Krefeld – „Ich freue mich sehr über die sehr gute Resonanz auf die Ausstellung. Das Thema Wald berührt so viele Menschen auf ganz unterschiedliche Weise, wie wir aus Gesprächen mit unseren Gästen immer wieder erfahren“, so Schieck. Das Interesse aus Deutschland, Europa und darüber hinaus ist sehr groß. Im Gästebuch finden sich Einträge unter anderem von Menschen aus Australien, Kolumbien, den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich und der Schweiz, die mit Begeisterung von dem Sehnsuchtsort Wald schwärmen. „Besonders unsere öffentlichen und thematischen Führungen sind gut nachgefragt, wir haben bereits ausgebuchte Termine im Dezember“, so Schieck.
Christel Giesing hat bei ihrem Besuch der Ausstellung „Sehnsucht Wald“ natürlich nicht mit einer solchen Überraschung gerechnet. Sie kommt regelmäßig in das Haus am Andreasmarkt und hat schon mehrere Ausstellungen gesehen, wie den „Häkelkosmos“ mit dem Föhrer Korallenriff. Als Krefelderin hat sie zudem einen ganz persönlichen Bezug zu Textilen: Sie war im kaufmännischen Bereich verschiedener Krefelder Samt- und Plüschherstellerfirmen tätig. Statt Blumen hat die 5000. Besucherin eine 3D-Klappkarte mit dem Motiv einer Nähmaschine als Erinnerung an diesen Tag erhalten.
Waldwunder – der Pfälzerwald in Schnur und Garn
Das Deutsche Textilmuseum zeigt aktuell die Ausstellung „Sehnsucht Wald“. Mehr als 180 vielfältige Einzelarbeiten von Künstlerinnen aus Deutschland, der Slowakei, Spanien und der Ukraine, angehenden Textilingenieurinnen sowie Absolventinnen der Hochschule Niederrhein sind im Haus am Andreasmarkt vertreten. Allen ist die Auseinandersetzung mit dem Wald und seinen Lebensformen gemeinsam sowie textile Materialien als Ausdruckmittel unter Anwendung textiler Techniken. Einen Höhepunkt bildet das „Waldwunder – der Pfälzerwald in Schnur und Garn“. Ein Gesamt-Kunstwerk aus rund 5.000 gehäkelten Teilen ist durch das handwerkliche Können von 100 Frauen sowie drei Schulklassen und ihrer Lust am kreativen Häkeln entstanden. Gehäkelte Pilze, Pflanzen, Bäume und Flechten aus Sisal und den unterschiedlichsten Wollsorten bilden das knapp vier Meter lange Waldwunder. Das Kunstwerk soll auf die Schönheit und Verletzlichkeit des Ökosystems Wald aufmerksam macht. Dies gilt insbesondere für den Pfälzerwald, der Unesco-Weltnaturerbe ist. Die Initiative und Organisation ging vom Verein Kultur und Kunst Leinsweiler aus, inspiriert durch die „Crochet Coral Reefs“, den riesigen gehäkelten Korallenriffen, die im Deutschen Textilmuseum Krefeld ausgestellt wurden (2014).
Der lange Zeitraum der Ausstellung „Sehnsucht Wald“ in Krefeld bis zum 27. Dezember und die besondere Aktualität des Themas, das zu einer sehr weit verbreiteten Auseinandersetzung mit dem Wald in der Kunst führt, gab Anlass zu dem Konzept von Veränderung. Seit der Eröffnung der Ausstellung sind bereits 20 Einzelteile mit sommerlichem Bezug hinzugekommen. Mitte September werden einzelne Objekte gegen herbstliche Motive ausgetauscht oder durch solche ergänzt und bieten neue Blickwinkel. Der mehrfache Besuch der Ausstellung bietet sich an, daher wurde die „Waldkarte“ geschaffen, ein Vierer-Eintrittsticket für Erwachsene zum Preis von dreien (15 Euro). Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben kostenfreien Eintritt in das Deutsche Textilmuseum Krefeld.




