Die Blauröcke erwarten zu ihrem Jubiläum ab 15.30 Uhr befreundete Historische Feuerwehren, Schützen und Gäste in der Vorburg von Burg Linn. Nach dem Empfang ziehen ab circa 17 Uhr alle durch die Linner Altstadt. Die Idee, eine historische Feuerwehr in Linn zu gründen, kam seinerzeit Peter Winkmann und Theo Tissen während eines gemeinsamen sonntäglichen Ausrittes. „Wir wollten im Linner Schützenwesen etwas Neues machen“, erinnert sich Tissen.
Eigene Wache in der Vorburg
Zwei Voraussetzung mussten erfüllt werden: Der Bezug zu Linn, und Pferde sollten eine Rolle spielen. Beides vereinte sich 2001 in der Gründung der Historischen Feuerwehr. Bis vor dem Zweiten Weltkrieg existierte eine entsprechende Wehr übrigens tatsächlich noch in dem kurkölnischen Städtchen. Weil von dieser jedoch nichts mehr vorhanden war, mussten die Mannen ihre Ausrüstung neu zusammentragen. Ihre Handdruckspritze kauften sie 2003 in Nürnberg. Andere Gerätschaften besorgten sie sich über das Internet. Die preußischen Uniformen, Helme, Koppeln und Hammerbeile sowie sogenannte „Bürgereimer“ aus Leder fertigten sie selbst nach Originalen aus der Zeit zwischen 1860 und 1920 an. Ihre neue „Wache“ bezogen sie 2004 in der Vorburg. Dort erklären sie seitdem an jedem ersten Sonntag eines Monats vom Frühjahr bis in den Herbst Besucherinnen und Besuchern von 14 bis 18 Uhr alles über die Historische Feuerwehr und ihre Geräte.
Wenn sie bei Bürger- oder Stadtfesten auftreten, dann ziehen Pferde die historischen Pumpen, Löschfässer und die Leiter von 1896. Wenn die Feuerwehrmänner aus Linn zum Dienst antreten, herrscht in ihren Reihen wieder preußische Zucht und Ordnung. Die Blauröcke sitzen perfekt, die goldenen Knöpfe sind poliert und die Helme fest geschnurrt. „Den Dienst begehen wir schon sehr ernsthaft. Schließlich wollen wir den Besuchern zeigen, wie es damals war“, erklärt Winkmann. Das Antreten zum Einsatz entspricht den Vorgaben aus der Militärordnung Preußens aus dem 19. Jahrhundert. Alle Termine stehen unter www.historischefeuerwehr.de. In die Krefelder Museen haben Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre kostenfreien Eintritt.




