Düsseldorf – Das Mekiri zählt zu den traditionellen Schnitttechniken der japanischen Gartenkunst und dient dem Erhalt der markanten teller- und wolkenförmigen Astetagen der Kiefern. Zu dieser Jahreszeit werden die frischen Triebe der Kiefern zurückgeschnitten oder entfernt. An der Schnittstelle entstehen bis zum Spätsommer neue Knospen, wodurch die Verzweigung mit der Zeit in Struktur und Dichte zunimmt. Ergänzend werden ältere Nadeljahrgänge ausgezupft. So gelangt mehr Licht in das Innere der Äste, die Belüftung verbessert sich und das Risiko pilzlicher Erkrankungen wie der Kiefernschütte wird reduziert.
Die im Niwaki-Stil gezogenen Schwarzkiefern stellen besonders hohe Anforderungen an die Pflege: Sie reagieren empfindlich auf veränderte Umweltbedingungen und Extremwetterereignisse infolge des Klimawandels. Denn dadurch werden sie anfälliger für Krankheiten und Schädlingsbefall. Die regelmäßigen Schnitt- und Pflegemaßnahmen leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Vitalität der Bäume. Gleichzeitig dienen sie dem Erhalt der gestalterischen Qualität. Die Pflege der Niwaki folgt einer jahrhundertealten Tradition japanischer Gartengestaltung. Anders als in europäischen Gärten steht dabei nicht die natürliche Wuchsform der Bäume im Mittelpunkt. Stattdessen entstehen durch regelmäßige Schnittmaßnahmen charakteristische Baumformen, die Natur- und Landschaftsbilder nachbilden, so etwa an Wolken erinnern und die Harmonie zwischen Natur, Wasser, Stein und Pflanzen im Garten unterstreichen.
„Der Japanische Garten ist ein einzigartiges Kulturdenkmal und ein sichtbares Zeichen der engen Verbundenheit zwischen Düsseldorf und Japan. Die Pflege der Niwaki bewahrt nicht nur die besondere Ästhetik der Anlage, sondern trägt auch dazu bei, ihren wertvollen Gehölzbestand langfristig zu erhalten“, sagt Umweltdezernent Jochen Kral.
Der Japanische Garten wurde 1975 als Geschenk der japanischen Gemeinschaft an die Landeshauptstadt Düsseldorf übergeben und eröffnet, im Mai 2025 feierte er sein 50-jähriges Jubiläum. Die rund 5.000 Quadratmeter große Anlage gilt als eines der bedeutendsten Beispiele japanischer Gartenkunst in Deutschland. Im Frühjahr 2025 wurde sie offiziell in die Denkmalliste der Landeshauptstadt Düsseldorf eingetragen.
Der von dem renommierten japanischen Gartenarchitekten Iwaki Sentarō entworfene Garten orientiert sich an den Prinzipien eines traditionellen japanischen Wandelgartens: Wasser, Steine, Gehölze und Blickachsen bilden ein harmonisches Gesamtkunstwerk, das Besucherinnen und Besucher auf einem Rundweg immer wieder neue Perspektiven entdecken lässt. Die kunstvoll geformten Schwarzkiefern gehören dabei zu den prägendsten Gestaltungselementen der Gartenanlage.
Die fachgerechten Arbeiten werden durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gartenamtes in Zusammenarbeit mit der Bonsaiwerkstatt Düsseldorf durchgeführt und dauern voraussichtlich zwei Wochen.




