Hamm – Unkompliziert und frei heraus: Schon seit einigen Jahren erobert die 1994 in Jekaterinburg geborene Cellistin Anastasia Kobekina die Bühnen der Welt. Erstmals machte sie 2015 beim Hamburger Tonali-Wettbewerb mit internationaler Strahlkraft auf sich aufmerksam. Bei aller technischen Brillanz und künstlerischen Aussagekraft blitzt aber immer auch ihre entwaffnende Natürlichkeit durch. Im Alter von vier Jahren beginnt sie mit dem Cellospiel – fast eine logische Konsequenz, wenn man in einem derart musikalischen Elternaus aufwächst. Der Vater Komponist, die Mutter Pianistin, „ich habe unter dem Klavier gespielt, zu Hause war immer Musik“, so Kobekina, und oft bin ich mit meiner Mutter mit in die Musikschule, wenn sie keine Betreuung gefunden hat und da bin ich von Zimmer zu Zimmer, meistens wurde ich wieder rausgeschickt. Aber beim Cello durfte ich bleiben und sogar ein wenig rumprobieren.“
Sie studierte am Moskauer Konservatorium, an der Universität der Künste in Berlin und an der Kronberg Academy. Anschließend setze sie ihre Studien am Nationalen Konservatorium für Musik und Tanz in Paris fort, zusätzlich absolvierte sie ihr Masterstudium im Fach Barockvioloncello bei Kristin von der Goltz in Frankfurt. Kobekina wurde bei zahlreichen internationalen Wettbewerben ausgezeichnet, darunter beim Enescu-Wettbewerb (Bukarest 2016) und beim Tschaikowsky-Wettbewerb (St. Petersburg 2019). 2024 gewann sie den Leonard Bernstein Award 202 sowie den Opus Klassik. Ihre Auftritte führen sie in die renommiertesten Konzertsäle (u. a. Wigmore Hall, Concertgebouw Amsterdam, Konzerthaus Wien, Tonhalle Zürich, Elbphilharmonie) und zu bedeutenden Festivals (wie das Rheingau Musik Festival, das Gstaad Menuhin Festival, das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Beethovenfest Bonn und das Verbier Festival) weltweit.
Bei ihrem Konzert ist neben einem Psalm-Antifon von Hildegard von Bingen und Suiten von Bach auch ein Werk ihres Vaters Vladimir Kobekin zu hören, ebenso wie zwei Stücke junger zeitgenössischer Komponisten – Bryce Dessner und Penelope Axtens – die erstmalig durch sie überhaupt aufgeführt wurden. Auch der Lette Pēteris Vasks ist vertreten, der Musik als „Grundbedürfnis für die Seele“ versteht und zuletzt noch ein Werk des italienischen Cellisten und Komponisten Giovanni Sollima, der sich dazu von seinem Landsmann Boccherini inspirieren ließ.




