Mönchengladbach – Insgesamt 43,2 Millionen Euro an Fördermitteln konnte die zuständige Fachabteilung 2025 bewilligen – fast so viel wie im Rekordjahr zuvor. Erstmals mussten allerdings einige Projekte in das neue Förderjahr übertragen werden. Denn die weiter steigende Nachfrage hat 2025 das verfügbare Budget trotz mehrerer Aufstockungen überschritten. Für 2026 und 2027 hat das Land bereits angekündigt, dass mehr Geld für die Wohnraumförderung bereitsteht.
Für 218 Wohneinheiten (WE) konnte die Stadt 2025 grünes Licht geben (2024: 217). Sie werden mithilfe der Wohnraumförderung des Landes NRW als Mietwohnungen neu gebaut (86 WE) oder modernisiert (90 WE) – oder sind Eigentumshäuser und -wohnungen, die von förderberechtigten Personen neugeschaffen beziehungsweise erworben (27 WE) oder modernisiert (15 WE) werden. Das der Stadt Mönchengladbach anfangs zugeteilte Budget von 16,4 Millionen Euro konnte die Verwaltung durch mehrere Anträge beim Land auf 263 Prozent der ursprünglichen Summe erhöhen.
„Als Stadt alle Hebel in Bewegung gesetzt“
„Als Stadt haben wir auch 2025 alle Hebel in Bewegung gesetzt, um möglichst viele Mittel der öffentlichen Wohnraumförderung nach Mönchengladbach zu holen. Trotz der hohen Fallzahlen konnten wir jeden Interessenten beraten, bei der Antragsstellung unterstützen und haben alle Bewilligungsanträge rechtzeitig bearbeitet. Unter dem Strich stehen bewilligte Mittel, die das ursprüngliche Budget deutlich übersteigen“, freut sich Alicé Herle, Leiterin der städtischen Abteilung Wohnraumförderung und Wohnungsmarktentwicklung. Die Abteilung ist als Bewilligungsbehörde für die öffentliche Wohnraumförderung in Mönchengladbach zuständig.
Immer öfter stößt die öffentliche Wohnraumförderung auf Interesse. Denn in Zeiten hoher Baupreise und Kreditzinsen steht gerade der frei finanzierte Mietwohnungsbau oft vor dem Problem, dass die wirtschaftlich notwendigen Mieten auf dem Markt nicht zu erzielen sind. Die öffentliche Wohnraumförderung stellt da eine attraktive Alternative dar. Zwar müssen die Wohnungen später zu moderaten Preisen an Personen mit Wohnberechtigungsschein vermietet werden (Soziales Wohnen), doch winken im Gegenzug moderate Zinsen und Tilgungsnachlässe.
Der Bestand an Sozialem Wohnraum nimmt seit Jahren ab. Das liegt daran, dass immer mehr Wohnungen, die vor Jahrzehnten gebaut wurden, nach Ablauf der Frist aus der Belegungs- und Mietpreisbindung fallen. Vermieter sind dann nicht mehr an die Vorgaben des Sozialen Wohnens gebunden. „Die immer höhere Nachfrage nach der öffentlichen Wohnraumförderung kann dem sinkenden Bestand an Sozialwohnungen etwas entgegensetzen. Dazu leisten wir als Stadt mit der direkten Ansprache und serviceorientierten Beratung von institutionellen Investoren wie von Privatpersonen unseren Beitrag. Ich hoffe sehr, dass wir mit der vom Land angekündigten Aufstockung in den nächsten Jahren wieder alle förderfähigen Projekte bewilligen können“, sagt die Technische Beigeordnete Claudia Schwan-Schmitz.
Ein starkes Team: Wohnraumförderung NRW und WohnBau Mönchengladbach
Während heute bewilligte Vorhaben erst noch umgesetzt werden müssen, hat sich die Wohnraumförderung 2025 auf dem Mönchengladbacher Wohnungsmarkt bemerkbar gemacht. Insgesamt 65 Wohneinheiten, die in den Vorjahren beantragt wurden, sind letztes Jahr fertig geworden. Darunter auch das Mehrfamilienhaus der städtischen WohnBau am Langer Weg in Lürrip mit zwölf Wohnungen. „Die WohnBau ist für die Stadt der entscheidende Hebel, um mit gutem Beispiel voranzugehen, selbst aktiv mehr bezahlbaren Wohnraum in Mönchengladbach zu schaffen und damit eines unserer zentralen strategischen Ziele zu verfolgen“, betont Oberbürgermeister Felix Heinrichs. „Der Rat hat deshalb beschlossen, durch den Verzicht auf die Ausschüttung der WohnBau mehr Kapital zur Verfügung zu stellen. Jeder Euro, der so zusätzlich in den Wohnungsbau fließt, ermöglicht über die Darlehen der Wohnraumförderung Investitionen von insgesamt vier Euro.“
Neben dem Projekt am Langer Weg wurden 2025 20 geförderte Wohneinheiten in Giesenkirchen am Pfarrer-Walter-Weg sowie 33 Wohneinheiten in Gladbach an der Waldhausener Straße (14) und an der Yorckstraße (19) fertiggestellt. Neben 44 Zwei-Zimmer-Wohnungen sind durch zwölf 3-Zimmer-, acht 4-Zimmer- und eine 5-Zimmer-Wohnung auch Angebote für mittlere und größere Familien auf den Markt gekommen.
Über die Wohnraumförderung NRW
Die öffentliche Wohnraumförderung ist ein Programm des Landes Nordrhein-Westfalen für den Bau und die Modernisierung bezahlbaren Wohnraums. Sie wird aus Mitteln des Bundes, des Landes und der NRW.BANK finanziert. Der überwiegende Teil der Förderung wird als zinsgünstiges Darlehen vergeben, ein kleinerer Teil als Zuschuss über Tilgungsnachlässe. 2025 standen landesweit rund 2,4 Milliarden Euro zur Verfügung; für 2026 sind voraussichtlich rund 2,65 Milliarden Euro vorgesehen. Die Bewilligung der Mittel erfolgt in Mönchengladbach über die städtische Abteilung Wohnraumförderung und Wohnungsmarktentwicklung.




