Internationale Fledermausnacht in Essen

Am letzten Augustwochenende findet 2026 wieder die Internationale Fledermausnacht (Bat Night) statt.

Essen – In insgesamt 38 Ländern wird bei verschiedenen Veranstaltungen über die fliegenden Säugetiere informiert. In Essen können Interessierte im Rahmen einer Fledermausführung den nachaktiven Tieren näherkommen und jede Menge über sie erfahren: Der Freundeskreis Grugapark lädt in Kooperation mit der Schule Natur zu vier Terminen im August und September mit Fledermaus-Experte Olav Möllemann ein.

Die nächsten Termine:

  • 15. August, 20:30 Uhr, Treffpunkt: Seerosenbecken im Grugapark vor der Orangerie
  • 22. August, 20:30 Uhr, Treffpunkt: Kupferdreher Markt
  • 29. August, 20 Uhr, Treffpunkt: Seerosenbecken im Grugapark vor der Orangerie
  • 12. September, 19:30 Uhr, Treffpunkt: Seerosenbecken im Grugapark vor der Orangerie

Die Kosten betragen 4 Euro für Kinder und 6 Euro für Erwachsene. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Gäste werden gebeten, eine Taschenlampe mitzubringen.

Während der Fledermausführung werden mit Hilfe eines Ultraschall-Empfängers für Fledermaus-Rufe die in Wald, Feld, Wiese und über dem Wasser vorkommenden Arten aufgespürt und hörbar gemacht. Der Fledermausschutz ist ein wichtiger Grundgedanke einer Fledermausführung. Aus diesem Grund werden keine Schlafplätze oder Winterquartiere während einer Führung aufgesucht.

Wo leben die Fledermäuse in Essen?

Insgesamt kommen in Deutschland 25 Fledermausarten vor, die alle streng geschützt sind. In Essen wurden davon bisher elf Arten nachgewiesen, wobei zwei der Arten nur sehr selten gefunden wurden. Die Ruhr ist eine wichtige Wanderstrecke für Fledermäuse und für Arten wie die Wasserfledermaus auch Jagdgebiet, darum gibt es dort besonders viele Fledermausnachweise. Aber auch im restlichen Stadtgebiet sind Fledermäuse verbreitet. Sie können beispielsweise im Schlosspark in Borbeck, in den Essener Wäldern sowie in den Naturschutzgebieten wie der Heisinger Ruhraue oder am Mechtenberg angetroffen werden. Einige Arten sind auch in den dichter besiedelten Gebieten unterwegs, so zum Beispiel die Zwergfledermaus.

Wie leben Fledermäuse?

Fledermäuse jagen nachts Insekten wobei sie sich in erster Linie mithilfe ihres Gehörs und ihrer Hochfrequenzrufe orientieren, die zur Echoortung genutzt werden. Den Tag verschlafen Fledermäuse in ihrem Quartier, das im Jahresverlauf immer wieder gewechselt wird. Einige Arten nutzen im Sommer und zur Fortpflanzung Quartiere an und in Gebäuden, wo sie entweder in enge Spalten kriechen oder sich in Dachstühlen aufhalten. Andere bevorzugen Baumhöhlen in Wäldern. Den Winter verbringen viele Arten in unterirdischen Quartieren wie Höhlen, alten Bergwerksstollen, Tunneln oder auch Kellern. Manche Arten, wie die Rauhautfledermaus, legen weite Strecken zwischen den Sommer- und Winterquartieren zurück, bei anderen sind diese Distanzen deutlich kürzer.

Wie können Fledermäuse geschützt werden?

Fledermäuse sind durch unterschiedliche Faktoren gefährdet. Der Verlust von Quartieren für die Fortpflanzung und zum Überwintern, beispielsweise durch Renovierungsarbeiten an Gebäuden oder weil Höhlenbäume gefällt werden, ist dabei nur ein Problem. Viele Fledermausarten sind sehr empfindlich gegenüber Lichtverschmutzung und das menschliche Bedürfnis nach nächtlicher Beleuchtung an Straßen, Gebäuden und sogar in Gärten sorgt dafür, dass der Lebensraum dieser Arten immer weiter eingeschränkt wird. Wenige Arten, wie die Zwergfledermaus, kann man fast überall im Stadtgebiet beobachten, weil sie mit der allgegenwärtigen Lichtverschmutzung besser zurechtkommen, während man lichtempfindliche Arten wie die Fransenfledermaus kaum zu Gesicht bekommt, da sie aus beleuchteten Bereichen verdrängt werden. Auch der starke Rückgang von Insekten bedroht die Fledermauspopulationen, die dadurch allmählich ihre Nahrungsgrundlage verlieren.

Der ehrenamtliche Naturschutz leistet einen wichtigen Beitrag, sowohl zum Schutz und zur Erfassung von Fledermäusen, als auch bei der Wissensvermittlung an interessierte Bürger*innen im Rahmen von Führungen und Infoveranstaltungen. Sonja Eisenmann, Fachbereichsleitung Umwelt der Stadt Essen weist darauf hin, dass man Fledermäuse aber auch selbst unterstützen kann: „Durch das Aufhängen von Fledermauskästen, die den gebäudebewohnenden Arten die wichtigen Spaltenquartiere bieten, vor allem aber durch naturnahe, insektenfreundliche Gartengestaltung und den Verzicht auf überflüssige nächtliche Beleuchtung können Sie den fliegenden Insektenjägern helfen.“

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