Tag des Notrufes: 112 in Notlagen immer die richtige Wahl

Zum europaweiten Notruftag gibt der Ennepe-Ruhr-Kreis einen Einblick in die Arbeit seiner Leitstelle und in die sogenannte strukturierte Notrufabfrage.

Ennepe-Ruhr-Kreis – Am heutigen europaweiten Notruftag werben die EU-Staaten seit Jahren für die einheitliche Notrufnummer 112. Die klare Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger lautet:
Egal, wo man sich in Europa aufhält, unter der 112 erreicht man jederzeit eine Leitstelle, die je nach Notfall die zuständigen Organisationen wie Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr alarmiert. Ob Brand, Verkehrsunfall, akute gesundheitliche Notlage oder Haushaltsunfall, wer einen Notfall meldet, erhält unter der 112 schnelle, kompetente und oftmals lebensrettende Hilfe.

Passend zu diesem Aktionstag gibt der Ennepe-Ruhr-Kreis Einblicke in die Arbeit seiner Leitstelle und in die sogenannte strukturierte Notrufabfrage. Sie folgt dem Grundsatz, dass Anruferinnen und Anrufer lediglich die Fragen der Disponentinnen und Disponenten beantworten müssen.
Diese Disponenten – allesamt ausgebildete Feuerwehrleute und Fachkräfte aus dem Rettungsdienst – nahmen im Jahr 2025 rund 187.000 Anrufe entgegen, was einem Tagesdurchschnitt von etwa 512 Gesprächen entspricht. Die Anrufe führten unter anderem zu rund 77.000 Alarmierungen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

Von dieser Mammutaufgabe bemerken die Anrufenden dank der strukturierten Notrufabfrage kaum etwas. Das Konzept reduziert die Anforderungen an die Anrufenden erheblich. Um Abschweifungen zu vermeiden und die entscheidenden Informationen schnell zu erfassen, übernehmen die Disponenten sofort die Gesprächsführung. Sie leiten gezielt durch das Telefonat, unterstützt durch ein spezielles Computerprogramm.
Die eingesetzte Software berücksichtigt eine Vielzahl möglicher Einsatzszenarien – von Verbrennungen, Platzwunden und Vergiftungen über Zimmerbrände und Gasgeruch bis hin zu Explosionen. Schritt für Schritt wird so geklärt, welche Maßnahmen der Anrufer ergreifen kann und welche Einsatzmittel erforderlich sind. „Sobald Ort und Art des Notfalls feststehen, werden die ersten Einsatzkräfte mit wenigen Mausklicks und parallel zum laufenden Gespräch auf den Weg geschickt“, erklärt Daniel Koch, operativer Leiter der Leitstelle.

Wichtig ist dabei, dass Anrufende den Anweisungen der Leitstellenmitarbeitenden unbedingt folgen und das Gespräch erst nach entsprechender Aufforderung beenden. Nach einem Notruf sollte auf weitere Telefonate verzichtet werden, damit die Leitung für mögliche Rückfragen frei bleibt. Die Arbeit in der Leitstelle hat sich im letzten Jahrzehnt stark gewandelt. Anders als „früher“ begleiten die Leitstellendisponenten die Anrufer nach Abfrage der Informationen in akuten Notfallsituationen solange telefonisch weiter, bis der Rettungsdienst vor Ort ist.

xity.de
Nach oben scrollen