„Nahversorgung auf dem Land“ im Niederrheinischen Freilichtmuseum

In unmittelbarer Nähe zum Tante-Emma-Laden können Besucher:innen des Niederrheinischen Freilichtmuseums die neue Dauerausstellung „Nahversorgung auf dem Land“ besichtigen.

Kreis Viersen – Kernstück der Ausstellung ist das „Frische-Mobil Jost“, ein mobiler Verkaufswagen, der bis 2019 am unteren Niederrhein unterwegs war. Darin erhalten die Besuchenden einen Eindruck eines gefüllten Verkaufsraums. Texte und eine interaktive Hörstation erzählen von der Geschichte des Wagens und den Menschen, die ihn nutzten. Zeitgleich blickt die Ausstellung aber auch darauf, wie sich unsere Art einzukaufen seit den 1960er Jahren verändert hat. Aufgezeigte Einkaufstrends und technologische Innovationen laden die Besucherinnen und Besucher dazu ein, über die Zukunft des Einkaufens auf dem Land nachzudenken.

„Die Ausstellung verbindet ein Stück niederrheinischer Alltagsgeschichte mit einer Frage, die uns bis heute beschäftigt: Wie können wir die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs im ländlichen Raum sichern? Das Frische-Mobil macht anschaulich, welche Bedeutung persönliche Begegnungen und kurze Wege früher hatten und welche Herausforderungen sich für die Nahversorgung heute und in Zukunft stellen. Ich freue mich, dass unser Freilichtmuseum diese Entwicklung bewahrt und zugleich zum Nachdenken über neue Lösungen anregt“, so Kreisdirektor und Kulturdezernent Ingo Schabrich.

Jürgen Jost brachte Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs direkt zu den Menschen und war damit Teil einer Entwicklung, die bis heute aktuell ist: Dem Rückzug lokaler Nahversorgung aus dem ländlichen Raum. Ab den 1960er Jahren mussten auf den Dörfern viele kleine Lebensmittelläden wegen der neuen Supermärkte schließen oder zogen an den Stadtrand. Mobile Händler halfen dabei, die entstehenden Versorgungslücken zu schließen. Langfristig stellte dies aber keine Alternative dar. Dagegen bieten neue Technologien Perspektiven, eine wohnortnahe Versorgung aufrecht zu erhalten und das gestiegene Bedürfnis nach Spontanität und Flexibilität beim Einkaufen zu bedienen.

„Mit dem Frische-Mobil bewahren wir ein besonderes Stück Alltagsgeschichte des Niederrheins. Der Verkaufswagen war für viele Menschen weit mehr als nur eine Einkaufsmöglichkeit. Er war auch ein Ort der Begegnungen und des persönlichen Austauschs. Uns war es wichtig, diese Geschichte lebendig zu erzählen und gleichzeitig zu zeigen, wie sich die Bedürfnisse der Menschen und die Möglichkeiten der Nahversorgung geändert haben“, sagt Yvonne Gavallér, wissenschaftliche Volontärin des Freilichtmuseums und Kuratorin der Ausstellung.

Der Ankauf des Wagens für das Freilichtmuseum wurde durch den Museumsverein Dorenburg e.V. getätigt. Aus Mitteln der Sparkassenstiftung „Natur und Kultur“ in Höhe von 8.000 Euro wurde ein Grobkonzept der Ausstellung, die Inventarisierung des Gesamtbestands des Wagens sowie die Errichtung eines stabilen Wetterschutzes für den Einsatz im Außengelände ermöglicht.

xity.de
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