Düsseldorf – Schwimmen im Rhein bedeutet Lebensgefahr. Bei der Übung der Düsseldorfer Feuerwehr wurde deutlich, wie schnell Menschen in fließenden Gewässern in Not geraten können und welche komplexen Abläufe eine Rettung unter Strömungsbedingungen erfordert.
Seit Jahresbeginn wurde die Feuerwehr Düsseldorf bereits zu 24 Einsätzen „Personen im Rhein“ alarmiert. Acht Menschen konnten gerettet und medizinisch versorgt werden. für drei Personen kam jedoch jede Hilfe zu spät. „Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Rhein trotz vermeintlich ruhiger Wasseroberfläche ein hochgefährliches Gewässer bleibt“, sagt Stefan Böll, Pressesprecher der Düsseldorfer Feuerwehr. „Die Strömung im Rhein verzeiht keinen Moment der Unachtsamkeit. Wir erleben immer wieder, wie schnell Menschen in Situationen geraten, aus denen sie sich nicht mehr selbst befreien können. Unsere Aufgabe ist es, Leben zu retten – aber am sichersten ist es, gar nicht erst in Gefahr zu geraten.“

Gefahrenlage Rhein
Zentrale und wichtigste Botschaft ist: Schwimmen im Rhein ist lebensgefährlich. Die Düsseldorfer Feuerwehr betont, dass der Rhein aufgrund seiner Strömung, Sogwirkung durch Schiffe, Strudel an Kribben und der Fahrrinne der Berufsschifffahrt ein Hochrisikogewässer ist. Trügerisch dabei ist, dass die Schiffe meist schon viele hundert Meter weitergefahren sind, bis der Sog oder die anschließenden Wellen am Ufer ankommen. Niedrige Wasserstände, scheinbar ruhige Oberflächen und sommerliche Temperaturen verleiten Menschen dazu, ins Wasser zu gehen. Die tatsächlichen Gefahren bleiben dabei unsichtbar, bis es bereits zu spät ist. Deshalb gilt: Schwimmen Sie niemals im Rhein.

Strömungsretter im Einsatz
Die Feuerwehr Düsseldorf verfügt seit fast 50 Jahren über eine Taucherstaffel,die rund um die Uhr mit vier Tauchern einsatzbereit ist. Dabei sind die Einsatzkräfte als Strömungsretter für Rettungen in fließenden Gewässern ausgebildet. Sie trainieren regelmässig unter realen Bedingungen an den rund 40 Kilometer langen Rheinabschnitten, die durch das Stadtgebit der Landeshauptstadt Düsseldorf führen. Im Ernstfall können die Taucher schnell eingesetzt werden, da ständig ein besetztes Rettungsboot im Hafen stationiert ist.
„Strömungsrettung erfordert eine anspruchsvolle Ausbildung und regelmäßiges Training unter realen Bedingungen,“ erklärt Strömungsretter Thomas Zender. „Nur wenn jeder Handgriff sitzt, können wir im Ernstfall schnell und sicher handeln. Mit jeder Übung verbessern wir unsere Abläufe, damit wir Menschen in Notlagen schnell, sicher und effektiv helfen können. Unser Ziel ist es, im Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein und jede Rettungschance zu nutzen.“
Das Baden im Rhein ist seit August 2025 im gesamten Düsseldorfer Stadtgebiet verboten und kann mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro geahndet werden. Grund für das Verbot sind die unsichtbaren Gefahren, die im Rhein lauern.




