Münster – Ab sofort haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Vorschläge für neue Straßennamen bei der Stadt einzureichen. Die Bezirksvertretung Münster-Südost hatte in ihrer Sitzung im Dezember die Umbenennung der beiden Straßen beschlossen.
Hintergrund waren mehrere Anträge, die von 2020 bis 2025 bei der Stadt eingegangen waren, nach denen der Woermann- und der Lüderitzweg umbenannt werden sollten. Den Wunsch begründeten die Antragsstellenden mit der rassistischen und aggressiven kolonialistischen Gesinnung der beiden namensgebenden Kolonialherren und Unternehmer Adolf Lüderitz (1834-1886) und Adolph Woermann (1847-1911) sowie der Tatsache, dass beide Straßen während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland aus propagandistischen Zwecken nach ihnen benannt wurden. In der entsprechenden Beschlussvorlage für die Bezirksvertretung Münster-Südost hatte die Stadtverwaltung festgehalten, dass sie die Voraussetzungen und die Notwendigkeit für eine Umbenennung gegeben sieht und empfohlen, beide Straßen neu zu benennen.
Vorschläge bis zum 22. März einreichen
Von Donnerstag, 5. März, bis einschließlich Sonntag, 22. März, haben Bürgerinnen und Bürger auf unterschiedlichen Wegen die Möglichkeit, der Stadtverwaltung neue Namen für die beiden Straßen vorzuschlagen. Online nimmt die Stadt Vorschläge über das Portal „Beteiligung NRW“ entgegen. Der Link zu der Plattform ist unter www.stadt-muenster.de/strassennamen zu finden. Auch per E-Mail an strassennamen@stadt-muenster.de oder postalisch (Stadt Münster, Vermessungs- und Katasteramt, 48127 Münster) können Bürgerinnen und Bürger neue Namen vorschlagen.
Wer einen Vorschlag einreicht, sollte die städtischen Leitlinien für Ehrungen im öffentlichen Raum beachten. Sie sehen vor, dass für neue Straßennamen in der Regel auf historische Ortsbezeichnungen zurückgegriffen wird. Die Benennung nach Personen erfolgt in Ausnahmefällen und ist als besondere Ehrung anzusehen. Laut Leitlinien kommen dafür Personen infrage, die einen engen Bezug zu Münster aufweisen und in der Regel seit mindestens zehn Jahren verstorben sind. Außerdem sind Ehrungen bedeutender Frauen zu bevorzugen, da bislang deutlich mehr Straßen in Münster nach Männern benannt sind.
Die von den Bürgerinnen und Bürgern eingereichten Vorschläge werden nach Ablauf der Frist durch die Stadtverwaltung geprüft und an die Bezirksvertretung Münster-Südost weitergegeben, die abschließend über die neuen Straßennamen entscheiden wird.




