Krefeld – Künftig ist die Einrichtung täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet – zwei Stunden mehr pro Tag als bisher. Lediglich freitags beginnt der Betrieb aus organisatorischen Gründen um 10 Uhr. Die Stadtverwaltung setzt gemeinsam mit dem Betreiber Caritas Krefeld mit der erweiterten Öffnungszeit eine weitere Maßnahme aus dem Stärkungspaket Innenstadt 2.0 um, das vom Stadtrat beschlossen worden ist.
Oberbürgermeister Frank Meyer betont: „Das Drogenhilfezentrum ist ein wesentlicher Baustein unseres Krefelder Konzeptes von ,Handeln und Helfen‘. Die klare Botschaft bleibt: Konsum von Drogen wie etwa Crack oder Heroin im öffentlichen Raum ist in Krefeld verboten und wird von unserem Kommunalen Ordnungsdienst sanktioniert. Der einzige Ort, in dem der Konsum solcher Drogen erlaubt ist, ist das Drogenhilfezentrum.“ Der Kommunale Ordnungsdienst schicke Menschen, die im öffentlichen Raum illegale Drogen konsumierten, weiterhin konsequent zu dieser Einrichtung. „Mit den erweiterten Öffnungszeiten stärken wir das Drogenhilfezentrum und bieten bereits am Morgen einen geschützten Aufenthaltsort“, so der Krefelder Oberbürgermeister.
Die Nutzungszahlen der vergangenen Wochen zeigen, dass die Einrichtung weiterhin gut angenommen wird. Im Januar 2026 wurden 1.402 Konsumvorgänge registriert – überwiegend inhalativ. 100 verschiedene Personen nutzten das Angebot, durchschnittlich 25 pro Tag. Die Auswertung zeigt, dass die Nachfrage besonders in den Wintermonaten hoch ist. Im DHZ hat es bisher seit der Eröffnung im März 2023 insgesamt 39.790 Konsumvorgänge gegeben. Oberbürgermeister Frank Meyer macht deutlich, dass im Sinne von Handeln und Helfen den Suchtkranken ein Aufenthaltsort geboten werde, gleichzeitig aber auch der öffentliche Raum entlastet wird. „1.400 Konsumvorgänge im Drogenhilfezentrum bedeuten auch, dass 1.400 Spritzen und Crackutensilien am Ende nicht im öffentlichen Raum liegen.“
Das Angebot des Drogenkonsumraums richtet sich an Krefelder Konsumenten illegaler Drogen wie Opiate, Kokain, Amphetamine sowie Benzodiazepine. Die Substanzen können in einem geschützten Umfeld und unter hygienischen Bedingungen intravenös, inhalativ, nasal oder oral konsumiert werden. Dafür stehen sechs Plätze zur Verfügung. Ein ständig anwesender Rettungssanitäter sichert die Notfallhilfe bei Überdosierungen.
Zum Drogenhilfezentrum gehören der eigentliche Drogenkonsumraum, der Tagesaufenthalt „Café Pause“ sowie ein Medizinisches Hilfszentrum. Während Drogenhilfezentrum und Tagesaufenthalt von der Caritas Krefeld betrieben werden, werden die Aufgaben im Medizinischen Hilfezentrum vom Kreisverband Krefeld des Deutschen Roten Kreuzes übernommen. Ein fünfköpfiges Team steht im Medizinischen Hilfszentrum von Montag- bis Freitagvormittag für Menschen bereit, die sonst keine medizinische Hilfe erhalten können, die auf der Straße leben oder die sich wegen ihrer Lebensumstände scheuen, in eine normale Arztpraxis zu gehen. In diesem Angebot sieht Krefelds Gesundheits- und Sozialdezernentin Sabine Lauxen einen wichtigen Baustein der Gesamtkonzeption DHZ: „Das Medizinische Hilfszentrum hat sich für die Klientel der Obdachlosen und Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt vorwiegend auf der Straße haben, als eine wirksame Einrichtung erwiesen. Ich bin sehr dankbar für die tolle Arbeit der Menschen im Drogenhilfezentrum, für die Fürsorge und Unterstützung, die sie der hilfsbedürftigen Klientel zukommen lassen.“




