Märkischer Kreis – Roboter programmieren, Werkzeuge zusammenbauen und eine Spritzgießmaschine bedienen – beim zweiten „Tag des Kunststoffs“ konnten Schülerinnen und Schüler an zahlreichen Stationen selbst aktiv werden und technische Berufe hautnah erleben. Zehn Unternehmen aus der Region beteiligten sich an dem Berufsfelderkundungstag und stellten gemeinsam mit ihren Auszubildenden abwechslungsreiche Aufgaben bereit, die von allen mit großem Interesse ausprobiert wurden.
Neben handwerklichem Geschick war auch technisches Verständnis gefragt: Steckdosen wurden verdrahtet, verschiedene Kunststoffsorten bestimmt und Bauteile nach Vorgaben zusammengesetzt. Dabei erhielten die Schülerinnen und Schüler nicht nur Einblicke in die Arbeitsabläufe der Betriebe, sondern konnten sich auch direkt mit Auszubildenden und Fachkräften austauschen. Auch die Agentur für Arbeit unterstützte den Aktionstag im Rahmen ihrer „Woche der Ausbildung“ und informierte über Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten. Mit VR-Brillen erhielten die Schülerinnen und Schüler zusätzlich virtuelle Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche der Kunststoffwelt.
Damit sich die Kinder und Jugendlichen während der praktischen Aufgaben voll auf die Stationen konzentrieren konnten, gab es an jeder Station ein sogenanntes „Handyparkhaus“. Dort wurden die Smartphones für die Dauer der Übungen abgelegt. Dadurch richteten sie ihre Aufmerksamkeit ganz auf die praktischen Aufgaben und arbeiteten ruhig und konzentriert mit. Die beteiligten Unternehmen begrüßten diese Regelung, weil es ein intensiveres Ausprobieren und einen besseren Einblick in die Tätigkeiten ermöglichte.
Zur Eröffnung besuchte Sebastian Wagemeyer, Bürgermeister der Stadt Lüdenscheid, die Veranstaltung im Kunststoff-Institut: „Ich bin sicher, dass der Tag des Kunststoffs als niederschwelliges Angebot gut geeignet ist, die Branche bei den Schülerinnen und Schülern bekannter zu machen und Hürden abzubauen,“ lobte er und betonte nochmal, wie wichtig der Tag des Kunststoffs für die heimische Region ist: „Ich freue mich, dass die Kommunale Koordinierungsstelle KAoA des Märkischen Kreises, das Kunststoff – Institut und das Technikzentrum Südwestfalen dieses tolle Format ins Leben gerufen haben. Es ist ein wichtiger Beitrag zur Nachwuchsgewinnung in einer für Lüdenscheid bedeutenden Branche.“
Torsten Urban, International Network Cluster Manager des Kunststoff-Instituts Lüdenscheid, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. „Die Schülerinnen und Schüler können hier selbst erleben, wie etwas funktioniert. Das ist etwas anderes als eine Messe. Sie arbeiten ruhig und konzentriert an den Stationen, und man merkt schnell, wenn jemand feststellt: Das ist genau mein Ding“, sagte Torsten Urban. Der Aktionstag helfe den Jugendlichen dabei, herauszufinden, ob ein technischer Beruf zu ihnen passt. Gleichzeitig sei er auch für die Unternehmen wichtig. „Die Firmen können sich vorstellen und früh Kontakt zu möglichen Praktikantinnen und Praktikanten oder Azubis knüpfen. Wir geben ihnen hier bewusst eine Bühne, denn beide Seiten sollen profitieren – die Schülerinnen und Schüler genauso wie die Betriebe.“ Auch Geschäftsführer Ugur Demetgül vom Technikzentrum Südwestfalen betonte die Bedeutung des Aktionstages für die Berufsorientierung in der Region. „Wir wollen den Schülerinnen und Schülern zeigen, welche Möglichkeiten es hier vor Ort gibt. Viele entdecken erst durch das Ausprobieren, was ihnen Spaß macht und welche beruflichen Wege für sie infrage kommen. Unsere Aufgabe ist es, die Schülerinnen und Schüler zu motivieren und deren Interesse zu wecken.“
Zum Abschluss freute sich Karina Schiweck, Kommunale Koordinierungsstelle „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf im Märkischen Kreis“: „Nach der ganzen Planung ist es immer ein besonderer Moment, zu sehen, wie viele Schülerinnen und Schüler mitmachen und wie viel Freude sie dabei haben.“ Sie bedankte sich auch bei den Schulen, beim Kunststoff-Institut Lüdenscheid und beim Technikzentrum Südwestfalen für die gute Zusammenarbeit.




