Kreis Soest – Nachdem die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt planmäßig begonnen haben, geht das Projekt damit in die nächste Phase. Das neue Baufeld befindet sich im Bereich der Großen Schmalenau mitten im Arnsberger Wald auf Flächen des Landesbetriebs Wald und Holz NRW. „Wir wollen die natürliche Pufferfunktion des Waldbodens wieder herstellen“, nennt Jennifer Weber aus der Abteilung Umwelt des Kreises Soest das Ziel. Die Projektleiterin unterstreicht: „Aufgrund des Klimawandels und der daraus resultierenden Trockenheit ist jeder Tropfen Wasser, der im Bestand bleibt, wichtig, um den Wald widerstandsfähiger zu machen.“
Im zweiten Bauabschnitt werden rund 14 Kilometer Entwässerungsgräben verschlossen, um den natürlichen Wasserhaushalt wiederherzustellen. Zusätzlich werden etwa acht Kilometer so genannte Spurgleise – tiefe, durch frühere Befahrung entstandene Fahrspuren – bearbeitet, damit sie künftig kein Wasser mehr kanalisiert abführen.
Die Bauarbeiten werden durch eine ökologische Baubegleitung betreut, um sicherzustellen, dass die Maßnahmen fachgerecht und unter Berücksichtigung der naturschutzfachlichen Anforderungen umgesetzt werden. „Eine besondere Herausforderung stellen rund 685 Meter Entwässerungsgräben in Moorböden dar“, weiß Marietta Puhl vom Naturpark Arnsberger Wald, unter deren Federführung die ökologische Baubegleitung erfolgt. Hier seien besonders bodenschonende Bauverfahren und eine hohe fachliche Erfahrung erforderlich.
Daher wurde bereits im Vergabeverfahren Wert auf einen möglichst geringen Bodendruck der eingesetzten Maschinen gelegt. Den Zuschlag erhielt ein auf Arbeiten in Wald- und Moorstandorten spezialisiertes Unternehmen, das über entsprechend angepasste Baumaschinen verfügt.
Projektleiterin Jennifer Weber hebt die Bedeutung der eingesetzten Technik hervor: „Es ist erstaunlich, dass ein Neun-Tonnen-Bagger weniger Bodendruck verursacht als ich mit meinem eigenen Gewicht und meinem Fußdruck.“ Das verdeutliche, wie weit sich bodenschonende Bautechnik in den vergangenen Jahren entwickelt habe und wie wichtig sie für die Umsetzung sensibler Naturschutzmaßnahmen sei.
Die Bedeutung der Arbeiten wurde auch im Rahmen einer Exkursion der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW deutlich. Dass das Schwammwaldprojekt ein wichtiger Baustein der Bemühungen zur Wiederherstellung des natürlichen Wasserregimes im Forstamt Arnsberger Wald sei, betonte auch Olaf Ikenmeyer, Leiter des Regionalforstamts Arnsberger Wald von Wald und Holz NRW, bei dieser Gelegenheit. Mit Wald und Holz NRW als Flächeneigentümer und wichtiger Projektpartner erfolgen engmaschige Abstimmungen über den gesamten Projektzeitraum hinweg.
Der zweite der insgesamt vier Bauabschnitte soll, so der Plan, im späten Herbst dieses Jahres fertiggestellt sein.




