Kunstmuseen Krefeld präsentieren neue Räume

Die Kunstmuseen Krefeld haben im Kaiser-Wilhelm-Museum drei Räume im Rahmen der „Sammlung in Bewegung“ neu eingerichtet.

Krefeld – Die Präsentationen widmen sich zentralen Fragestellungen der Kunst und laden das Publikum dazu ein, bekannte Werke der Sammlung unter neuen Gesichtspunkten zu entdecken. Im Raum „Das Gedächtnis der Kunst“ wird das Thema der Erinnerung und des Kunstwerks als Denkmal aufgegriffen. Kunst fungiert hier als Speicher: In den Werken werden Erfahrungen, Bilder und Geschichten bewahrt, die über das individuelle Gedächtnis hinausreichen. Gleichzeitig wird hinterfragt, wie Erinnerung überhaupt entsteht und welche Formen des Gedenkens eine Gesellschaft entwickelt. Im Zentrum stehen zwei Hauptwerke der Sammlung, die den Umgang mit Denkmälern untersuchen: die großformatige Fotografie „The Holocaust Memorial in the Jewish Cemetery“ von Jeff Wall sowie die Skulptur „Proposal For a Monument of the Unknown Political Prisoner“ von Mike Kelley und Paul McCarthy. Beide Arbeiten verdeutlichen, dass Erinnerung kein statischer Zustand ist, sondern kontinuierlich neu verhandelt wird. Der Raum richtet sich explizit auch an Schulklassen und Lehrkräfte.

Im Ausstellungraum „Durch Zeit und Raum“ spannen die Exponate – von Malerei über Fotografie und Zeichnung bis hin zur Installation – einen Bogen über rund 100 Jahre. Jede Arbeit zeigt auf eine speziellen Weise, wie eine spezifische Vorstellung von Zeit aussehen kann. Ob konkrete Gebäude oder Interieurs, die Räume führen in die Vergangenheit, sollen persönliche Erinnerungen wecken und vermitteln Visionen einer möglichen Zukunft. Ähnlich wie im Filmklassiker „2001: A Space Odyssey“ begibt sich das Publikum auf eine Reise durch zeitliche und räumliche Dimensionen. Zu sehen sind Werke von Bethan Huws, Paul Klee, Liora Epstein, László Moholy-Nagy, Silke Schatz, Bert Teunissen und dem Künstlerduo M/M Paris.

Paula Modersohn-Beckers Weg in die Abstraktion

„Ich werde etwas“ – Paula Modersohn-Beckers Weg in die Abstraktion wird in einem anderen Raum in den Fokus der Betrachtung gerückt. Modersohn-Becker gilt als eine der bedeutendsten Künstlerinnen der Worpsweder Künstlerkolonie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Präsentation beleuchtet ihre Suche nach einer abstrakten Form für die Darstellung des Menschen. Inspiriert von der Antike und der Kunst des Mittelalters sowie geprägt durch ihre Studien im Pariser Louvre im Jahr 1903, entwickelte Modersohn-Becker eine kompakte Figurenauffassung. Dies spiegelt sich eindrucksvoll in dem Gemälde „Kleines Kind neben einem Birkenstamm“ (1904) wider. Im Ausstellungsraum wird das Bild in einen Dialog mit zwei kleinen Gipsabdrücken gestellt, die Mönchsfiguren aus dem Mittelalter nachempfunden worden sind. Weitere Informationen über die Kunstmuseen Krefeld stehen unter www.kunstmuseenkrefeld.de. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben kostenfreien Eintritt in die Krefelder Museen.

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