Krefeld – Humane Papillomviren (HPV) werden vor allem durch sexuelle Kontakte übertragen und sind die häufigste sexuell übertragbare Virusinfektion. Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt und heilen von selbst ab, doch einige Hochrisiko-Typen können über Jahre Gewebeveränderungen (Dysplasien) und später Krebs auslösen.
HPV ist die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs. Bestimmte HPV-Typen sind außerdem an Tumoren des Penis, des Anal- und Enddarmbereichs sowie an Krebsarten im Mund- und Rachenraum beteiligt. Daher impft man mittlerweile Mädchen und Jungen. Daneben können HPV Genitalwarzen (Feigwarzen /Kondylome) verursachen. Diese sind nicht gefährlich, aber sehr belastend. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für alle Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Sie sollte in jedem Fall vor den ersten sexuellen Kontakten erfolgen. Versäumte Impfungen können bis zum vollendeten 17. Lebensjahr nachgeholt werden. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen. Teilweise übernehmen die Krankenkassen auch noch bis zum höchstens 28. Lebensjahr auf Antrag die Kosten. Hierzu ist es ratsam, vorher bei der eigenen Krankenkasse eine Kostenübernahmeerklärung anzufordern.
In Deutschland hat rund die Hälfte der 15-jährigen Mädchen und etwa ein Drittel der 15-jährigen Jungen eine vollständige HPV-Impfserie erhalten. Damit liegt Deutschland deutlich unter dem Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), bis 2030 mindestens 90 Prozent der 15-jährigen Mädchen zu impfen. Weltweit haben inzwischen rund drei Viertel der WHO-Mitgliedstaaten HPV in ihre nationalen Impfprogramme aufgenommen, dennoch liegt die globale vollständige Impfquote für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren bei etwa 20 Prozent.
Langzeitdaten aus mehreren Ländern zeigen einen deutlichen Rückgang von Krebsvorstufen und Gebärmutterhalskrebs bei geimpften Frauen. In einigen Ländern wie Australien ist das Risiko für Gebärmutterhalskrebs bei früh geimpften jungen Frauen um bis zu 90 Prozent reduziert. Dennoch ist es trotz Impfung wichtig, regelmäßig an den angebotenen Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen. Die Impfung schützt nur vor den gefährlichsten, aber nicht vor allen HPV-Typen. Außerdem kann Krebs auch noch durch andere Faktoren entstehen. HPV-Impfstoffe gehören zu den am besten untersuchten Impfstoffen weltweit. Große Auswertungen von vielen Millionen verabreichter Dosen weltweit zeigen, das schwere Nebenwirkungen äußerst selten sind. Es kommt meist nur zu vorübergehenden Reaktionen wie Rötung oder leichten Schmerzen an der Einstichstelle.
Fachleute weltweit sind sich einig, dass der Nutzen der Impfung – insbesondere die Verhinderung von Krebs – die möglichen Risiken deutlich überwiegt. Weitere Informationen – insbesondere zur Nachholimpfung für Erwachsene – sind in der HIV- und STI-Beratungsstelle der Stadt Krefeld unter Telefon 0 21 51 / 86 35 24 oder per E-Mail an oliver.winkelmann@krefeld.de erhältlich.




