhin bereits wieder freigegeben werden.

Parallel wurde geprüft, wie die notwendige Generalsanierung in Abstimmung mit den vielfältigen Nutzern des Gebäudes laufen kann. Als Zwischenschritt wird nun eine zweite Bauphase vorgeschlagen, die den Theaterbetrieb auf der Studiobühne I zwischen März 2028 und Sommer 2029 wieder ermöglichen soll. Die Probebühnen des Stadttheaters verbleiben in der Turnhalle Wehrhahnweg. Auch der Restaurantbetrieb der „Kulisse“ wird durchgehend ruhen. Das Bürgerbüro zieht ins Rathaus Fischeln, die Kulturverwaltung in den Gebäudeteil Heeder II.

Aufwändige Eingriffe in Gebäudetechnik

Für die Generalsanierung ab 2029, die nun detailliert geplant werden soll, hat sich das ZGM einiges vorgenommen. Zu den Maßnahmen gehören der Einbau einer vollwertigen Küche in das Restaurant, die Modernisierung der Besuchertoiletten, die Umgestaltung des Bürgerbüros, der Verwaltungsräume und Säle. Über der Studiobühne I wird das Glasdach erneuert, auch das gesamte Holztragwerk des Daches wird saniert. Aufwändig sind vor allem die Eingriffe in die Gebäudetechnik wie die Erneuerung der Trinkwasser- und Abwasserleitungen, der Heizungsanlage, der Lüftung und der Elektroinstallation. Auch die rund 40 Jahre alten Fahrstühle werden ersetzt. Zudem soll die Entwässerung des Gebäudes erneuert werden.

Wenn die Politik der vorgeschlagenen Planung zustimmt, werden aktuell Kosten von rund 3,3 Millionen Euro für die nächste Bauphase und die Planung der Generalsanierung fällig. Eine grobe Schätzung des Gesamtaufwands bis Ende 2030 ergab Kosten von etwa 15 Millionen Euro. Im Anschluss wäre die Heeder als zentrales Kulturzentrum der Stadt Krefeld rundum erneuert. In der ehemaligen Tapeten- und Wachstuchfabrik, die 1906 erbaut und 1950/1951 erweitert wurde, finden seit Ende der 1980er-Jahre unter anderem das Kresch-Theater, die Reihen des Kulturbüros und die Studiostücke des Theaters Krefeld-Mönchengladbach eine Heimat. Neben den zwei Bühnen sind in dem Gebäude Säle, Probebühnen, eine Gaststätte, eine Wohnung, Büros, Sozial- und Aufenthaltsräume untergebracht. Im Keller befindet sich der Kostümfundus des Theaters.

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