Ostparkweiher in Düsseldorf wird ökologisch aufgewertet

Der Ostparkweiher in Düsseldorf wird in den kommenden Monaten umfassend ökologisch aufgewertet.

Düsseldorf – Der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Stadtökologie, Abfallmanagement und Bevölkerungsschutz hat am 22. Juni die Ausführung des Projekts „Sicherstellung des Wasserstandes im Ostparkweiher“ beschlossen. Im Mittelpunkt steht die Entschlammung des Weihers und die Herstellung eines dauerhaft wasserführenden, tieferen Bereichs. Damit soll der ökologisch kritische Zustand des Gewässers nachhaltig verbessert werden.

„Mit der Entschlammung schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass der Ostparkweiher auch bei künftig niedrigen Wasserständen seine wichtige ökologische Funktion erfüllen kann. Die Arbeiten sind ein großer Schritt nach vorn. Uns ist zugleich wichtig, die Auswirkungen auf die Besucherinnen und Besucher des Ostparks so gering wie möglich zu halten“, sagt Umweltdezernent Jochen Kral.

Bauarbeiten starten im Oktober

Die vorbereitenden Arbeiten beginnen bereits Anfang September. Dazu gehören unter anderem der erforderliche Rückschnitt von Vegetation im Arbeitsbereich, Artenschutzmaßnahmen und die Einrichtung der Baustelle. Die eigentliche Entschlammung und Teilvertiefung des Weihers ist von Anfang Oktober bis Ende Januar 2027 vorgesehen. Der Zeitraum ist durch das Artenschutzgutachten vorgegeben, da die betroffenen Artengruppen in diesen Monaten wenig oder außerhalb des Gewässers aktiv sind. Eine ökologische Baubegleitung durch ein Umweltplanungsbüro stellt während der Arbeiten zusätzliche Schutzmaßnahmen sicher.

Vor Beginn der Entschlammung werden Teichmuscheln, die dem Entschlammungsgerät nicht ausweichen können, eingesammelt und innerhalb des Weihers vorübergehend in Körben geschützt untergebracht. Rund fünf Prozent der Gewässersohle bleiben von der Entschlammung ausgenommen, um so die Wiederansiedlung besonders schützenswerter Arten zu unterstützen.

Für die Entnahme des Schlamms kommen Boote sowie gegebenenfalls auch Amphibienfahrzeuge zum Einsatz. Der Schlamm wird über eine schwimmende Leitung aus dem Weiher gepumpt, außerhalb des Gewässers mechanisch entwässert und anschließend abtransportiert. Nach Abschluss der Arbeiten werden die Baustelleneinrichtungen zurückgebaut und die in Anspruch genommenen Parkflächen denkmalgerecht wiederhergestellt. Die Wiederherstellungsarbeiten sind für Februar und März kommenden Jahres vorgesehen.

Welche Einschränkungen gibt es im Ostpark?

Während der Bauarbeiten müssen die gewässernahen Parkbereiche westlich der großen zentralen Wiese einschließlich des Bereichs der Baustellenzufahrt von der Zweibrückenstraße für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Die übrigen Bereiche des Ostparks bleiben zugänglich.

Nachhaltige Verbesserung für das Gewässer

Der Ostparkweiher weist derzeit eine im Mittel rund 30 Zentimeter starke Schlammschicht auf. Gleichzeitig fehlen ausreichend tiefe und dauerhaft wasserführende Bereiche. Bei niedrigen Wasserständen stehen den im Wasser lebenden Organismen deshalb kaum geeignete Rückzugsräume zur Verfügung. Mit der Maßnahme wird zentral ein deutlich tieferer Bereich geschaffen, dessen Sohle rund einen Meter unterhalb der bisherigen Gewässersohle liegt. Die größere Wassertiefe soll auch künftig bei niedrigen Grundwasserständen einen Rückzugsraum für die aquatische Flora und Fauna bieten. Naturnahe Flachuferbereiche und Initialpflanzungen ergänzen die ökologische Aufwertung.

Förderung deckt Großteil der Kosten

Die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf voraussichtlich 1,51 Millionen Euro. Davon übernimmt der Bund über das Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz – ländlicher Raum“ (ANK-LK) eine Förderung von 942.574 Euro.

Mit der Maßnahme investiert die Stadt Düsseldorf damit nicht nur in die Zukunft des Ostparkweihers, sondern zugleich in die biologische Vielfalt und die Klimaanpassung im öffentlichen Raum. Nach Abschluss der Arbeiten soll der Weiher dauerhaft widerstandsfähiger gegenüber niedrigen Wasserständen sein und wieder bessere Lebensbedingungen für seine charakteristische Tier- und Pflanzenwelt bieten – dazu gehören etwa die Armleuchteralge (Chara ceae), eine bedrohte Art der Roten Liste, die Große Teichmuschel (Anodonta cygnea), Bitterling (Rhodeus amarus), Schleie (Tinca tinca) und Hecht (Esox lucius).

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