Düsseldorf – Der japanische Schriftsteller Yui Suzuki stellt seinen preisgekrönten Roman „Gête wa subete wo itta“ (Goethe hat alles gesagt) vor. Die Lesung und das anschließende Gespräch geben erstmals in Deutschland Einblick in das Werk, das Goethe in Japan zu neuer öffentlicher Aufmerksamkeit verholfen hat.
Im Mittelpunkt des Romans steht ein berühmter japanischer Goethe-Forscher, der sich auf die Suche nach der Quelle eines Goethe zugeschriebenen Zitats begibt. Aus dieser Spurensuche entwickelt Suzuki eine kenntnisreiche und zugleich spielerische Auseinandersetzung mit der Frage, welche Bedeutung Goethe und die klassische Literatur für junge Menschen im 21. Jahrhundert noch haben.
Suzuki wurde im Januar 2025 im Alter von 24 Jahren mit dem renommierten Akutagawa-Literaturpreis, einem der bedeutendsten Literaturpreise Japans, ausgezeichnet. Damit war er der erste im 21. Jahrhundert geborene Autor, der den Preis erhielt. Suzuki studiert englische Literatur und gehört zu einer jungen Generation japanischer Schriftsteller, die neue und überraschende Zugänge zur europäischen Literaturgeschichte eröffnet.
Im Goethe-Museum werden erstmals Passagen des bislang nicht auf Deutsch erschienenen Romans in vorläufiger deutscher Übersetzung präsentiert. Im anschließenden Gespräch geht es um Suzukis persönliche Begegnung mit Goethe, um die erstaunliche Präsenz des deutschen Dichters im heutigen Japan und um die Frage, wie ein literarischer Kanon über Zeiten, Sprachen und Kulturen hinweg immer wieder neu gelesen werden kann.
Die Veranstaltung in Düsseldorf ist zugleich die erste Station von Suzukis Lesereise durch Deutschland rund um Goethes Geburtstag. Sie bildet den Auftakt zum Goethe-Sommerfest, das am Freitag, 28. August 2026, im Schloss Jägerhof stattfindet. Das Goethe-Museum feiert in diesem Jahr nicht nur Goethes 277. Geburtstag, sondern auch sein 70-jähriges Bestehen.
Der Eintritt zur Lesung kostet an der Abendkasse zehn Euro. Schülerinnen und Schüler sowie Studierende haben kostenfreien Eintritt.




