Erinnerungsstücke zu Münsters Einwanderungsgeschichte gesucht

Mehr als 70.000 Münsteranerinnen und Münsteraner haben eine Einwanderungsgeschichte, ihre Eltern oder sie selbst sind also nach Deutschland eingewandert.

Münster – Um ihre Perspektiven auf die Stadtgeschichte sichtbar zu machen, sammeln das Stadtarchiv und das Stadtmuseum Münster gemeinsam mit dem Ausschuss für Chancengleichheit und Integration beim Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ am Donnerstag, 21. Mai, persönliche Erinnerungen an das Ankommen in Münster.

Gesucht werden Briefe, Tagebücher, Fotografien, Erinnerungsstücke und die dazugehörigen Geschichten und Hintergründe, die das Ankommen einzelner Personen und Familien in Münster für spätere Generationen nachvollziehbar machen. Die Objekte können am 21. Mai, dem Welttag der kulturellen Vielfalt der UNESCO, von 10 bis 13 Uhr in das Büro des Ausschusses für Chancengleichheit und Integration (Ludgeriplatz 4-6) gebracht werden. Dort dokumentieren Mitarbeitende von Stadtarchiv und Stadtmuseum Münster ihre Geschichten und halten sie für die Zukunft fest. Geben Sie ihre Objekte ab, dann übernehmen Museum und Archiv die dauerhafte Aufbewahrung und fachgerechte Erfassung.

Münster ist spätestens mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein Einwanderungsziel für Menschen aus der ganzen Welt geworden. Die Zuwanderungsgründe sind vielfältig. Waren es zunächst die Nachwirkungen des Weltkriegs, die europäische Fluchtbewegungen mit sich brachten, folgten seit den 1960er Jahren Menschen aus der ganzen Welt den Arbeitsangeboten in der Stadt. In den 1990er Jahren flohen Menschen vor dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien, in den 2010er Jahren vor den Krisen im Nahen Osten und seit vier Jahren aufgrund des russischen Kriegs gegen die Ukraine.

Die Stadt Münster versucht seit über 40 Jahren, diesen Zugewanderten eine Stimme zu geben und richtete 1984 einen ersten demokratisch gewählten Ausländerbeirat auf kommunaler Ebene ein. Die Initiative dafür ging maßgeblich auf Spyros Marinos zurück, der 1959 als Gastarbeiter aus Griechenland nach Deutschland gekommen war. Marinos hatte den Vorsitz des Ausländerbeirates, dem späteren Integrationsrat und heutigen Ausschuss für Chancengleichheit und Integration von dessen Gründung 1984 bis zum Jahr 2014 inne.

Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“

Die Dokumentation der Erinnerungsstücke ist Teil des bundesweiten Aktionstags „Zusammenhalt in Vielfalt“, der am 21. Mai 2026 erstmals stattfindet. In Münster koordiniert das Friedensbüro bei Münster Marketing das Programm. Geplant sind unter anderem Theateraufführungen, Lesungen, Filmvorführungen und Workshops. Der Großteil der Veranstaltungen ist kostenfrei. Für einige Formate ist eine Anmeldung notwendig. Informationen dazu sowie das vollständige Programm des Aktionstages in Münster sind online unter www.stadt-muenster.de/zusammenhalt-in-vielfalt zu finden.

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