Krefeld – Das Gebiet rund um die Lindenstraße zwischen Stephanstraße und Südwall verbindet die Krefelder Innenstadt mit der Hochschule Niederrhein und vereint innerstädtisches Wohnen mit Gastronomie und sozialen Einrichtungen. Die Stadt sieht hier ein großes Potential, das auch das „Integrierte Handlungskonzept Innenstadt / vier Wälle“ (ISEK) bescheinigt.
Viel Potential rund um die Lindenstraße
„Auf kleinem Raum bietet das Quartier rund um die Lindenstraße vieles, was ein lebendiges, innerstädtisches Wohnquartier ausmacht: kleine gut proportionierte Gassen, das typischer Drei-Fenster Haus, das zum Wohnen und Arbeiten einlädt, atmosphärische Cafés und ein großes Angebot an Einzelhandel und Dienstleistungen in der Nähe“, sagt Kirsten Steffens, Leiterin der Abteilung Räumliche Entwicklung und Denkmalschutz. Auch städtebaulich sei das Gebiet besonders: Durch die historische Bausubstanz habe es einen identitätsstiftenden Charakter, die Lindenstraße sei zudem gut an die Hochschule und an den Bahnhof angebunden. „Natürlich ist noch viel zu tun, aber das Potential ist da, und das wollen wir gemeinsam mit allen stärken, so dass das Quartier ein lebendiger und attraktiver Wohnort wird“, führt sie aus.
Einführung eines Sanierungsgebiets in Krefeld
Einen wichtigen Schritt auf diesem Weg will die Stadt mit der Ausweisung eines Sanierungsgebiets gehen. Eine Sanierungssatzung ist ein rechtliches Instrument, mit dem die Stadt die Entwicklung des Gebiets über einen längeren Zeitraum unterstützen und steuern kann. Ziel ist die Verbesserung der Wohn-, Lebens- und Arbeitsbedingungen im Quartier zum Wohl der Allgemeinheit. Der Fokus liegt dabei neben dem öffentlichen Raum insbesondere auf privaten Gebäuden. Die vorbereitenden Untersuchungen, die zur Ausweisung eines Sanierungsgebietes auf Basis des Baugesetzbuches vorgeschrieben sind, hat die Stadt bereits abgeschlossen. Im Juli wurde die Verwaltung von der Politik beauftragt, eine Sanierungssatzung für das Umfeld Lindenstraße zu erarbeiten. Diese muss anschließend ebenfalls in die Politik eingebracht werden.
Die Ergebnisse der Untersuchung stellen umfassend die Stärken und Schwächen des Untersuchungsgebietes dar: Es gibt viele Gebäude mit hohem Sanierungsbedarf, gleichzeitig aber auch ungewöhnlich viele Denkmäler im Bereich zwischen Südwall und Stephanstraße und eine große Anzahl an Häusern mit erhaltenswerter Bausubstanz und Gebäude mit besonderer Außenwirkung. Eine Sanierungssatzung soll unter anderem Anreize für Immobilieneigentümer schaffen und die Investitionsbereitschaft erhöhen: Für Eigentümerinnen und Eigentümer können bei Einrichtung eines Sanierungsgebiets für bauliche Maßnahmen insbesondere Steuervorteile genutzt werden.
Reallabor auf der Lindenstraße war erfolgreich
Insbesondere aber soll die Lindenstraße in den nächsten Jahren dauerhaft umgebaut werden. Im Sommer letzten Jahres wurden zunächst temporär und mobile erste Stadtmöbel und Bäume auf dem Teilstück zwischen Westwall und Südwall aufgestellt, dafür Parkflächen reduziert und in Absprache mit den Anwohnenden die Anordnung der Elemente immer wieder verändert. „Wir waren regelmäßig im Gespräch, haben zum Beispiel weitere Bäume und Fahrradabstellanlagen platziert und herausgefunden, dass Bänke und Sitzoasen bisher eher weniger angenommen wurden“, beschreibt Steffens. Außerdem erhoben die Stadtplaner mit Hilfe von Smart City-Elementen Verkehrsdaten. So entstand am Ende ein umfassendes Bild, das die Weichen für eine dauerhafte Entwicklung der Straße stellen soll. „Das Reallabor hat unsere Annahme bestätigt – wir glauben, dass ein dauerhafter Umbau der Straße Strahlkraft haben wird und nicht nur die Lindenstraße, sondern das gesamte Quartier aufwerten wird“, erzählt die Abteilungsleiterin. Die Pläne werden noch in diesem Jahr in die Politik eingebracht.
Die Stadt schlägt der Politik zudem vor, auch die Aufwertung von Problemimmobilien im Rahmen des Sanierungsgebietes als Förderprojekt in die Städtebauförderung aufzunehmen. Geplant ist, dass darüber am 5. November der Rat entscheidet.




