Düsseldorf – Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klasse pflanzen 360 junge Bäume und Stauden für einen Miniwald auf dem Schulgelände. „Ich freue mich riesig darauf, meinen eigenen Baum zu pflanzen!“, beschreibt eine Schülerin die Vorfreude auf den Pflanztag.
Das Projekt verbindet Klimaanpassung mit Bildung: Der dichte Miniwald kann künftig als Unterrichtsort im Freien – als Grünes Klassenzimmer – genutzt werden. Gleichzeitig sorgt der kleine Wald für mehr Kühlung, mehr Wasserrückhalt und mehr Biodiversität auf dem Schulgelände.
„Für die Schülerinnen und Schüler ist das ein Lernprojekt mit echter Wirkung“, sagt Umweltdezernent Jochen Kral. „Sie gestalten aktiv mit, wie mehr Grün auf Schulgeländen zur Klimaanpassung in der Stadt beitragen kann.“
Dem Pflanztag gingen intensive Vorbereitungen voraus. Die beteiligten Klassen führten Bodenanalysen durch und bestimmten im Grafenberger Wald die heimische Flora. Die Ergebnisse flossen in die Planung und das Pflanzschema ein. Der Miniwald wird zum Reallabor, in dem Beobachtung, Dokumentation und Forschung langfristig möglich sind.
Die Freiherr-vom-Stein-Realschule ist im Düsseldorfer Netzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) aktiv. Das Netzwerk begleitet Schulen dabei, Nachhaltigkeit dauerhaft im Unterricht und im Schulalltag zu verankern. Es unterstützt mit fachlichen Impulsen, Kooperationen und Beratung bei der Umsetzung konkreter Vorhaben.
Schulleiterin Sünke Rieken betont: „Unsere Schule versteht sich als Lernort der Zukunft. Der Miniwald ist ein lebendiges Klassenzimmer, das unseren Schüler*innen die Verbindung zur Natur stärkt und praxisnahes Lernen ermöglicht.“
„Die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler zeigt, wie viel Potenzial im handlungsorientierten Lernen steckt“, sagt Nadine Munkler, die an der Freiherr-vom-Stein-Realschule den Schulacker betreut. Gemeinsam mit ihrer AG unterstützt sie die Pflanzung praktisch vor Ort und bringt Erfahrung aus der Arbeit mit ein. Am Pflanztag arbeiten rund 40 Schülerinnen und Schüler in Teams an ihren Abschnitten. Zehn Pädagoginnen und Pädagogen nehmen ebenfalls aktiv teil.
Von der Stadt wird die Arbeit eng begleitet. Stefan Ferber, Leiter des Amtes für Umwelt- und Verbraucherschutz, sagt: „Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Schulen Bildung für nachhaltige Entwicklung nicht nur lehren, sondern auch leben können. Und gleichzeitig liefert das Projekt einen Beitrag zur immer wichtiger werdenden Klimaanpassung.“
Für die Schule ist das Projekt ein bedeutender Schritt näher an die Natur. Für die Schülerinnen und Schüler ist es eine Erfahrung, die bleibt. Wer einen Baum pflanzt, beobachtet sein Wachstum mit anderen Augen.




