Anpassung der Kita-Bedarfsplanung in Saerbeck

Aufgrund rückläufiger Geburtenzahlen in der Gemeinde Saerbeck wurde zu August 2025 die Anzahl der Gruppen in den örtlichen Kindertageseinrichtungen reduziert.

Kreis Steinfurt/Saerbeck – Aktuelle Prognosen des Kreisjugendamtes Steinfurt verdeutlichen, dass sich der sinkende Bedarf an Betreuungsplätzen in Saerbeck im Kita-Jahr 2026/2027 fortsetzt. Die entsprechenden Zahlen zeigen, dass gerade im U3-Bereich weniger Familien ihr Kind für einen Platz in der Kindertagesbetreuung anmelden als ursprünglich angenommen. Eine solche Entwicklung stellt das Jugendamt des Kreises Steinfurt zurzeit in vielen Kommunen im Kreisjugendamtsbezirk fest. Für das laufende Kita-Jahr 2025/2026 wurden in Saerbeck noch rund 33 Prozent der unter zweijährigen Kinder für eine Kindertageseinrichtung angemeldet, für das kommende Kindergartenjahr liegt die Quote aktuell nur noch bei 22,5 Prozent (Stand: Dezember 2025).

Aufgrund des sinkenden Bedarfs an Betreuungsplätzen wurde die Kita Sonnenschein in Trägerschaft der Ev. Jugendhilfe Münsterland gGmbH in Saerbeck zu August 2025 von vier auf zwei Gruppen reduziert. Der Träger wollte die Situation nutzen, um das in die Jahre gekommene Kita-Gebäude umfangreich zu sanieren. Dafür wurden die verbleibenden Gruppen im Provisorium „Alter Reiterhof“ untergebracht, das vor der Fertigstellung des Neubaus bereits durch die DRK-Kita Windspiel genutzt wurde. Während der Sanierungsarbeiten wurde jedoch deutlich, dass die Mängel am ursprünglichen Gebäude der Kita Sonnenschein erheblich größer sind, als bisher angenommen. „Eine Sanierung ist wirtschaftlich nicht zu verantworten“, erklärt Karin Beckmann, Geschäftsführerin der Ev. Jugendhilfe Münsterland gGmbH.

Vor diesem Hintergrund wird die Kita Sonnenschein, die bereits seit vielen Jahren Kita-Kinder in Saerbeck betreut, den Betrieb zum 31. Juli 2026 zunächst vollständig einstellen. „Wir sind sehr interessiert daran, am Standort Saerbeck weiterhin festzuhalten“, erklärt Karin Beckmann weiter. Mike Hüsing, Leiter des Kreisjugendamtes, betont, dass die Betreuung aller betroffenen Kinder weiterhin sichergestellt ist: „Sie wird von den übrigen Einrichtungen in Saerbeck gewährleistet und ist mit dem jeweils gewünschten Betreuungsumfang problemlos möglich.“ Die Eltern werden durch den Träger und das Kreisjugendamt Steinfurt konkret über die Planungen und den zeitlichen Ablauf des Anmeldeverfahrens informiert.

„Unser oberstes Ziel ist es, den Eltern und Kindern Planungssicherheit zu geben“, erklärt Mike Hüsing. „Wir werden mit dem Träger zusammen einen sanften Übergangsprozess erarbeiten, um sicherzustellen, dass jedes Kind gut in einer der sechs Bestandseinrichtungen ankommt“, so Hüsing weiter. Die Eltern bekommen die Möglichkeit, am Donnerstag, 8. Januar, auf einem Elternabend ihre Fragen an den Träger, die Gemeinde Saerbeck und das Kreisjugendamt zu richten.

„Wir haben mit der Ev. Jugendhilfe Münsterland hier in Saerbeck einen guten Partner für die Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe, der in mehreren Bereichen für Saerbeck tätig ist. Wir bedauern und respektieren diese Entscheidung zugleich und werden gemeinsam mit dem Träger nach Möglichkeiten für die nahe Zukunft suchen“, erläutert Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg.

„Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen, zumal unsere Mitarbeitenden über die ganzen Jahre sehr gute Arbeit geleistet haben. Die Gruppenreduzierung in diesem Jahr und der Umzug in das Provisorium wurden von allen mitgetragen, das ist nicht selbstverständlich. Wir werden alles dafür tun, für unsere Mitarbeitenden gute Beschäftigungsoptionen für die Zeit nach Juli 2026 zu ermöglichen“, versichern die Geschäftsführerin Karin Beckmann und Beate Schürmann, pädagogische Leitung Kindertageseinrichtungen und OGS der Ev. Jugendhilfe Münsterland.

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