Telefonreanimation: Einblicke in die Arbeit als Leitstellendisponent

Im Märkischen Kreis gab es im Jahr 2025 insgesamt 517 Telefonreanimationen. Wie entscheidend es ist, dabei ruhig zu bleiben und den Anweisungen des Rettungsdienstes zu folgen, erklärt Disponent Steven Roß.

Märkischer Kreis – „Mein Kind atmet nicht mehr“. Das ist ein Satz, den Eltern beim Absetzen des Notrufes oft panisch ins Telefon rufen, wenn das Herz ihres Kindes plötzlich nicht mehr schlägt und sie Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten müssen. Leitstellen-Disponent Steven Roß ist dieser Situation im vergangenen Jahr drei Mal begegnet.

Für Steven Roß ist eine Kinderreanimation nicht alltäglich und mit einer enormen Anspannung verbunden. Trotzdem führt er die Eltern professionell durch die Situation: „Ich erkläre ihnen, was sie bei der Wiederbelebung zu tun haben und frage, ob die Atemwege des Kindes frei sind. Dann leite ich an, dass das Kind gerade auf den Boden oder einen Tisch gelegt werden soll, den Kopf nicht überstrecken.“ Im nächsten Schritt erfolgt die Wiederbelebung des Kindes. „Die Eltern müssen das Kind beatmen und eine Herzdruckmassage durchführen. Bis die von mir parallel dazu alarmierten Einsatzkräfte da sind, bleibe ich am Telefon“, erklärt Steven Roß.

Der Leitstellendisponent stellt klar: „Eine Kinderreanimation ist für Eltern extrem belastend, aber auch für mich stressiger als eine telefonische Reanimation bei Erwachsenen.“ Eine große Hilfe nach so einem Notruf ist das Team aus insgesamt 44 Disponenten und Lagedienstführern, die füreinander da sind und zuhören. Nach Bedarf gibt es auch psychologische Unterstützung.

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 23 Kinder-Telefonreanimationen (2024: 13) auf der Leitstelle des Märkischen Kreises angeleitet. Sollte jemand in diese Situation kommen, gibt Steven Roß mit auf den Weg: „Wichtig ist, so schnell wie möglich zu handeln, also den Menschen wiederzubeleben. Wer handelt, kann nichts falsch machen. Es zählt jede Sekunde. Zusätzlich helfen wir Disponenten professionell und ruhig am Telefon fachlich als auch emotional durch so eine schwere Situation und geben das Gefühl mit, nicht alleine zu sein.“

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