„Die Lösche“ kehrt in das Museum Burg Linn in Krefeld zurück

„Die Lösche" - das klingt wie der Name einer Opern-Diva. Singen kann die „Die Lösche" jedoch nicht, aber sonst fast alles.

Krefeld – Denn das Lösche-Orchestrion ist ein selbstspielendes mechanisches Musikinstrument, das mit Schlagwerk, Flöten und Klaviersaiten fast ein ganzes Orchester ertönt lässt. Es wurde zwischen 1912 und 1914 von der Leipziger Firma Paul Lösche gebaut und war für den Einsatz in Lokalen vorgesehen. Nach gut einem Jahr kehrt „Die Lösche“ nun nach einer aufwändigen Restaurierung in das Jagdschloss des Museums Burg Linn nach Krefeld zurück. „Sie ist schon der Star in unserer Sammlung und ein Publikumsliebling“, sagt Museumsleiter Dr. Boris Burandt. Ihre Premiere nach der Rückkehr feiert die klanggewaltige Diva am Sonntag, 21. Januar, um 14 Uhr.

Restaurierung in der Fachwerkstatt in Rüdesheim am Rhein

Das Krefelder Museum zählt zu den wenigen Museen im Land, das über eine öffentlich zugängliche Sammlung mechanischer Musikinstrumente verfügt. In der Region ist es das einzige Haus. Besucher können jeden Sonntag die historischen „Musikboxen“ bei Vorführungen erleben und hören. Der Gebrauch bedeutet aber auch Abnutzung der Mechanik. Und so setzte der Zahn der Zeit auch „Der Lösche“ in den vergangenen Jahren so zu, dass sie restauriert werden musste. Die mechanische Technik für derartige Instrument wurde jedoch vor rund 80 Jahren aufgegeben. Deswegen gestaltet es sich immer schwerer, überhaupt noch kompetente Spezialisten für eine Aufarbeitung zu finden. Die letzten Fachleute in Deutschland für ein derartiges Orchestrion arbeiten in der Werkstatt von „Siegfrieds Mechanisches Musikkabinett“ in Rüdesheim am Rhein. Zu ihnen gehören Jens Wendel und Jörg Borchardt. „Irgendjemand vor uns hat hier unfachmännische Reparaturen durchgeführt“, berichtet Borchardt. So seien Bleirohre durch Gummischläuche ersetzt worden. „Das haben wir nun korrigiert“, so der Fachmann. Während der Restaurierung wurde auch die Pneumatik vollständig überholt. Dafür musste diese unter anderem zerlegt und gereinigt, Lederdichtungen erneuert und die elektrische Anlage neu verdrahtet werden. Unterm Strich kamen viele Detailarbeiten zusammen, die ihre Zeit benötigten. Zuletzt wurde das Gehäuse vollständig überarbeitet, so dass das Orchestrion wieder im alten Glanz erstrahlt.

Förderverein und Sponsoren bringen 30.000 Euro für Restaurierung zusammen

Vor allem dem Verein der Freunde Museen Burg Linn und dem Nachtwächter Heinz-Peter Beurskens ist die Restaurierung der „Lösche“ zu verdanken. Mit einem Betrag beteiligte sich noch die Bezirksvertretung Oppum-Linn, und so kamen die rund 30.000 notwendigen Euro zusammen. „Wir sind schon sehr stolz, dass sie wieder da ist. Bei jeder Führung ist sie eine Bereicherung“, freut sich Günther Busch, erster Vorsitzender der Freunde. In den vergangenen Jahren sammelten die Freunde in erster Linie durch den Verkauf beim Bücherbasar – der nächste wird im Frühjahr stattfinden – Geld für die Museen. „Ohne dieses bürgerliche Engagement wäre die Restaurierung nicht möglich gewesen“, betont Burandt. Und so wird „Die Lösche“ immer wieder sonntags um 14 Uhr bei der Vorführung der mechanischen Musikinstrumente mit ihren Liedern miterklingen. Weitere Informationen stehen unter www.museumburglinn.de. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben kostenfreien Eintritt in die Krefelder Museen.

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