Salzlandkreis und Magdeburg arbeiten bei Notrufen künftig enger zusammen

Bei der Koordinierung von Rettungseinsätzen werden die Landeshauptstadt und der Salzlandkreis künftig enger zusammenarbeiten. Nun wurde eine Zweckvereinbarung dazu unterschrieben.

Magdeburg – Eine entsprechende Zweckvereinbarung haben heute Magdeburgs Oberbürgermeisterin Simone Borris und der Landrat des Salzlandkreises, Markus Bauer, unterzeichnet.

Zuvor hatte der Kreistag des Salzlandkreises einen dafür notwendigen Beschluss gefasst. Damit kann jetzt ein entsprechendes System implementiert werden, das beide Integrierten Leitstellen in die Lage versetzt, auch bei Störungen anfallende Notrufe bzw. Einsätze in den einzelnen Regionen gegenseitig zu managen.

„Mit der Vereinbarung schaffen wir die Voraussetzung zur gegenseitigen Absicherung bei einem Systemausfall“, so Oberbürgermeisterin Simone Borris bei der Unterzeichnung der Vereinbarung. „Damit haben die Menschen in der Landeshauptstadt und im Salzlandkreis die Gewissheit, dass die Erreichbarkeit des Notrufes 112 auch gegeben ist, wenn es in einer der beiden Leitstellen zum Ausfall der Systeme kommen sollte.“

Landrat Markus Bauer sagt: „Die Zusammenarbeit ist wichtig, denn sie ermöglicht beiden Partnern, die Arbeit in diesem wichtigen Bereich der Daseinsfürsorge ohne Unterbrechung weiterzuführen; auch wenn es technische Probleme an einem Standort gibt.“ Er sieht in der Zusammenarbeit ein weiteres Signal für eine erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit. „Uns verbindet das gemeinsame Ziel, krisenfeste und nachhaltigere Strukturen in der Region zu schaffen.“

Hintergrund für geschlossene Zusammenarbeit ist eine Vorgabe aus dem Rettungsdienstgesetz des Landes. Danach muss eine Integrierte Leitstelle als Teil der kritischen Infrastruktur eine sogenannte Redundanz besitzen, also eine Art doppelten Boden bei einem möglichen Ausfall der Technik. Grundlage für die Zweckvereinbarung ist das Gesetz zur kommunalen Gemeinschaftsarbeit Sachsen-Anhalts. Bereits 2022 hatte der Kreistag des Salzlandkreises die strategische Entscheidung getroffen, die Zusammenarbeit mit Magdeburg zu intensivieren.

Konkret regelt die Zweckvereinbarung neben der wechselseitigen Übernahme von Notrufen, Einsatzdaten und Alarmierungsmöglichkeiten im Falle von Systemstörungen die Einrichtung von Backup-Servern und Kommunikationsverbindungen sowie den Betrieb eines Zusatzalarmierungssystems. Geregelt sind auch technische und organisatorische Zuständigkeiten sowie die Kostenaufteilung zwischen den Partnern.

Die beim Salzlandkreis für die Integrierte Leitstelle zuständige Fachbereichsleiterin Anke Meyer erläutert, man werde jetzt einen gemeinsamen technischen Standard schaffen. Dieser sei Grundlage für Schnittstellen und Datensicherungen.

Die notwendige Beschaffung der neuen Leitstellen-Software bereitet der Salzlandkreis aktuell vor. Grundlage dafür ist ein Beschluss des Kreistages zur Vergabe. Anke Meyer benennt einen weiteren Vorteil: Man könne aufgrund gemeinsamer Wartungs- und Supportstrukturen die Kosten reduzieren.

Die gemeinsamen Standards in den von Magdeburg und dem Salzlandkreis betriebenen Integrierten Leitstellen sind zugleich Voraussetzung, um mittel- und langfristig das Ziel zu erreichen, eine gemeinsame Leitstelle zu betreiben. Die dafür notwendigen Gespräche zwischen Salzlandkreis, Landeshauptstadt Magdeburg und weiteren Akteuren laufen.

xity.de
Nach oben scrollen