Kreis Soest – Die Verbesserung der Personal-Situation in der Pflege bleibt ein großes Thema. Das stellt der Bericht „Örtliche Planung für Pflege und Alter 2025/26“ fest. Martina Krick aus dem Sachgebiet Pflegeplanung und Alter der Kreisverwaltung hat ihn jetzt dem Sozialausschuss vorgestellt.
„Der weitaus größte Teil der Pflegebedürftigen, inzwischen sogar 85 Prozent, lebt nach wie vor zu Hause“, erläutert Martina Krick. Sie hat den Bericht gemeinsam mit dem Team der örtlichen Planung und Beiträgen von weiteren Akteuren der Kreisverwaltung verfasst und weiß: „Es entspricht auch dem überwiegenden Wunsch der älteren Menschen, möglichst lange zu Hause wohnen zu bleiben.“
Die Gesamtzahl pflegebedürftiger Menschen steigt weiter an: Im Jahr 2023 waren im Kreis Soest 21.357 Menschen pflegebedürftig. 2021 waren es noch 18.498, das entspricht einem Anstieg um 15,5 Prozent (landesweit 16,4 Prozent). Dennoch liegt im Kreis Soest der Anteil der pflegebedürftigen Personen in der vollstationären Pflege mit 15 Prozent weiter über dem Landesdurchschnitt von 12 Prozent. Hier gibt es auch vergleichsweise viele Plätze. Allerdings, auch das zeigt der Bericht auf, ist die Nachfrage nach vollstationärer Pflege rückläufig. Kurzzeitpflegeplätze sind derweil sehr begehrt, und die Nachfrage nach Tagespflegeplätzen stagniert auf hohem Niveau.
Die Verbesserung der Personalsituation bleibt deshalb ein großes Thema: „Die Fachkräftegewinnung und -bindung sowie die Schul- und Ausbildungslandschaft ist eines der größten Themen und betrifft alle Bereiche, besonders die Einrichtungs- und Anbieterstruktur“, erläutert Martina Krick. Hierzu wurden aktuelle Handlungsempfehlungen in dem Maßnahmenkatalog zur Sicherung der Pflege in der Arbeitsgruppe Zukunft der Pflege formuliert. Ansprechpartnerin in der Kreisverwaltung ist Saskia Klemme von der Koordinierungsstelle zur Sicherung der Pflege im Kreis Soest.
Um auch im Falle einer Pflegebedürftigkeit das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen, empfiehlt der Bericht nicht nur die Förderung eines positiven Altersbildes, die Förderung der Seniorenarbeit und des bürgerschaftlichen Engagements von und für ältere Menschen. Besonderes Augenmerk sollte auch auf der Entlastung pflegender Angehöriger durch kostengünstige Maßnahmen und Verbesserungen der Barrierefreiheit im Wohnumfeld liegen.
„Es gibt viele tolle Angebote“, weiß Martina Krick und verweist unter anderem auf die AG Aktiv im Alter, die innovative Projekte angestoßen hat. Neben der Senior-Trainer-Schulung, die sich an ältere Menschen richtet, die bereit sind, ehrenamtlich tätig zu werden, gibt es die Messe „Mit Volldampf in die Rente“. Hier dreht sich am 14. März 2026 von 10:00 bis 14:00 Uhr am Bördeberufskolleg in Soest alles um den gelingenden Übergang in den Ruhestand.
Der Bericht „Örtliche Planung für Pflege und Alter 2025/26“ steht im Internet unter www.kreis-soest.de/pflegeatlas zur Verfügung.




