Würzburg – Oberbürgermeister Martin Heilig sowie Kommunalreferent Wolfgang Kleiner richteten Grußworte an die anwesenden Neubürgerinnen und -bürger. Insgesamt wurden im Jahr 2025 in Würzburg 250 Menschen eingebürgert. Sie stammen aus 49 verschiedenen Ländern. Die größten Herkunftsgruppen kommen aus Syrien (51 Personen), der Russischen Föderation (20), Afghanistan (16), der Ukraine (15), Bosnien-Herzegowina (14) sowie der Türkei (14).
Martin Heilig betonte, wie bunt und vielfältig Würzburg sei. Dies zeige sich auch daran, dass derzeit mehr als 22.000 Personen mit (ausschließlich) ausländischer Staatsangehörigkeit in Würzburg leben. Heilig nahm Bezug auf den Neujahrsempfang vor wenigen Tagen und zitierte den Glücksforscher Dominik H. Enste mit den Worten „Würzburg hat (fast) alles, was es für eine hohe Lebenszufriedenheit braucht.“ Heilig sieht es als Auszeichnung, dass so viele Menschen nach Deutschland kommen möchten.
Heilig betonte die besondere Bedeutung der Einbürgerung: „Dass Sie heute hier sind, zeigt mir deutlich, dass die Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit für Sie nicht nur ein bloßer Verwaltungsakt ist, sondern Ausdruck Ihrer Verbundenheit mit Deutschland und mit unserer schönen Stadt Würzburg.“
Die Gründe für Zuwanderung seien vielfältig – sie reichten von Ausbildung und Beruf über familiäre Bindungen bis hin zur Flucht vor Krieg und Gewalt. Integration bedeute dabei weit mehr als das Erlernen der Sprache. „All das, was Integration ausmacht, muss ich Ihnen nicht erklären“, so Heilig. „Wer wüsste das besser als Sie selbst?“
Heilig erzählte von seinen eigenen Erfahrungen während seines Studiums in Schottland: „Ich weiß, wie es ist, in einem fremden Land zu sein.“ Man kenne zwar die offiziellen Regeln, habe aber mit manchen Verhaltensweisen noch so seine Schwierigkeiten. Heiligs Frau stammt aus Großbritannien und er sei sehr froh, dass (auch) sie hierhergekommen sei.
Die neu eingebürgerten Bürgerinnen und Bürger hätten eindrucksvoll bewiesen, dass Integration gelingen könne. Mit dem Erhalt der Einbürgerungsurkunde seien sie nun deutsche Staatsangehörige mit allen Rechten und Pflichten, etwa dem Wahlrecht, dem Schutz durch das Grundgesetz und der Teilhabe an den sozialen Errungenschaften der Bundesrepublik Deutschland.
Zugleich erinnerte der Oberbürgermeister an die Verantwortung, die mit der Staatsbürgerschaft einhergehe: „Zu unseren demokratischen Grundwerten gehört es, andere Meinungen und Lebensentwürfe zu tolerieren und zu akzeptieren und unserem Gegenüber mit Respekt und Mitmenschlichkeit zu begegnen.“ Gerade angesichts aktueller internationaler Krisen gelte es, die offene Gesellschaft zu bewahren und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
Abschließend appellierte Heilig an die neu eingebürgerten Bürgerinnen und Bürger, weiterhin Vorbilder für gelungene Integration zu sein: „Sie haben gezeigt, wie Integration gelingen kann, ohne die eigene Herkunft und die eigenen Wurzeln zu verleugnen.“
Kommunalreferent Wolfgang Kleiner stellte sich den Neubürgerinnen und -bürgern als „Innenminister der Stadt“ vor, der am Ende des Einbürgerungsvorgangs die Ehre habe, die Urkunden zu unterzeichnen – wenn die Arbeit von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getan sei, denen er herzlich dankte. Im Vergleich zu 2024, als noch mehr als 600 Personen in Würzburg eingebürgert wurden, waren es 2025 nur 250. Zur niedrigeren Zahl trugen u.a. erhebliche Rechtsänderungen bei, die den notwendigen Bearbeitungszeitraum verlängerten.
Auch Wolfgang Kleiner berichtete von eigenen Erfahrungen. So habe der in Wien Geborene als er mit 10 Jahren nach Würzburg kam zunächst „kein Wort verstanden“, obwohl in beiden Ländern Deutsch gesprochen wird. Er wünschte den Neubürgerinnen und Neubürgern, dass die Einbürgerung für sie „eine Angelegenheit des Herzens ist“ und sie sich mit Leidenschaft in die Gesellschaft einbringen mögen.
Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Heeresmusikcorps, das „Hallelujah“ von Leonhard Cohen und „Don´t Stop Believin´“ von Journey zum Besten gab. Zum Abschluss wurde gemeinsam die deutsche Nationalhymne gesungen.




